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Mehrere vermummte Täter sind
in der Nacht zum 9. Juli gewaltsam auf das
Versuchsgelände in Groß-Lüsewitz in der Nähe von
Rostock eingedrungen, zwei Tage später in den
Schaugarten Üplingen. Die Wachmänner wurden
überwältigt und festgehalten. In einem Fall waren
die Angreifer mit Schlagstöcken und Pfefferspray
bewaffnet, im anderen entwendeten sie dem Wachmann
das Mobiltelefon, zerstachen seine Autoreifen und
blendeten ihn mit Schweinwerfern.
In Groß-Lüsewitz und Üplingen
wurden mehrere Versuchsparzellen mit gentechnisch
veränderten Kartoffel- und Weizenpflanzen zerstört,
in Üplingen zudem gv-Mais. Die zerstörten Kartoffeln
produzieren einen Rohstoff (Cyanophycin), aus dem
sich ein biologisch abbaubarer Kunststoff gewinnen
lässt. Der gentechnisch veränderte Weizen ist gegen spezielle
Pilzerkrankungen resistent.
Nach Angaben der Betreiber
entstanden Sachschäden in Höhe von mehreren
Hunderttausend Euro. Ein Teil der betroffenen
Versuche wurden vom Bundesministerium für Bildung
und Forschung unterstützt.
Zwar waren in den letzten
Jahren wiederholt Versuchsfelder mit gv-Pflanzen
zerstört worden, doch so gewalttätig wie bei den
aktuellen Aktionen sind radikale Gentechnik-Gegner
bisher nicht vorgegangen. Die "Tageszeitung" (taz)
sprach von einer "neuen Qualität von
Gentech-Feldzerstörungen". |