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Die Kraut- und Knollenfäule
ist mit weltweiten Ernteverlusten von rund 20
Prozent die bedeutendste Kartoffelkrankheit. Sie
wird durch den pilzähnlichen Erreger Phytophthora infestans ausgelöst, der zuerst die
grünen Pflanzen, später auch die Knollen befällt und
sie ungenießbar macht. Die Kraut- und Knollenfäule
war Auslöser der großen Hungerkatastrophe in
Irland Mitte des 19. Jahrhunderts, als über mehrere
Jahre die Kartoffelernte ausfiel.
Heute ist die Kartoffelkrankheit in vielen Regionen
verbreitet, auch in Deutschland. Die Bekämpfung des
Erregers kostet die Landwirte viel Zeit und Geld. In der Regel
werden im Verlauf der
Vegetationsperiode mehrfach chemische
Pflanzenschutzmittel (Fungizide) gespritzt. Auch
für den ökologischen Landbau ist die Kraut- und
Knollenfäule ein Problem: Oft wird sie mit bodenbelastenden Kupferpräparaten bekämpft.
Zwar gibt es Kartoffelsorten, die mehr oder
weniger widerstandsfähig gegen den Phytophthora-Erreger
sind, doch bisher ist es nicht gelungen, eine
stabile, dauerhafte und auch bei starkem Befall
wirksame Resistenz zu züchten. Phytophthora
ist außerordentlich anpassungsfähig. Immer wieder
gelang es dem Erreger, auch widerstandsfähige Sorten
zu überwinden.
Schon vor vielen Jahren hatten niederländische
Pflanzenforscher in zwei
unscheinbaren südamerikanischen Wildkartoffeln Gene
entdeckt, die eine robuste Resistenz gegen den Phytophthora-Erreger
bewirken. Vergeblich haben die Züchter bisher
versucht, diese Resistenzgene zu nutzen: In
fünfzig Jahren ist es nicht gelungen, sie in Kultursorten mit guten Anbau- und
Produkteigenschaften einzukreuzen.
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