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Maiszünsler in Deutschland

Ein raffinierter Schädling auf dem Weg nach Norden


In Süddeutschland und im Oderbruch ist er schon weit verbreitet, in Mecklenburg-Vorpommern ist er auf seinem Weg nach Norden an der Ostseeküste angekommen: der Maiszünsler. Der unscheinbare grau-braune Schmetterling kann bis zu 50 Prozent Ertragsverluste verursachen. Mit herkömmlichen Mitteln ist der Maisschädling nur schwer zu bekämpfen.

European corn borer - der in Nordamerika gebräuchliche Name erinnert an die Herkunft: Der MaiszünslerMaiszünsler (Ostrinia nubilalis) stammt aus den wärmeren Regionen Europas und wurde um 1910 in die USA eingeschleppt. Inzwischen hat er sich weltweit in allen Maisanbaugebieten ausgebreitet.

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Verbreitung des Maiszünslers 2009. Die Karte zeigt die nördliche Verbreitungsgrenze. Die Erhebungen in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen für 2009 sind dabei noch nicht berücksichtigt. Für Nordrhein-Westfalen liegen erste Daten aus 2009 vor.

Grafik: transgen/i-bio

In Deutschland hat sich der Maiszünsler von Bayern und Baden-Württemberg aus kontinuierlich weiter nach Norden ausgebreitet und hat inzwischen in Mecklenburg-Vorpommern die Ostseeküste erreicht. 2006 wurde erstmals auch in Niedersachsen Maiszünsler-Befall festgestellt. Hier ist der Schädling bereits bis nach Lüchow-Dannenberg vorgedrungen. In Nordrhein-Westfalen verläuft die Befallsgrenze südlich von Münster und erreicht im Westen den Kreis Kleve bei Emmerich.
Vom Schädling nicht betroffen ist nur noch Schleswig-Holstein.

Seit 2006 breitet sich in Baden-Württemberg, südwestlich von Freiburg, ein neue (bivoltine) Rasse des Maiszünslers aus, die zwei Generationen im Jahr durchläuft. Die erste Falter-Generation fliegt bereits Ende Mai in die Felder ein, der zweite Falterflug ist zwischen Mitte Juli bis Mitte September. Die zweite Generation schädigt den Mais insbesondere durch Raupenfraß an den Kolben. 2009 wird die Befallsfläche bereits auf 8.000 Hektar geschätzt.

Nach Berechnungen der früheren Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (heute Julius-Kühn-Institut) verursacht der Maiszünsler jährlich einen Schaden von 11 bis 12 Millionen Euro. Da der kleine Falter wenig natürliche Feinde hat und in den Maisfeldern ideale Lebensbedingungen vorfindet, breitet er sich im Zuge des Maisanbaus immer weiter aus.

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Von der Eiablage bis zur Verpuppung: Ein Jahr im Leben des Maiszünslers

Im kühleren Mitteleuropa gab es bislang nur eine Zünsler-Generation im Jahr. Inzwischen breitet sich in der Schweiz und in Baden-Württemberg eine neue Maiszünsler-Rasse aus, die zwei Generationen im Jahr hervorbringt.

(Grafik: Silber Communications GmbH)

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Maiszünsler-Weibchen. Etwa ab Mitte Juni fliegen die Falter in die noch jungen Maisbestände. Auf der Unterseite der Blätter legen die Weibchen ihre Eier ab.

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Eigelege. Ein Eigelege besteht aus etwa zehn bis vierzig einzelnen Eiern. Ein Weibchen kann bis zu fünfzig dieser Häufchen produzieren.

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Zünsler-Larven. Nach etwa zehn Tagen schlüpfen die Larven. Sie fressen sich schnell in den Stängel der befallenen Maispflanze. Dort sind sie sicher - sowohl vor natürlichen Feinden wie auch vor Insektiziden, mit denen die Landwirte üblicherweise Fraßschädlinge bekämpfen.

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Im Stängel. Nachdem die Zünslerlarven den Stängel erreicht haben, fressen sie sich im Inneren der noch jungen Maispflanze nach unten.
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Abknickende Pflanzen. Die Fraßschäden der Zünsler schränken die Wasser- und Nährstoffversorgung der Maispflanze ein. Der Stängel wird ausgehöhlt und kann leicht abknicken.
Bild vergrößern Ernteverluste. Im Verlauf der Vegetationsperiode fressen sich die Zünslerlarven bis in den Wurzelkopf. Bei Wind, aber auch durch das Eigengewicht der Kolben knicken viele der befallenen Maispflanzen.

Ist der Befall schwach, nehmen die Landwirte solche Ertragsverluste in Kauf. Bei Körnermais fallen sie stärker ins Gewicht, da die Kolben der abgeknickten Pflanzen bei der Ernte nicht erfasst werden bzw. die Kolben nicht ausreifen.

Bild vergrößern Überwinterung. Die Zünsler überwintern in den Stoppeln oder im Wurzelbereich der Maispflanzen. Dort überstehen sie auch strenge Winter. Im Frühjahr verpuppen sich die Raupen, verwandeln sich in Falter und der Zyklus beginnt von vorn.

Eine Maßnahme, um den Zünslerbefall im Folgejahr zu reduzieren, ist es, die Stoppeln kurz über dem Boden abzuschneiden und damit die Überwinterungsmöglichkeiten der Raupen einzuschränken. Auch eine Bodenbearbeitung kann ähnliches bewirken. Voraussetzung für den Erfolg ist allerdings, dass alle Landwirte einer Region sich an einer Bekämpfung des Zünslers beteiligen.

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Pilzgifte. Die Fraßspuren der Zünsler sind Einfallstore für Pilzsporen. Sie finden im Inneren des Maisstängels ideale Entwicklungsmöglichkeiten: Es siedeln sich Schimmelpilze an - darunter auch solche, die extrem giftige Stoffwechselprodukte (MykotoxineMykotoxine) bilden. Futter- und Lebensmittel aus zünslerbefallenen Maispflanzen sind stärker mit Mykotoxinen belastet als solche aus zünslerfreien Beständen.

 

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Schäden im Maisfeld
"Der Schädlingsbefall ist nicht zu bändigen." Ein Landwirt auf seinem Maisfeld in Unterfranken (2009).
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14. Oktober 2009 [nach oben springen]

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