Gentechnik: Amflora-Kartoffeln ausgepflanzt
(20.04.2010) Auf einem
15-Hektar-Feld in Zepkow (Müritzkreis,
Mecklenburg-Vorpommern) sind gestern
gentechnisch veränderte Amflora-Kartoffeln
ausgepflanzt worden. Gentechnik-Gegner fordern
Landwirtschaftsministerin Aigner (CSU) auf, den
Anbau der Kartoffel in Deutschland zu verbieten.
Nachdem die EU-Kommission
Anfang März die Anbau-Zulassung für die
Industriestärkekartoffel Amflora erteilt
hatte, ist das Feld in Zepkow die einzige Fläche in
Deutschland, auf der 2010 gentechnisch veränderte
Pflanzen angebaut werden.
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Amflora-Kartoffeln: Auspflanzung auf
dem Feld in Zepkow am 19.April 2010
Foto: BASF |
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Auch Gentechnik-Gegner
konzentrieren ihre Proteste auf das Amflora-Feld.
Nachdem Greenpeace-Aktivisten auf dem Hof des
Anbaubetriebes einen Speicher mit Pflanzkartoffeln
blockiert hatten, wurde unter Polizeischutz
ausgepflanzt. Wie eine Sprecherin von BASF Plant
Science erklärte, wird das Feld nun durch
Wachschutz gesichert. |
Umweltverbände und die
Oppositionsparteien forderten
Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) auf, wie
zuvor Österreich die EU-Zulassung auszusetzen und
den Anbau von Amflora in Deutschland zu
verbieten. Deutschland hatte jedoch im
EU-Ministerrat der Anbau-Zulassung zugestimmt.
Aigner verweist auf der Internetplattform ihres
Ministerium darauf, dass es nach den Gutachten der
zuständigen Behörden "keine Sicherheitsbedenken
gebe".
Auch Till Backhaus (SPD),
Landwirtschaftsminister in Mecklenburg-Vorpommerns,
lehnt den Anbau von Amflora ab. In einem
Schreiben an Aigner führt er als Begründung an, dass
es keine konkreten Anbauregeln gebe. Die von der
EU-Kommission erlassenen Regeln seien "zu unscharf"
und für "eine Überwachung des Anbaus nicht
brauchbar".
Im Zulassungsbeschluss hatte
die EU-Kommission festgelegt, dass auf einem
Amflora-Feld im Folgejahr keine konventionellen
Kartoffeln angebaut werden dürfen. Außerdem müssen
die Amflora-Flächen auf verbliebene
Kartoffeln aus dem Vorjahr (Durchwuchs) kontrolliert
werden. BASF ist verpflichtet, Amflora nur an
bestimmte Erzeuger abzugeben, die sich vertraglich
verpflichten müssen, von der Lagerung der
Pflanzkartoffel bis zur Verarbeitung im
Stärkebetrieb die Amflora-Erzeugung räumlich
vom übrigen Kartoffelanbau zu trennen.
In Deutschland ist zudem seit
2008 eine Verordnung in Kraft, in der allgemeine
Regeln festgelegt sind, um eine "Koexistenz" des von
landwirtschaftlichen Systemen "mit" und "ohne
Gentechnik" zu gewährleisten. Für Mais gelten
inzwischen weitere spezielle Regeln, für Kartoffeln
gibt es diese kulturartenspezifischen Vorschriften
noch nicht.
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