USA: Gericht lockert Anbauverbot von
gentechnisch veränderter Alfalfa
(22.06.2010) Der Oberste
Gerichtshof der USA hat das Anbauverbot für
gentechnisch veränderte Alfalfa (Luzerne) teilweise
aufgehoben. Die amerikanische Landwirtschaftsbehörde
USDA rechnet mit einer völligen Freigabe des Anbaus
innerhalb des nächsten Jahres.
Der Oberste Gerichtshof
entschied mit einer Mehrheit von 7:1 Stimmen, das
2007 von einem kalifornischen Gericht verhängte
Anbauverbot sei unverhältnismäßig. Richter Charles
Breyer habe seine Entscheidungskompetenz
überschritten, als er den Anbau von gv-Alfalfa mit der
Begründung untersagte, von den Behörden sei keine
umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung
durchgeführt worden.
Nach dem Urteil des Obersten
Gerichtshofs kann die USDA nun den Anbau von
gv-Alfalfa unter kontrollierten Bedingungen
erlauben. Eine vollständige Freigabe ist jedoch
weiterhin erst nach Abschluss der
Umweltverträglichkeitsprüfung möglich.
Einen umfangreichen
Ergebnisbericht über diese Prüfung hatte die USDA
bereits Ende 2009 veröffentlicht. Nun müssen noch
andere Behörden Stellungnahmen abgeben. Nach der
Entscheidung durch den Obersten Gerichtshof stellte
die USDA eine "Deregulierung" von gv-Alfalfa
innerhalb eines Jahres in Aussicht.
Die vom
Agrobiotech-Unternehmen Monsanto entwickelte
gv-Alfalfa verfügt über eine Resistenz gegen
Herbizide mit dem Wirkstoff Glyphosat (RoundupReady).
In den USA ist Alfalfa oder
Luzerne die Nutzpflanze mit der viertgrößten Fläche.
Sie wird in fast allen Bundesstaaten auf über 9
Millionen Hektar als Futter für Milchkühe und
Mastrinder angebaut. Allerdings ist die Ernte oft
mit Wildpflanzen verunreinigt, was die Qualität des
Futters hinsichtlich Geschmack, Energie-, und
Nährstoffgehalt verringert. Mit den Unkräutern
gelangen Stoffe ins Futter, die für Nutztiere
gesundheitsschädlich sein können.
Das System aus
herbizidresistenter gv-Alfalfa und dem dazu
passenden Komplementärherbizid
soll eine wirksame Bekämpfung unerwünschter
Beikräuter ermöglichen. Wie alle Hülsenfrüchte kann
auch Alfalfa mit Hilfe von Bakterien den Stickstoff
aus der Luft aufnehmen. Eine Düngung ist daher nicht
erforderlich. 2006 wurde gv-Alfalfa in den USA auf
einer Fläche von 80-100.000 Hektar angebaut.
Monsanto wertete die
Entscheidung des Obersten Gerichts als "Erfolg" und
kündigte an, sich bei der USDA für einen begrenzten Anbau noch vor Abschluss der
Umweltverträglichkeitsprüfung einsetzen zu wollen.
Dem widersprachen die Anwälte der
Umweltorganisationen, die gegen die Freigabe von gv-Alfalfa geklagt hatten. Ein Verkauf des Saatguts
sei weiterhin verboten und kein Farmer könne
gv-Alflafa anbauen, erklärten sie vor der Presse.
Mehr bei TransGen:
Mehr im Web:
|