Kuba: Einstieg in die Grüne Gentechnik
(08.12.2008) Kuba will
erstmals den Anbau von gentechnisch verändertem Mais
zulassen. Durch eine stärkere Nutzung der Grünen
Gentechnik will das Land sich aus der Abhängigkeit von
Agrarimporten lösen.
In Kürze soll auf mehreren
Feldern mit einer Gesamtgröße von etwa
50 Hektar gentechnisch veränderter Mais
angebaut werden. Wie Carlos Borroto, Direktor des
staatlichen Instituts für Gentechnik und
Biotechnologie gegenüber der Nachrichtenagentur
Reuters erklärte, soll dort Saatgut erzeugt werden,
mit dem im nächsten Jahr eine Fläche von etwa 6000
Hektar mit gv-Mais bewirtschaftet werden kann. Es
handele sich um einen gv-Mais, der ähnlich sei wie
er in vielen Ländern bereits zugelassen ist.
Er verfüge über Resistenzen gegen den auf Kuba
wichtigsten Maisschädling, einen Nachtfalter, sowie
gegen bestimmte Herbizide. Außerdem beschäftigten sich kubanische
Forschungsinstitute intensiv mit der Entwicklung
gentechnisch veränderter Sojabohnen, Kartoffeln und
Tomaten.
Durch mehr Agrarforschung
möchte sich Kuba aus der Abhängigkeit von
Agrarimporten befreien. Derzeit muss Kuba 60 Prozent
seiner Lebensmittel aus dem Ausland einführen, vor
allem Sojabohnen, Weizen und Mais. Zudem belasten
steigenden Preise auf den internationalen
Agrarmärkten das wirtschaftlich schwache Land. Trotz
des Embargos sind die USA der wichtigster Lieferant,
da Lebensmittel von den gegenüber Kuba verhängten
Handelsbeschränkungen ausgenommen sind.
Der kubanische Präsident Raul
Castro hat eine Steigerung der Agrarproduktion als
"Frage der nationalen Sicherheit" ausgerufen. In
diesem Jahr haben drei Hurrikane etwa 30 Prozent der
kubanischen Ernte zerstört.
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