| Fr 10.09.2010 | | | 09:02 Uhr |
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Anfangs war es Laborroutine. Um die Sicherheit eines neuen Typs gentechnisch veränderter Kartoffeln zu testen, machte Prof. Arpad Pusztai das, was in solchen Fällen üblich ist: Er verfütterte sie an Ratten. Seine Beobachtungen beunruhigten ihn und Pusztai wandte sich in einem Fernsehinterview an die britische Öffentlichkeit. Damit löste er eine Lawine aus. Im Frühjahr 1999 entfachte Pusztai eine breite Diskussion aus, die nicht nur innerhalb der Wissenschaft geführt wurde, sondern auch die breite Öffentlichkeit erfasste. Pusztai brachte die diffusen Zweifel an der Sicherheit gentechnisch veränderter Lebensmittel auf die große politische Bühne: Seine Fütterungsversuche gaben den letzten Anstoß, in der EU vorerst keine gv-Pflanzen mehr zu genehmigen. Der Auftrag. Lektin, ein Wirkstoff aus Schneeglöckchen, soll Kartoffeln widerstandsfähig gegen Schädlinge machen. Pusztai sollte untersuchen, ob diese Lektine für die menschliche Gesundheit unschädlich sind. Der Befund. Die mit GVO-Kartoffeln gefütterten Ratten seien weniger gesund als die übrigen Versuchstiere. Mit dieser Aussage alarmierte Pusztai die Öffentlichkeit. Doch was er tatsächlich gefunden hatte, blieb widersprüchlich. Der Streit. Pusztai brachte ein wissenschaftliches Thema auf die große öffentliche Bühne. Es gab vehemente Attacken seiner Kollegen, aber auch Wissenschaftler, die seine Besorgnis teilten. Zunächst ging es um Pusztais Versuchsdurchführung und mögliche Fehler, die er gemacht hatte. Die entscheidende Frage war jedoch, ob es plausible Erklärungen für seine Befunde gab. Pusztai glaubte, eine generelle Sicherheitslücke transgener Pflanzen gefunden zu haben. Andere, naheliegende Ursachen übersah er jedoch. Die Forderungen. Nach Pusztai wurde vielfach gefordert, strenge Fütterungsstudien nach seinem Vorbild gesetzlich vorzuschreiben. Ohne sie sollten gentechnisch veränderte Pflanzen keine Zulassung erhalten. |
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