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Japan: Blaue Rose durch Gentechnik

(04.11.2009) Seit Anfang November ist in Japan die weltweit erste blaue Rose auf dem Markt. Mit Hilfe der Gentechnik wurde die Rose so verändert, dass sie eine blaue Blütenfarbe bilden kann. Vor allem in Asien wird mit einer starken Nachfrage gerechnet.

Eine blaue Rose gilt als Mythos der Blumenzüchtung. Trotz intensiver Bemühungen ist es seit Jahrhunderten nicht gelungen, auf konventionellem Wege eine blaue Rose zu züchten. In Rosengewächsen fehlt ein Stoffwechselweg, der zu einer blauen Blütenfarbe führen könnte. Erst mit gentechnischen Verfahren wurde es möglich, das "natürliche" Farbspektrum von Rosen zu erweitern.

Die neue blaue Rose mit dem Markennamen Applause wurde von dem australischen Blumenzüchtungs-Unternehmen Florigene entwickelt, einer Tochter des japanischen Misch- und Biotechnologie-Konzerns Suntory. Doch auch mit gentechnischen Verfahren ist eine blaue Rose kein einfaches Ziel.


Applause - die erste blaue Rose. Was mit konventioneller Züchtung nicht erreicht wurde, ist nun mit Hilfe der Gentechnik gelungen.
Foto: Suntory

Zunächst mussten vorhandene Stoffwechselwege für die roten und orangenen Pigmente ausgeschaltet werden. Dazu wurden die jeweiligen Schlüsselgene blockiert (Gene 
							SilencingGene  Silencing). 

Anschließend führten die Wissenschaftler ein spezielles Stiefmütterchen-Gen ein, mit dem sie in der Rose einen neuen, für die Bildung eines blauen Pigments geeigneten Stoffwechselweg einrichteten. Die blaue Blütenfarbe selbst geht auf ein Gen aus einer Iris zurück, das ebenfalls in die Rose übertragen wurde.

Insgesamt dauerte die Entwicklung der blauen Rose knapp zwanzig Jahre.

Eine einzelne Applause-Rose soll in Japan 2000-3000 Yen kosten, etwa 15 bis 20 Euro. Trotz des hohen Preises wird vor allem in Asien eine große Nachfrage erwartet. Nach einem traditionellen chinesischen Märchen gelten blaue Rosen dort als Symbol für erfüllte Liebe. Schon heute werden zu Anlässen wie Hochzeiten und Hochzeitstage häufig blau eingefärbte weiße Rosen verschenkt.

Um in Europa vermarktet werden zu können, muss die gentechnisch veränderte Applause-Rose nach den Gentechnik-Rechtsvorschriften zugelassen werden. Bisher ist bei den zuständigen Behörden kein entsprechender Antrag eingegangen. Gentechnisch veränderte Nelken, die länger haltbar sind oder eine durch ein Petunien-Gen vermittelte blaue Blütenfarbe besitzen, sind in Europa seit einigen Jahren zugelassen. Auch sie wurden von Florigene entwickelt.

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