Gentechnik-Kennzeichnung: EU will keine
Ausweitung
(19.07.2010) Die
Kennzeichnung gentechnisch veränderter Lebensmittel
in Europa wird nicht geändert. Die Bundesregierung
ist mit ihrem Vorstoß, weitere Anwendungen der
Gentechnik unter die gesetzliche
Kennzeichnungspflicht zu stellen, in Brüssel
gescheitert.
"Wir haben versucht, in
Europa eine Positivkennzeichnung durchzusetzen,
leider ohne Erfolg", sagte Landwirtschafts- und
Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU)
gegenüber der Bild am Sonntag. "Das findet
weder bei der EU-Kommission, noch bei den anderen
Mitgliedsstaaten Unterstützung."
Damit werden die Lücken bei
der derzeit geltenden Gentechnik-Kennzeichnung
vorerst nicht geschlossen. Wie bisher führt die
Fütterung von Nutztieren mit gentechnisch
veränderten Pflanzen nicht dazu, dass die daraus
erzeugten Lebensmittel - etwa Milch, Fleisch oder
Eier - gekennzeichnet werden müssten. Auch
Zusatzstoffe, Vitamine oder Enzyme, die mit Hilfe
gentechnisch veränderter Mikroorganismen hergestellt
werden, bleiben von der Kennzeichnung ausgenommen.
Die Bundesregierung, aber
auch der Deutsche Bauernverband und führende
Vertreter aus der Lebensmittelwirtschaft hatten sich
zuletzt für eine Positivkennzeichnung stark gemacht.
Alle Produkte, bei deren Herstellung gentechnisch
veränderte Organismen verwendet werden, sollten
einen entsprechenden Hinweis auf dem Etikett tragen.
Nun wolle die Bundesregierung
auf freiwillige Lösungen wie das "ohne-Gentechnik"-Siegel
bauen, sagte Aigner.
Lebensmittelhersteller können
Milch, Fleisch oder Eier seit 2008 "ohne Gentechnik"
deklarieren, wenn die jeweiligen Tiere über einen
bestimmten Zeitraum keine Futtermittel aus
gv-Pflanzen erhalten haben. Damit sollen die
Konsumenten diesen Gesichtspunkt bei ihren
Kaufentscheidungen berücksichtigen können.
Nicht davon betroffen sind
Futtermittelzusätze wie Vitamine, Aminosäuren oder
Enzyme. Sie können bei "ohne-Gentechnik"-Produkten
auch dann verwendet werden, wenn sie mit
gentechnisch veränderten Mikroorganismen
hergestellten wurden.
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