Anschlag auf Sicherheitsforschung mit
gentechnisch verändertem Weizen
(13.06.2008) Radikale
Gentechnik-Gegner sind auf ein Versuchsfeld mit
gentechnisch verändertem Weizen in Zürich-Affoltern
eingedrungen und haben große Teile davon zerstört. Der
Versuch war nach langen Diskussionen im Februar von
der zuständigen Schweizer Behörde genehmigt worden. Er
ist Teil eines nationalen Forschungsprogramms zu
"Nutzen und Risiken der Freisetzung gentechnisch
veränderter Pflanzen".
Am frühen Morgen des 13. Juni
drangen etwa 35 vermummte Personen auf das umfangreich gesicherte Versuchsfeld ein. Unter
Bedrohung der dort anwesenden Personen gelang es
ihnen, Teile der Versuchsanlage mit gentechnisch
verändertem Weizen zu zerstören. Die Täter konnten
entkommen. Derzeit ist noch nicht absehbar, ob der
Versuch fortgesetzt werden kann.
Auf dem Gelände sollte
gentechnisch veränderter Weizen mit einer Resistenz
gegen Mehltau-Pilzerkrankungen untersucht werden.
Mehrere Schweizer Forschungseinrichtungen hatten
ein Konsortium gebildet, um mögliche
Wechselwirkungen zwischen den neuartigen gv-Weizenpflanzen und ihrer Umwelt näher
zu
untersuchen, etwa Auswirkungen auf Bodenlebewesen,
andere Tiere oder Pflanzen. Einbezogen in die
Forschungen war auch die Frage nach Folgen möglicher
Auskreuzungen. Der Weizen-Versuch ist Teil des breit
und interdisziplinär angelegten Nationalen
Forschungsprogramms 59 zu "Nutzen und Risiken der
Freisetzung gentechnisch veränderter Pflanzen". Das
Programm soll auch Grundlagen dafür liefern, ob in
der Schweiz künftig wieder gv-Pflanzen
landwirtschaftlich genutzt werden dürfen. Nach einer
Volksabstimmung gilt dort ein fünfjähriges
Anbau-Moratorium.
Der Schweizer Nationalfonds
zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung
verurteilte die Zerstörungsaktion.
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