Anbau von Gentechnik-Alfalfa in den USA: Grünes
Licht nach Umweltprüfung
(21. 01.2010) Die
US-amerikanische Landwirtschaftsbehörde (USDA) will
den Anbau gentechnisch veränderter Alfalfa (Luzerne)
erneut freigeben. Diese Empfehlung leitet sich aus
einer gerade abgeschlossenen
Umweltverträglichkeitsprüfung ab. Vorangegangen
waren jahrelange gerichtliche Auseinandersetzungen.
Die 2005 erteilte
Anbau-Zulassung von herbizidresistenter gv-Alfalfa
war 2007 aufgehoben worden, nachdem ein Gericht in
Kalifornien eine gründliche
Umweltverträglichkeitsprüfung angeordnet hatten.
Verschiedene Umwelt- und Verbrauchergruppen hatten
gegen die Zulassung geklagt. Sie warfen der Behörde
vor, mögliche Umweltschäden, etwa durch Kreuzung mit
konventionellen Pflanzen oder Wildverwandten sowie
die Ausbreitung von resistenten Unkräutern, nicht
ausreichend geprüft zu haben.
Die vom
Agrobiotech-Unternehmen Monsanto entwickelte
gv-Alfalfa verfügt über eine Resistenz gegen
Herbizide mit dem Wirkstoff Glyphosat (RoundupReady).
Auf Anordnung des Gerichts
war der Anbau von gv-Alfalfa seit 2007 starken
Beschränkungen unterworfen: So mussten die
vorgesehenen Flächen von der Landwirtschaftsbehörde
genehmigt werden. Für Transport, Lagerung und
Kennzeichnung der Ernte gab es besondere Auflagen.
Gegen diese Bestimmungen hat Monsanto vor dem
Obersten Gerichtshof Klage eingelegt, die im Laufe
des Jahres verhandelt werden soll.
Inzwischen hat die USDA die
vom Gericht eingeforderte
Umweltverträglichkeitsprüfung abgeschlossen. Der
1500 Seiten umfassende Bericht wurde kurz vor
Weihnachten veröffentlicht. Bis zum 16. Februar kann
die Öffentlichkeit Einwände vorbringen. Der Bericht
kommt zu dem Ergebnis, dass Umweltschäden, etwa
Probleme durch neue oder verstärkt auftretende
Unkräuter "unwahrscheinlich" seien. Die USDA
empfiehlt, den Anbau von gv-Alfalfa ohne Auflagen
freizugeben.
In den USA ist Alfalfa oder
Luzerne die Nutzpflanze mit der viertgrößten Fläche.
Sie wird in fast allen Bundesstaaten auf insgesamt 9
Millionen Hektar als Futter für Milchkühe und
Mastrinder angebaut. Allerdings ist die Ernte oft
mit Wildpflanzen verunreinigt, was die Qualität des
Futters hinsichtlich Geschmack, Energie-, und
Nährstoffgehalt verringert. Mit den Unkräutern
gelangen Stoffe ins Futter, die für Nutztiere
gesundheitsschädlich sein können.
Das System aus
herbizidresistenter gv-Alfalfa und dem dazu
passenden Komplementärherbizid
soll eine wirksame Bekämpfung unerwünschter
Beikräuter ermöglichen. Wie alle Hülsenfrüchte kann
auch Alfalfa mit Hilfe von Bakterien den Stickstoff
aus der Luft aufnehmen. Eine Düngung ist daher nicht
erforderlich. 2006 wurde gv-Alfalfa in den USA auf
einer Fläche von 80-100.000 Hektar angebaut.
Auch um gv-Zuckerrüben, die
seit 2005 in den USA zugelassen sind und 2009 auf
450.000 Hektar ausgebracht wurden, werden inzwischen
gerichtliche Auseinandersetzung geführt. Ähnlich wie
bei gv-Alfalfa hat ein Bündnis verschiedener
Umweltgruppen Klage vor dem obersten Gerichtshof
eingereicht. Sie wollen die Landwirtschaftsbehörde
zwingen, auch für herbizidresistente Zuckerrüben
eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchzuführen.
Eine Entscheidung dürfte erst im Laufe des Jahres
fallen.
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