Gentechnisch veränderter Leinsamen: Produkte
werden aus dem Handel genommen
(01.10.2009) Die Europäische
Kommission hat die Mitgliedsstaaten aufgerufen,
Lebensmittel mit gentechnisch verändertem Leinsamen
aus dem Handel zu nehmen. Der Flachs stammt aus
Kanada und ist in der EU nicht zugelassen. Im
September sind insgesamt acht Meldungen über
gentechnisch veränderten Leinsamen beim europäischen
Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel (RASFF)
eingegangen. Die erste Warnung kam aus Deutschland.
Die kanadischen Behörden
haben die Lieferungen von Leinsaat in die
Europäische Union vorläufig gestoppt. Zudem wurden
Lagerbestände für den europäischen Markt gesperrt,
informiert das der kanadische Flax Council. Nach
Angaben der europäischen Kontrolllabore handelt es
sich um den herbizidresistenten gv-Flachs CDC
Triffid. Derzeit wird in Kanada ein Test
entwickelt, der garantieren soll, dass in Zukunft
nur gentechnikfreie Leinsaat ausgeführt wird.
Bereits 1996 wurde CDC Triffid-Flachs für den Anbau sowie als Lebens- und
Futtermittel zugelassen. Zuvor hatte die kanadische
Behörde für Lebensmittelsicherheit den gv-Flachs und
seine Produkte geprüft und als sicher eingestuft.
Mit Rücksicht auf die Exportmärkte vor allem in
Europa wurde der gv-Flachs weder in Kanada noch in
den USA angebaut. In Kanada wurde die
Sortenzulassung 2001 wieder zurückgezogen. Seitdem
ist der Anbau von CDC Triffid-Flachs verboten. Wie
die Beimischungen von gv-Flachs in die
Leinsamenprodukte gelangen konnten, ist noch nicht
bekannt und wird derzeit von der Kanadischen
Getreidekommission geprüft.
In Deutschland ist der
gentechnisch veränderte (gv) Leinsamen bislang in
mindestens sieben Bundesländern nachgewiesen worden.
Über ein hessisches Unternehmen waren mit gv-Leinsamen verunreinigte Backmischungen in
fünfzehn Bundesländer und ins Ausland gelangt.
Leinsamen ist beispielsweise in Backwaren und Müsli
enthalten. Durch den Verzehr von Produkten mit
geringen Spuren von gentechnisch verändertem
Leinsamen besteht für die Gesundheit keine Gefahr.
Da Leinsamen aus gv-Flachs in Europa aber nicht
zugelassen ist, sind auch Produkte mit minimalen
Spuren nicht verkehrsfähig.
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