Obama: Keine wesentliche Änderung bei der
Gentechnik-Politik zu erwarten
(20.01.2009) Der
heute vereidigte neue amerikanische Präsident Barack
Obama wird an der Gentechnik-Politik seines Landes
nichts Wesentliches ändern. Darauf deutet die
Ernennung des ehemaligen Gouverneurs von Iowa, Tom
Vilsack zum Landwirtschaftsminister hin. Nun
kritisiert Nina Fedoroff, Technologie-Beraterin von
Außenministerin Hillary Clinton, die "Hysterie" der
Europäer gegenüber der Grünen Gentechnik.
In einem aktuellen Interview
mit dem SPIEGEL erklärte Nina Fedoroff, Professorin
für Biowissenschaften an der Pennsylvania State
University, sie rate der neuen Regierung, im
Kampf gegen den Klimawandel auf gentechnisch
veränderte Pflanzen zu setzen. Sie warnte vor einem
"Verzicht auf gentechnische Methoden". "Um neun
Milliarden Menschen inmitten erheblicher
Klimaveränderungen zu ernähren", sei es notwendig,
kurzfristig neue Sorten zu züchten, die "gegen
neuartige Schädlinge und Trockenheit resistent"
sind. Allein mit klassischen Verfahren sei das
nicht möglich.
Fedoroff, die in den USA auch
als Autorin populärwissenschaftlicher Bücher zur
Grünen Gentechnik ("Mendel in the kitchen") bekannt
ist, kritisierte die westlichen Länder, die in
den letzten Jahren "zu wenig in die Agrarforschung
in den Entwicklungsländern investiert" haben. Die
Obama-Regierung hat angekündigt, die Zuschüsse für
die Zentren der internationalen Agrarforschung zu
verdoppeln.
Schon im Dezember hatte Obama
den früheren demokratischen Gouverneur des
Bundesstaates Iowa Tom Vilsack zum
Landwirtschaftsminister ernannt. Gentechnik-Kritiker
und Verbände des organischen Landbaus werfen ihm eine
zu große Nähe zu Agrokonzernen wie Monsanto vor. Als Gouverneur hatte Vilsack die
Technisierung der Landwirtschaft und die Erzeugung
von Bioethanol gefördert.
Der Bundesstaat Iowa im
mittleren Westen wird von der Landwirtschaft
geprägt. 2008 wurde dort eine Fläche von 9,2
Millionen Hektar allein mit Mais und Soja
bewirtschaftet. Bei Mais beträgt der Anteil
an gv-Sorten 78 Prozent, bei Soja sogar 94 Prozent.
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