China gibt grünes Licht für den Anbau von
gentechnisch verändertem Reis und Mais
(28.11.2009) China wird in
wenigen Jahren mit dem großflächigen Anbau
gentechnisch veränderter Pflanzen beginnen. Das
Komitee für biologische Sicherheit beim chinesischen
Landwirtschaftsministerium hat den Anbau von
gentechnisch verändertem Reis und Mais freigegeben,
meldet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung
auf zwei an der Entscheidung beteiligte
Wissenschaftler. Beide Pflanzen wurden von
chinesischen Forschungseinrichtungen entwickelt.
Der gv-Reis verfügt über eine
Resistenz gegen Schadinsekten ( Bt‑Reis).
Bei Anbauversuchen vor einigen Jahren hatte sich
gezeigt, dass Bt-Reis deutlich weniger Insektizide
benötigt als derzeit im herkömmlichen Anbau üblich.
Die chinesische Regierung hatte jedoch die
Entscheidung über die Zulassung immer wieder
verschoben. Man befürchtete, dass Bt-Reis den Export
nach Europa und in andere Regionen gefährden könnte.
Wiederholt wurden in Reisprodukten aus China bei
Kontrollen in Europa geringe Spuren des dort nicht
zugelassenen Bt-Reises gefunden.
"Wir erwarten, dass mit der
Zulassung von Bt-Reis in China es nun für andere
Länder erheblich einfacher geworden ist, einen
ähnlichen Weg einzuschlagen", sagte Robert Zeigler,
Generaldirektor des Internationalen
Reis-Forschungsinstituts auf den Philippinen
gegenüber Reuters. Das Institut arbeitet an mehreren
gentechnisch veränderten Reislinien, die vor allem
für Kleinbauern gedacht sind.
Zuvor hatten die chinesischen
Behörden auch den Anbau eines von staatlichen
Forschungsinstituten entwickelten gv-Maises
genehmigt, der infolge eines eingeführten Gens das
Enzym Phytase bildet. Dadurch können Schweine und
Geflügel den im Maisfutter enthaltenen
Phosphoranteil verwerten. Zugleich sinkt die
Umweltbelastung, da Gülle und Stalldung weniger mit
Phosphaten belastet sind.
Mit den Zulassungen
unterstreicht die chinesische Regierung erneut, dass
sie auf die Grüne Gentechnik setzt, um die
Bevölkerung trotz der knapper werdenden Ressourcen
Land und Wasser aus eigener Kraft zu ernähren. China
will bis 2020 die nationale Getreideproduktion
jährlich um acht Prozent zu steigern. Die Regierung
hat ein mit zwei Milliarden Euro ausgestattetes
Forschungsprogramm aufgelegt, um mit gentechnischen
Verfahren Reis-, Mais und Weizenlinien mit neuen
Eigenschaften zu entwickeln.
Es wird damit gerechnet, dass
ein großflächiger Anbau von Bt-Reis und Phytase-Mais
in zwei bis drei Jahren beginnt.
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