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  Fr 03.09.2010 | 06:54 Uhr
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Bekämpfung des Maiszünslers

Ein Schädling,
der kaum zu fassen ist


Auch in Deutschland ist der Maiszünsler in fast allen Maisanbauregionen anzutreffen. Solange der Befall schwach bleibt, nehmen viele Landwirte den Schädling hin. Erst wenn er stärker wird und die Schäden zunehmen, sind wirksame Bekämpfungskonzepte gefragt. Doch da der Zünsler den überwiegenden Teil seines Lebens innerhalb der Pflanze verbringt, ist er nur schwer zu fassen.

Den Landwirten in den Befallsregionen stehen verschieden Konzepte gegen den Maiszünsler zur Verfügung. Welches wirksam und zugleich wirtschaftlich angemessen ist, hängt vor allem von der Stärke des Zünslerbefalls ab. Doch die kann von Jahr zu Jahr erheblich schwanken. Die amtlichen Pflanzenschutzdienste versuchen, anhand verschiedener Indikatoren vorherzusagen, ob ein starkes oder schwaches Zünslerjahr bevorsteht.

Zudem sind Bekämpfungsmaßnahmen gegen den Zünsler nur dann wirksam, wenn alle betroffenen Landwirte einer Region sich daran beteiligen.

Schlupfwespe Trichogramma: Sie legt ihre Eier in den Eigelegen der Zünsler ab.


Trichokarten: Kleine Kärtchen mit Trichogramma-Eiern müssen von Hand in den Maisbeständen angebracht werden. Entscheidend für den Erfolg ist der richtige Zeitpunkt.

Strategie eins: Nichts tun

Bei schwachem Zünslerbefall nehmen die Landwirte einzelne abgeknickte Pflanzen hin. Erst wenn die dadurch bedingten Ernteverluste ein bestimmtes Maß überschreiten, ist es wirtschaftlich sinnvoll, den Zünsler mit geeigneten Maßnahmen zu bekämpfen.

Strategie zwei: Ackerbauliche Maßnahmen

Die Zünslerlarven überwintern in den Maisstoppeln oder im Wurzelbereich. Je kürzer die Stoppeln bei oder nach der Ernte über dem Boden abgeschnitten werden, um so weniger Zünsler werden überwintern. Durch tiefes Pflügen und weitere Maßnahmen kann das Auftreten im Folgejahr drastisch verringert werden.

Allerdings lassen örtliche  Bodenverhältnisse oder die Witterung eine wirksame Bodenbearbeitung nicht immer zu. Außerdem besteht ein Zielkonflikt zwischen Erosions- und Bodenschutz einerseits und der Zünslerbekämpfung andererseits: Bodenschonende Bearbeitungsverfahren fördern das Überwintern des Zünslers.

Strategie drei: Chemische und biologische Pflanzenschutzmittel

In Deutschland sind nur wenige chemische Pflanzenschutzmittel zur Maiszünslerkontrolle zugelassen. Ihre Anwendung ist teuer, kompliziert und oft wenig wirksam.

Für ein wirksames Ausbringen der Pflanzenschutzmittel steht nur der schmale Zeitraum zwischen dem Beginn des Falterflugs im Juni/Juli und der Eiablage zur Verfügung. In der Regel haben die  Maispflanzen dann bereits eine stattliche Größe erreicht und das Feld kann nur mit speziellen Spritzmaschinen befahren werden. Zudem kann es in einem Sommer mehrere Flugperioden geben, für die jeweils ein Spritzgang erforderlich ist.

Chemische Pflanzenschutzmittel wirken nicht nur auf den jeweiligen Zielorganismus, sondern können auch Nützlinge treffen und sie dezimieren.

Ähnliche Schwierigkeiten bereitet das Aufbringen von biologischen Pflanzenschutzmitteln, wie die aus dem Bodenbakterium (<i>Bacillus 
			thuringiensis</i>, BtBacillus  thuringiensis, Bt) gewonnenen Präparate.  Diese wirken nur, wenn sie die Zünsler außerhalb des Stängels erreichen.

Strategie vier: Biologische Verfahren

Mit Hilfe der Schlupfwespenart TrichogrammaTrichogramma kann der Maiszünsler auf biologische Weise bekämpft werden. Trichogramma-Wespen sind die natürlichen Gegenspieler vieler schädlicher Schmetterlingsarten: Sie parasitieren deren Eier und verhindern so die Entwicklung von Falterlarven.

Entscheidend für den Erfolg ist der richtige Zeitpunkt, zu dem die Wespeneier ausgebracht werden: Wenn daraus nach zwei bis drei Tagen die Wespen schlüpfen, müssen die Zünslereier auf den Maisblättern abgelegt sein. Ist der Zeitpunkt für das Ausbringen der Karten mit Trichogramma-Eier korrekt gewählt, kann die Zünslerpopulation um 70 bis 80 Prozent reduziert werden.

Da es meist zwei oder mehrere Flugperioden des Zünslers gibt, müssen die Karten mehrfach ausgebracht werden.

 

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15. Oktober 2009 [nach oben springen]

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