Anbauverbot für gentechnisch veränderten Mais
MON810:
Monsanto klagt
(22.04.2009) Der
US-Agrokonzern Monsanto klagt gegen das von der
Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner verhängte
Anbauverbot für den Gentechnik-Mais MON810. Offenbar
will die CSU nun auch Anbauversuche mit gentechnisch
veränderten Kartoffeln verbieten.
Wie ein Monsanto-Sprecher
erklärte, habe das Unternehmen bereits Klage vor dem
Verwaltungsgericht Braunschweig eingereicht. Das
Unternehmen erwartet eine Entscheidung bis Mitte
Mai. Zu diesem Zeitpunkt ist eine Maisaussaat noch
möglich. "Wir sind davon überzeugt, dass die
Begründungen, die zur Entscheidung von Ministerin
Aigner geführt haben, nicht geeignet sind, die
Sicherheit des Produktes in Zweifel zu ziehen," so
das Unternehmen in einer Erklärung.
Unterdessen nimmt offenbar
aus der CSU der politische Druck auf Aigner zu,
weitere Verbote von gentechnisch veränderten
Pflanzen auszusprechen. Wie die Nachrichtenagentur
AFP meldet, fordert der bayerische
Ministerpräsident Horst Seehofer, den Anbau der von
BASF entwickelten Amflora-Kartoffel zu
untersagen. Diese Kartoffel mit einer veränderten
Stärkezusammensetzung liefert ausschließlich
Industriestärke. Bisher ist ihr Anbau in der EU
nicht erlaubt. Nach einer erneuten
Sicherheitsbewertung durch die Europäische Behörde
für Lebensmittelsicherheit (EFSA) müssen demnächst
die EU-Mitgliedstaaten über eine Zulassung
abstimmen.
In den letzten Jahren wurden
großflächige Anbauversuche mit Amflora in
mehreren Bundesländern durchgeführt. Diese waren
nach den Vorschriften des Gentechnik-Gesetzes
genehmigt worden. In diesem Jahr hat die BASF
Versuche auf einer Fläche von 40 Hektar in
Mecklenburg Vorpommern beantragt. Unklar ist, auf
welcher Rechtsgrundlage ein von Seehofer gefordertes
Verbot ausgesprochen werden könnte. Aigner soll
bereits zu erkennen gegeben haben, dass ein Verbot
von Amflora rechtlich weitaus schwieriger sei als bei
MON810-Mais.
Auf Initiative von
Bundesforschungsministerin Annette Schavan wird am
20. Mai in Berlin ein Runder Tisch zum Thema Grüne
Gentechnik stattfinden. "Dabei sollen alle Akteure
versammelt sein, darunter Verbände, Unternehmen,
Wissenschaft, Nichtregierungsorganisationen und
Kirchen", sagte die Ministerin bei einem Besuch des
Deutschen Bauernverbandes. Der Runde Tisch
werde der Auftakt für einen Dialogprozess, der lange
dauern könne. Schavan machte deutlich: "Es geht bei
Zukunftstechnologien wie der Grünen Gentechnik nicht
nur um forschungspolitische Fragen, sondern um eine
Wertedebatte mit weit reichenden Folgen. Diese
Debatte werde ich auch führen."
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