Transparenz für Gentechnik bei Lebensmitteln
  Fr 10.09.2010 | 09:38 Uhr
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Schweiz

Grünes Licht für Futtermittel aus gentechnisch veränderten Pflanzen


Das Schweizer Bundesamt für Landwirtschaft hat den Import von Futtermittel aus sechzehn gentechnisch veränderten Pflanzen zugelassen. Konsumenten- und Umweltverbände sind empört, doch die Berner Entscheidung fügt sich den Realitäten auf den internationalen Agrarmärkten.

Mit Wirkung vom 1. Juli 1999 dürfen Futtermittel aus gentechnisch veränderten Rohstoffen wie Maiskleber oder Sojaschrot in die Schweiz eingeführt werden. Voraussetzung ist, dass die jeweiligen transgenen Pflanzen in den USA, Kanada oder in der EU rechtmäßig zugelassen sind.

  • Beim Mais sind in den USA derzeit 11 verschiedene gentechnisch veränderte Sorten bzw. Genkonstrukte zugelassen, in der Schweiz zwei und in der EU vier. (Stand Zulassungen EU) Weitere Anträge liegen vor, doch Entscheidungen sind vorerst nicht in Sicht. Die gerade in den USA eingebrachte Maisernte besteht schon zu knapp 40% aus Gen-Pflanzen. Auch die sieben gentechnisch veränderten Sorten, welche in Europa noch nicht zugelassen sind, wurden dort in diesem Jahr auf einer Fläche von 1,5 Mio. ha angebaut. Eine ähnliche Entwicklung zeichnet sich auch in Argentinien ab.

Mais-Importe nach Europa setzen voraus, dass sie ausschließlich aus Sorten mit den in der EU zugelassenen Genkonstrukten stammen. Doch ihre vollständige Trennung von den übrigen transgenen Sorten erscheint aufwendig und technisch kaum möglich. Man erwartet, dass schon in diesem Jahr kein US-Mais mehr nach Europa eingeführt wird. Ohne entsprechende Garantien ist vielen Agrarhändlern das Risiko zu groß, dass in US-Importe nicht genehmigte Maissorten nachgewiesen werden.

Spanien und Portugal führen jährlich 2,0 t Mais ein, bisher vor allem aus den USA. Sollten diese europäischen Märkte wegen des unterschiedlichen Tempos in der Genehmigungspraxis ausfallen, sehen die Amerikaner darin einen Verstoß gegen gültige Handelsabkommen. Ein Verfahren vor der Welthandelsorganisationen (WTO) ist angedroht.

Mit der Entscheidung des Bundesamtes für Landwirtschaft ist die Schweiz einem Handelskrieg mit den USA aus dem Weg gegangen. Alle gentechnisch veränderte Maissorten dürfen nun eingeführt werden - allerdings nur, wenn sie zuvor im Ausland zu Maiskleber oder Maisfutter verarbeitet wurden.

  • Etwas anders ist die Lage bei Soja. Hier ist die herbizidresistente RoundupReady-Soja (Monsanto), die in den USA und Argentinien etwa auf der Hälfte der Anbauflächen ausgesät wurde, in der EU wie in der Schweiz zugelassen. Die konkurrierende Liberty-Link-Sojabohne (AgrEvo) wird trotz Zulassung in den USA nicht angebaut, um die Importe nach Europa nicht zu gefährden. Im Gegensatz zu Mais sind Sojaeinfuhren kaum zu ersetzen: Gut 10 Mio. t Soja führt die EU aus USA, sowie aus Argentinien und Brasilien ein. Mehr als zwei Drittel wandert in Form von Sojaschrot in die Futtertröge von Rindern, Schweinen und Geflügel. Keine Sojaimporte mehr - das wäre ein schwerer Schlag für die gegenwärtige Tierhaltung und Fleischproduktion in Europa.

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09. September 1999 [nach oben springen]

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