Umfrage: US-Farmer für gentechnisch veränderten
Weizen
(27.02.2009) Bei einer
Befragung haben sich US-amerikanischen Weizenfarmer
mehrheitlich für gentechnisch veränderten Weizen
ausgesprochen. Sie erwarten, dass die Gentechnik
dazu beitragen könnte, einige der aktuellen Probleme
im Weizenanbau zu lösen.
Für die Umfrage hatte der
nationale Verband der Weizenanbauer (NAWG,
National Association of Wheat Growers) 21.000
Landwirte mit einer Weizen-Anbaufläche von
mindestens 200 Hektar angeschrieben. Ein Drittel
davon beteiligte sich an der Umfrage. Gefragt wurde
nach der Meinung der Landwirte zu einer von der NAWG
vorgelegten Petition mit Kernaussagen zu
gentechnisch verändertem Weizen. Drei Viertel (76
Prozent) der teilnehmenden Landwirte stimmte der
Petition zu.
Bei Weizen sehen die
US-Farmer Wettbewerbsnachteile gegenüber anderen
Kulturarten. So ist in den letzten Jahren der
Weizenanbau in den USA deutlich zurückgegangen,
während die Maiserzeugung zugenommen hat. Daher, so
fordert die Petition, sollten auch in der
Weizenzüchtung die Möglichkeiten bio- und
gentechnischer Verfahren genutzt werden, um Erträge
zu steigern, den Anbau zu effektivieren und die
Nachhaltigkeit zu verbessern. Dazu könnten etwa neue, gv-Weizensorten beitragen, die weniger Wasser und
Düngemittel benötigen, widerstandsfähiger sind gegen
Krankheiten und Schädlinge sowie eine verbesserte
Produkt- und Verarbeitungsqualität besitzen.
Vor fünf Jahren hatte
Monsanto die Pläne zur Markteinführung von
gentechnisch verändertem herbizidtolerantem Weizen
aufgegeben, da viele Farmer um den Weizenexport nach
Europa und Asien fürchteten. "An
herbizidresistentem Roundup-Weizen haben
unsere Farmer weiterhin kein Interesse," sagte ein
NABW-Sprecher. Aber sie verlangten nach erhöhten
Erträgen und Sorten, die Hitze, Trockenheit und
Kälte besser vertragen. "Unsere Umfrage ist ein
starkes Signal, dass die Farmer bereit sind,
gentechnisch veränderten Weizen anzupflanzen."
Solche gv-Weizensorten sind
jedoch noch längst nicht marktreif. Ein Sprecher des
Schweizer Agro-Konzerns Syngenta sagte, gv-Weizen
habe innerhalb des Unternehmens nicht die höchste
Priorität. "Wir gehen davon aus, dass es bei
gv-Weizen weiterhin an der Akzeptanz der Verbraucher
mangelt." In zehn Jahren werde man jedoch beginnen,
die Vorteile von gv-Weizen zu erkennen.
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