EU-Zulassung von Gentechnik-Mais: Deutschland
stimmt erstmals zu
(20. 11.2009) In Kürze wird
die EU-Kommission Futter- und Lebensmittel aus
gentechnisch verändertem Mais MIR604 zulassen. Bei
der heutigen Abstimmung im EU-Agar-Ministerrat
stimmte Deutschland dem Zulassungsvorschlag der
EU-Kommission zu. Bei ähnlichen Anlässen hatte sich
Deutschland bisher enthalten.
Trotz der Zustimmung
Deutschlands ändert sich an der politischen Blockade
der Mitgliedsländer nichts: Der Vorschlag der
EU-Kommission, den Import von MIR604-Mais
zuzulassen, erreichte nicht die im derzeitigen
EU-Vertrag festgelegte qualifizierte Mehrheit. Wie
in ähnlichen Verfahren zuvor wird die Kommission auf
Basis der wissenschaftlichen Begutachtung durch die
Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit
(EFSA) in Kürze die Zulassung für MIR604-Mais
erteilen.
Vor der heutigen Sitzung der
Agrarminister in Brüssel sagte
Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU),
Deutschland werde "entsprechend der
Koalitionsvereinbarung nun zustimmen". Sie verwies
darauf, dass MIR604-Mais von der EFSA als
"unbedenklich" bewertet wurde und der Anbau in
Europa auch nach der Import-Zulassung nicht erlaubt
sei.
Der gv-Mais MIR604, dessen
Einfuhr in die EU in Kürze genehmigt werden dürfte,
wurde von dem Agro-Biotechunternehmen Syngenta
entwickelt. MIR604-Mais produziert ein gegen den
Maiswurzelbohrer wirksames
Bt‑Protein. Sein Anbau ist
seit 2007 in USA, Kanada und Japan erlaubt.
Wie von mehreren anderen
gv-Maislinien waren in den letzten Monaten auch
Spuren von MIR604-Mais in Agrarimporten aus den USA
gefunden worden. Ohne EU-Zulassung der betreffenden
gv-Maislinien dürfen diese Lieferungen nicht in die
EU eingeführt werden. Die Futtermittelwirtschaft
hatte deswegen wiederholt vor Engpässen gewarnt.
Sollte MIR604-Mais in den nächsten Wochen zugelassen
werden, sind "zufällige" Beimischungen in Futter-
und Lebensmitteln erlaubt.
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