Baden-Württemberg 2008
Gentechnik-Spuren in vielen sojahaltigen
Lebensmitteln. Kaum Verstöße gegen Kennzeichnung
(04.03.2009) Als erstes
Bundesland hat Baden-Württemberg die Ergebnisse der
Lebensmittelüberwachung für das Jahr 2008
veröffentlicht. Nur vereinzelt
wurden Produkte gefunden, die gegen die
Gentechnik-Kennzeichnung verstießen: Ein Maischips-Erzeugnis
philippinischer Herkunft und das Sojalecithin eines
deutschen Süßwarenherstellers überschritten den
Schwellenwert von 0,9 Prozent. In
jedem dritten sojahaltigen Lebensmittel waren aber
sehr geringe Spuren von gentechnisch veränderten
Pflanzen nachweisbar.
Im Jahr 2008 fanden die
Mitarbeiter des Chemischen und
Veterinäruntersuchungsamts (CVUA) Freiburg in 33
Prozent der untersuchten Soja-Lebensmittel (57 von 172)
Spuren gentechnisch veränderter (gv) Pflanzen. Damit ist der Anteil der GVO-positiven
Sojaproben im Vergleich zum Vorjahr etwas gesunken (2007: 39
Prozent). In einem Großteil der positiven Proben waren aber nur Spuren
von weniger als 0,1 Prozent nachweisbar.
Bei dem Sojalecithin
eines deutschen Herstellers von Schokoladenprodukten lagen die
GVO-Anteile deutlich über dem Grenzwert von 0,9 Prozent. Alle
Produkte, die mit diesem
Lecithin hergestellt worden sind, hätten damit gekennzeichnet werden
müssen. Der deutsche Betrieb hatte das Lecithin von einem weltweit tätigen Unternehmen bezogen
und sich auf das beigefügte Untersuchungszertifikat
verlassen, das die Verwendung konventioneller
Sojabohnen bescheinigte.
Vergleicht man die einzelnen
Produkte, ist in Tofu auffällig selten gentechnisch
verändertes Soja zu finden. In nur 3 von 43 Proben
waren sehr geringe Spuren von weniger als 0,05
Prozent nachweisbar. In
Produkten mit Sojaprotein wie beispielsweise Sportlernahrung wurde
hingegen häufig fremde Erbsubstanz entdeckt.
Maishaltige Lebensmittel sind
weitgehend "gentechnikfrei". In gerade
vier Prozent der untersuchten Proben (7 von 183)
ließen sich Spuren von gv-Mais von weniger als 0,05
Prozent nachweisen. Die einzige Ausnahme war ein
Importprodukt: Die Maischips philippinischer
Herkunft überschritten deutlich den gesetzlich
festgelegten Kennzeichnungsschwellenwert.
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