Kennzeichnung:
Landliebe-Milch "ohne Gentechnik"
(05.10.2008) Als erster der
großen Molkereikonzerne versieht Campina Milchprodukte
seiner Marke Landliebe mit einem "ohne Gentechnik"-Etikett. Bisher wird die Möglichkeit
dieser neuen Kennzeichnung nur vereinzelt und vor
allem von regionalen Anbietern genutzt.
Wie die Campina-Zentrale in
Heilbronn mitteilte, dürfen Landwirte, die Milch für
die Premium-Marke Landliebe liefern, ausschließlich in Deutschland und Europa erzeugte
Futtermittel verwenden. Anstelle der aus Nord- und
Südamerika eingeführten Sojabohnen solle der
Eiweißbedarf mit heimischen Lupinen, Erbsen und
Ackerbohnen gedeckt werden. Durch den generellen
Verzicht auf Sojaimporte will Campina das "GVO-Risiko"
vermeiden, und so die Vorgaben der von der Großen
Koalition in Berlin beschlossenen "ohne
Gentechnik"-Kennzeichnung erfüllen.
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Landliebe-Milch: Erstes bundesweit
vertriebenes Produkt mit "ohne Gentechnik"-
Kennzeichnung.
Foto: Campina / Landliebe
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Bundeslandwirtschafts-minister Horst Seehofer
begrüßte die Ankündigung von Campina als einen
"wichtigen Schritt, dass nun auch die großen
Anbieter von dieser Kennzeichnungs-
möglichkeit Gebrauch machen." Die "ohne Gentechnik"-
Kennzeichung ermögliche es den Verbrauchern, sich
bewusst für oder gegen ein Produkt zu entscheiden.
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Seit Mai 2008 dürfen
Milchprodukte wie Milch, Butter oder Joghurt das
"ohne Gentechnk"-Siegel erhalten, wenn die Tiere
eine bestimmte Zeit keine Futtermittel aus
gv-Pflanzen erhalten haben. Futterzusätze wie
Vitamine, Aminosäuren oder Enzyme können bei so
deklarierten Produkten ohne Einschränkung verwendet
werden - auch dann, wenn sie mit gv-Mikroorganismen
hergestellt werden.
Trotz der herabgesenkten
Anforderung sind bisher nur vereinzelt
Lebensmittelprodukte mit einer "ohne
Gentechnik"-Kennzeichnung zu finden. Aus Sicht des
BLL, Spitzenverband der deutschen
Lebensmittelwirtschaft, findet die neue
Kennzeichnung "kaum Akzeptanz". Bei einer Konferenz
der SPD-Bundestagsfraktion am 19. September führte
ein Sprecher des BLL dieses auf das
"Glaubwürdigkeitsdefizit" der neuen Regelung zurück.
Der Verbraucher erwarte, dass Gentechnik bei der
Herstellung solcher Produkte keine Rolle gespielt
habe. Tatsächlich dürften solche Lebensmittel "trotz
entgegenstehender Verbrauchererwartung mit ein
bisschen Gentechnik hergestellt sein." Das führe
zwangsläufig zu einer Verbrauchertäuschung, welche
die Glaubwürdigkeit der mit dem "ohne
Gentechnik"-Hinweis werbenden Unternehmen
beschädigen könne.
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