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Chinesische Regierung setzt verstärkt auf gentechnisch veränderte Pflanzen

(18.07.2008)  Das chinesische Kabinett unter Leitung von Premier Wen Jiabao gab Anfang Juli grünes Licht für ein Programm zur Entwicklung neuer ertragreicher, schädlingsresistenter gv-Pflanzen in Höhe von geschätzten 700 Millionen bis 1,5 Milliarden Dollar.

Vor dem Hintergrund knapper werdender landwirtschaftlicher Flächen und stetigen Bevölkerungswachstums sei die Entwicklung von GVOs von großer strategischer Bedeutung, um die Erträge zu steigern und die internationale Konkurrenzfähigkeit zu sichern.

Auch wenn bislang nur wenig Details bekannt sind, soll das neue Programm nach Einschätzung von Experten nun vor allem die kommerzielle Produktion von gentechnisch verändertem Reis und Mais beschleunigen. Ein erheblicher Anteil des Budgets soll dabei in die Sicherheitsforschung und die Entwicklung von Sicherheitsmaßnahmen fließen.

Angebaut werden in China bislang gentechnisch veränderter Paprika, Tomaten und Papaya. China ist zudem einer der weltweit größten Anbauer von gv-Baumwolle. Etwa 70 Prozent der in China angebauten Baumwolle ist gentechnisch verändert.

Nach vielen Jahren Forschung und Versuchsanbau sei das Programm ein politisches Signal für die Unterstützung von gv-Pflanzen, so Huang Dafang, Wissenschaftler der chinesischen Akademie der Agrarwissenschaften gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Das sensible Thema gv-Reis werde nun auf die Agenda zurückkommen. China ist weltweit führend in der Entwicklung von gv-Reis, hat aber die Kommerzialisierung bislang hinausgezögert, da es wiederholt in die Kritik geraten war. In europäischen Reisimporten waren Spuren von Bt63-Reis, der eine Resistenz gegen Schadinsekten besitzt, aufgetaucht. Da es den chinesischen Behörden nicht gelungen war, Bt63-freie Lieferungen zu garantieren, hatte die Europäische Union deshalb Anfang 2008 beschlossen, alle Reisimporte aus China auf GVO-Bestandteile überprüfen zu lassen.

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