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Maiszünsler: Schädling breitet sich weiter nach Norden aus

(16.10.2009) Der Maiszünsler, der bedeutendste Maisschädling in Deutschland, breitet sich weiter nach Norden aus. Einzelne Landwirte beklagen in diesem Jahr drastische Ertragseinbußen. Der Anbau von gentechnisch verändertem Bt-Mais mit einer Resistenz gegen den Schädling war 2009 in Deutschland verboten.

Die seit Jahren anhaltende Ausbreitung des MaiszünslersMaiszünslers nach Norden hat sich auch 2009 fortgesetzt. Das zeigen erste Daten aus der Befallserhebung in diesem Jahr.

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Die Verbreitung des Maiszünslers 2009.
(Nicht-amtliche Karte; Grafik: transgen/i-bio)

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Schäden durch Maiszünsler auf einem Feld in Unterfranken, September 2009.

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Spuren des Maiszünslers: Maiskolben mit Bohrloch und Pilzbefall

In Nordrhein-Westfalen ist der Zünsler weiter nach Nordwesten vorgerückt und führt nun im Kreis Warendorf, südlich und südwestlich von Münster zu nennenswertem Befall. Neue Befallsgebiete haben sich im Osten Westfalens bei Warburg und ganz im Westen bei Emmerich entwickelt.

In Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern sind die Erhebungen der Pflanzenschutzämter noch nicht abschließend ausgewertet. Vermutlich haben sich auch hier die Verbreitungsgrenzen verschoben. Nur Schleswig-Holstein bleibt weiterhin vom Maiszünsler verschont.

Innerhalb des Verbreitungsgebietes des Maiszünslers ist die Befallsstärke sehr unterschiedlich. In einigen Gebieten Unterfrankens traten 2009 erstmals seit drei Jahren wieder starke Schäden durch den Maiszünsler auf.

Obwohl die Landwirte dort die Fruchtfolge einhalten und eine angemessene Technik zur Bodenbearbeitung (Mulchen) einsetzen, konnte sich in diesem Jahr der Falter gut entwickeln. Auf einzelnen Feldern liegen die Ertragseinbußen zwischen 50 und 60 Prozent. Als Folge der Fraßschäden am Mais ist der Befall mit Pilzen und die Belastung mit Pilzgiften (MykotoxineMykotoxine) im Futtermais sehr hoch. Dadurch kommt es zu Problemen bei der Fütterung und zu gesundheitlichen Belastungen der Tiere.

Im Südwesten Deutschlands, südlich des Kaiserstuhls breitet sich seit 2006 eine Variante des Maiszünslers aus, die zwei Generationen im Jahr hervorbringt. Die Larven der zweiten Generation fressen hauptsächlich an den Kolben. Etwa 8000 Hektar sind bereits von dieser Rasse befallen.

Eine Bekämpfung mit chemischen Pflanzenschutzmitteln ist schwierig, da die Falter nur in einer kurzen Zeitspanne vor und während der Eiablage erreichbar sind. Nach dem Schlupf fressen sich die Larven in den Stängel der Maispflanze und sind dort vor Fraßfeinden wie vor Insektiziden geschützt. Bei der Zwei-Generationen-Rasse sind zwei Bekämpfungstermine notwendig. Im August, wenn die zweite Generation der Falter fliegt, ist der Mais nahezu ausgewachsen. Eine Befahrung des Feldes ist dann kaum noch möglich.

2009 war der Einsatz von Bt-Mais (MON810) in Deutschland verboten. Dieser Mais bildet einen Wirkstoff (Bt‑ProteinBt‑Protein), der auch in biologischen Pflanzenschutzmitteln vorhanden ist und mit dem sich die Pflanzen gegen den Maiszünsler schützen. 2008 betrug die Anbaufläche für Bt-Mais in Deutschland gut 3100 Hektar. Derzeit ist unklar, ob 2010 wieder Bt-Mais angebaut werden darf.

Mehr bei TransGen:

 

Der Zünsler im Maisfeld. "Der Schädlingsbefall ist nicht zu bändigen." Landwirt Reinhard Dennerlein auf seinem Maisfeld in Unterfranken (2009).
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