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Nach Zerstörungsaktionen: "Gewaltfreier und transparenter Dialog" über gentechnisch veränderte Pflanzen

(12.07.2011) Radikale Gentechnik-Gegner haben mehrere Versuchsfelder mit gentechnisch veränderten Pflanzen in Groß-Lüsewitz (Mecklenburg-Vorpommern) und auf dem Gelände des Schaugartens Üplingen (Sachsen-Anhalt) zerstört. Die Täter hatten sich gewaltsam Zugang zu den eingezäunten Flächen verschafft und das Wachpersonal angegriffen. Unternehmen und Forschungseinrichtungen, die an den betroffenen Standorten Versuche durchführen, haben sich in einem Appell an Politik und Öffentlichkeit gewandt, sich "gemeinsam für einen gewaltfreien und transparenten Dialog" einzusetzen.

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Interesse im Ausland: Internationale Agrarwissenschaftler von der Universität Göttingen lassen sich im Schaugarten Üplingen neue Konzepte und Ziele in der Pflanzenforschung erklären. 

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Zerstört. Versuchsfeld mit gentechnisch veränderten Kartoffeln im Schaugarten Üplingen. Hier sollte überprüft werden, ob sich mit diesen Kartoffeln ein Rohstoff zur Herstellung von Bioplastik produzieren lässt.

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Zerstört. Parzellen mit verschiedenen gentechnisch veränderten Maislinien. Einige von ihnen produzieren Wirkstoffe gegen Schädlinge wie den Maiszünsler und den Maiswurzelbohrer, andere sind tolerant gegenüber Herbiziden.

Mehrere vermummte Täter sind in der Nacht zum 9. Juli gewaltsam auf das  Versuchsgelände in Groß-Lüsewitz in der Nähe von Rostock eingedrungen, zwei Tage später in den Schaugarten Üplingen. Die Wachmänner wurden überwältigt und festgehalten. In einem Fall waren die Angreifer mit Schlagstöcken und Pfefferspray bewaffnet, im anderen entwendeten sie dem Wachmann das Mobiltelefon, zerstachen seine Autoreifen und blendeten ihn mit Schweinwerfern.

In Groß-Lüsewitz und Üplingen wurden mehrere Versuchsparzellen mit gentechnisch veränderten Kartoffel- und Weizenpflanzen zerstört, in Üplingen zudem gv-Mais. Die zerstörten Kartoffeln produzieren einen Rohstoff (Cyanophycin), aus dem sich ein biologisch abbaubarer Kunststoff gewinnen lässt. Der gentechnisch veränderte Weizen ist gegen spezielle Pilzerkrankungen resistent.

Nach Angaben der Betreiber entstanden Sachschäden in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro. Ein Teil der betroffenen Versuche wurden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt.

Zwar waren in den letzten Jahren wiederholt Versuchsfelder mit gv-Pflanzen zerstört worden, doch so gewalttätig wie bei den aktuellen Aktionen sind radikale Gentechnik-Gegner bisher nicht vorgegangen. Die "Tageszeitung" (taz) sprach von einer "neuen Qualität von Gentech-Feldzerstörungen".

Nach den Angriffen auf die gut bewachten Versuchsflächen in Groß-Lüsewitz und Üplingen erscheint es fraglich, ob in Deutschland künftig noch Freilandversuche mit gv-Pflanzen durchgeführt werden können, zumal auch mehrere Landesregierungen - etwa Bayern oder Nordrhein-Westfalen - solche Versuche nicht mehr tolerieren wollen.

Forschungseinrichtungen und Unternehmen, die im Schaugarten Üplingen Versuche durchführen, wenden sich in einer Erklärung an Politik und Öffentlichkeit. Sie bitten um Unterstützung, sich gemeinsam für einen "gewaltfreien und transparenten Dialog und gegen sinnlose Gewalt und Zerstörung einzusetzen". Nur dann seien am Standort Üplingen auch in Zukunft noch Versuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen möglich. Der Schaugarten versteht sich als "Podium für den sachlichen Dialog über den Beitrag der Pflanzenbiotechnologie zu einer nachhaltigen Landwirtschaft".

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13. Juli 2011 [nach oben springen]

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