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Zünsler und Wurzelbohrer: Maisschädlinge auf dem Vormarsch

Der eine ist schon länger da und hat auf seiner Wanderung nach Norden die Ostesee erreicht. Der andere wurde vor einigen Jahren eingeschleppt und bereitet vor allem in Süddeutschland Probleme: Maiszünsler und Maiswurzelbohrer.

Meist werden diese Schädlinge mit Insektiziden bekämpft. Eine Alternative könnte gentechnisch veränderter "Bt-Mais" sein: Er produziert einen Wirkstoff, der nur gegen den jeweiligen Schädling gerichtet ist. Da dieses Bt-Protein Nützlinge verschont, wird es seit langem in herkömmlicher Form im biologischen Pflanzenschutz verwendet. Doch vor allem in Deutschland und einigen anderen europäischen Ländern ist Bt-Mais umstritten.

 

Mais-Futtermittel:
Mehr Schädlinge, mehr Pilzgifte

Den Schädlingen folgen die Pilze: Über Fraßverletzungen dringen Pilze wie Fusarien oder Mehltau in die Pflanzen ein und vermehren sich dort. Einige bilden Mykotoxine, die mit zu den stärksten bekannten Giften gehören. Auch bei Mais kann eine wirksame Schädlingsbekämpfung dazu beitragen, die Mykotoxin-Belastung von Futter- und Lebensmitteln zu reduzieren. Das trifft auch für den Bt-Mais zu, der einen Abwehrstoff gegen den wirtschaftlich bedeutendsten Maisschädling produziert und so gegen das Eindringen der Raupen geschützt ist.

Fressmaschinen

Wenn die Raupen des Maiszünslers einmal in eine Maispflanze eingedrungen sind, kann man ihnen kaum noch etwas anhaben. Vom Frühsommer bis in den Spätherbst fressen sie sich durch die Pflanze und vervielfachen dabei ihr Gewicht. Die Schäden, die sie in den Maisfeldern anrichten, können immens sein.

Maiszünsler: Ein raffinierter Schädling auf dem Weg nach Norden

In Süddeutschland und im Oderbruch ist er schon lange, nun hat er auf seinem Weg nach Norden die Ostseeküste erreicht. Der Maiszünsler, ein unscheinbarer grau-brauner Schmetterling, hat wenig natürliche Feinde und findet in den Maisfeldern ideale Lebensbedingungen. Er ist der wirtschaftlich bedeutendste Maisschädling in Deutschland.

Maiswurzelbohrer:
Der Eine-Milliarde-Dollar-Käfer

Anfang der 1990er Jahre wurde er nach Europa eingeschleppt - inzwischen ist er in vielen Maisanbaugebieten verbreitet: Der Maiswurzelbohrer. In den USA gilt er als der größte Schädling im Maisanbau. Gegen ihn werden weltweit die meisten Insektizide ausgebracht. Die Kosten dafür und die Schäden, die er verursacht, summieren sich jährlich auf etwa eine Milliarde Dollar.

Ausrotten lässt er sich wohl nicht mehr

Am Oberrhein hat sich der Maiswurzelbohrer als neuer Schädling etabliert. Auch 2012 wurden in den aufgestellten Fallen ähnlich viele Käfer gezählt wie im Jahr zuvor, als deren Zahl sprunghaft angestiegen war. Zwar ist es offenbar gelungen, eine weitere Verbreitung erst einmal zu stoppen. Doch ausrotten lässt der Käfer sich wohl nicht mehr. Nun gilt es, geeignete Bekämpfungsstrategien zu finden. Das scheint schwierig, denn die ideale Lösung gibt es nicht.

Der Zünsler im Maisfeld. "Der Schädlingsbefall ist nicht zu bändigen." Landwirt Reinhard Dennerlein auf seinem Maisfeld in Unterfranken (2009).
Dr. Stefan Rauschen von der RWTH Aachen, zu den Ergebnissen der Sicherheitsforschung mit einem gentechnisch veränderten Mais, der gegen den Maiswurzelbohrer resistent ist.
Bt-Mais und Regenwürmer. In einem dreijährigen Forschungsprojekt wurde in Freiland und Labor untersucht, ob sich Bt-Mais nachteilig auf Regenwürmer auswirkt. Eva Schultheis stellt die Ergebnisse vor.
Gentechnisch veränderter Mais wird außerhalb der EU weltweit in zehn Ländern angebaut (2011). Der Anteil von gv-Mais an der Weltproduktion beträgt gut 30 Prozent. In Europa gibt es nur in Spanien eine nennenswerte landwirtschaftliche Nutzung von gv-Mais (Anteil: 25 Prozent).
08. März 2013 [nach oben springen]

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