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EU-Kommission: Rasche Zulassung für drei gentechnisch veränderte Maislinien

(19.10.2009) Die EU-Kommission will die Einfuhr von Lebens- und Futtermitteln aus den drei gentechnisch veränderten Maislinien MON88017, MON89034 und 59122xNK603 rasch zulassen. Wie üblich ergab sich auf der heutigen Sitzung des EU-Agrarministerrats in Luxemburg keine qualifizierte Mehrheit für oder gegen eine Zulassung. Deutschland enthielt sich der Stimme.

Nachdem die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) die wissenschaftlichen Sicherheitsbewertungen der drei gv-Maislinien abgeschlossen hatte und auch alle anderen Zulassungsvoraussetzungen erfüllt waren, hatte die EU-Kommission gemäß den geltenden Rechtsvorschriften einen Entscheidungsvorschlag vorgelegt, die Einfuhr von Lebens- und Futtermitteln aus den drei Maislinien zu genehmigen.

Wie üblich fand sich bei den Abstimmungen im "Ständigen Ausschuss" und im Ministerrat nicht die für eine Entscheidung erforderliche qualifizierte Mehrheit der Mitgliedsstaaten. Nun muss die EU-Kommission die Zulassung vollziehen. Sie ist dabei im Regelfall an die Ergebnisse der EFSA-Bewertung gebunden.

"Ich bedaure sehr, dass die Agrarminister nicht die Konsequenzen ihrer Entscheidung verstanden haben, " sagte die EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel vor Journalisten. "Ich hoffe, dass nun die Kommission so schnell wie möglich entscheidet, denn die Zeit drängt."

Fischer Boel spielte dabei auf die Nulltoleranzpolitik der EU bei Beimischungen von nicht zugelassenen gv-Pflanzen in Agrarimporten an. Ein solcher Nachweis führt derzeit unabhängig vom gemessenen Anteil zu einem Einfuhrverbot der jeweiligen Lieferung. So wurden in den letzten Monaten mehrfach Sojaimporte aus den USA an den EU-Grenzen zurückgewiesen, da in ihnen Spuren von dem bisher in der EU nicht zugelassenem gv-Mais MON88017 gefunden wurden. Futtermittelimporteure und Bauernverbände hatten deswegen gewarnt, es könne zu Engpässen bei der Versorgung mit Futtermitteln und damit zu einer Verteuerung kommen.

Auch die drei vor der EU-Zulassungen stehenden gentechnisch veränderten Maislinien sind in den USA zugelassen und werden dort angebaut. Geringfügige Bemischungen in anderen Agrarprodukten sind technisch nicht vollständig vermeidbar.

Wären die drei Maislinien in der EU als Lebens- und Futtermittel zugelassen, könnten Sojaimporte auch dann in die EU, wenn sie "zufällige, technisch unvermeidbare" Beimischungen aus diesen gv-Maislinien enthalten. Bleiben diese unterhalb des Schwellenwerts vom 0,9 Prozent, ist keine Kennzeichnung erforderlich.

Bei den drei gv-Maislinien, deren EU-Zulassung als Lebens- und Futtermittel in Kürze zu erwarten ist, handelt es sich um einen von Monsanto entwickelten herbizid- und insektenresistenten Mais (MON88017), der ein Bt‑ProteinBt‑Protein gegen den MaiswurzelbohrerMaiswurzelbohrer bildet sowie einen Mais von Pioneer mit ähnlichen Merkmalen (59122xNK603). Der dritte gv-Mais (MON89034) produziert eine Variante des Bt-Proteins, die gegen weitere Maisschädlinge gerichtet ist.

Mehr bei TransGen:

Mehr im Web:

 

Dr. Stefan Rauschen von der RWTH Aachen, zu den Ergebnissen der Sicherheitsforschung mit einem gentechnisch veränderten Mais, der gegen den Maiswurzelbohrer resistent ist.
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