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Grüne Gentechnik in Deutschland: Wenn, dann nur noch im Labor

Auch 2012 gibt es in Deutschland keinen kommerziellen Anbau von  gentechnisch veränderten Pflanzen. Wenn es noch Forschung und Entwicklung gibt, dann beschränkt sie sich auf Labore, Klimakammern  und Gewächshäuser. Freilandversuche, um gv-Pflanzen mit neuen Eigenschaften zu testen, finden kaum noch in Deutschland statt. Auch große Züchtungsunternehmen haben Forschungsstandorte ins Ausland verlagert, vor allem nach Nord- und Südamerika.

Der Anbau von schädlingsresistentem Bt-Mais MON810 bleibt 2012 in Deutschland weiter verboten. Daran dürfte sich erst dann etwas ändern, wenn die EU auch die erneut beantragte Anbauzulassung erteilt hat. Die Sicherheitsbewertung ist zwar abgeschlossen, doch bei der politischen Entscheidung spielen EU-Kommission und Rat auf Zeit.

Neu-Zulassung MON810-Mais:
Die Politik zögert

Der Bt-Mais MON810 war über Jahre die einzige gentechnisch veränderte Pflanze, die in Deutschland landwirtschaftlich genutzt werden konnte. Im April 2007 lief die 1998 erteilte EU-Zulassung aus. Ein Erneuerungsantrag ist gestellt. Nach den inzwischen verschärften Bestimmungen wurde nun noch einmal die Sicherheit von MON810-Mais überprüft. 

Forschung: Kaum noch Freilandversuche

In Deutschland und Europa werden immer weniger Freilandversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen durchgeführt. Pflanzenforschung - vor allem wenn dabei gentechnische Verfahren eingesetzt werden - bleibt auf die abgeschlossenen Bereiche von Laboren und Gewächshäusern beschränkt.

Standortregister: Alle Flächen mit gentechnisch veränderten Pflanzen

Alle Felder, auf denen gentechnisch veränderte Pflanzen ausgebracht werden sollen, müssen spätestens drei Monate vor der Aussaat im   öffentlichen Standortregister eintragen sein. Das gilt für den landwirtschaftlichen Anbau wie für Freisetzungsversuche.

Bt-Mais in Deutschland: Anbau bis Ende 2008

2005 wurde erstmals regulär Bt-Mais angebaut. Bis 2008 stiegen die Flächen kontinuierlich an - allerdings auf niedrigem Niveau. 2009 war eine Anbaufläche von 3600 Hektar angemeldet. Kurz vor der Aussaat setzte die Bundesregierung die EU-Zulassung für MON810-Mais aus.

Stärkekartoffel Amflora: 13 Jahre Zulassung, zwei Jahre Anbau

Im Frühjahr 2010 wurde Amflora in der EU zugelassen, eine gv-Kartoffel, die ausschließlich Industriestärke liefert. Doch schon nach zwei Jahren gab BASF die weitere Vermarktung auf. Grund: Keine Akzeptanz in der Öffentlichkeit.

 

"Es ist so interessant für uns." Eine Gruppe junger Agrar- und Pflanzenwissenschaftler aus sieben Ländern besuchte 2011 den Schaugarten Üplingen. Sie informierten sich über die dort gezeigten gentechnisch veränderten Pflanzen und neue Möglichkeiten in der Pflanzenzüchtung.
Der Zünsler im Maisfeld. "Der Schädlingsbefall ist nicht zu bändigen." Landwirt Reinhard Dennerlein auf seinem Maisfeld in Unterfranken (2009).

Weitere Videos zum Thema auf den Youtube-Kanälen

transgen.de | biosicherheit.tv

Interaktives Kartoffelfeld
Die Kartoffel hat es in sich. Eine anfangs fremde Knolle ist längst ein Grundnahrungsmittel. Alles zu Biologie und Anbau der Kartoffel, zu Krankheiten, Schädlingen und Forschungsprojekten. (www.biosicherheit.de)
Kraut- und Knollenfäule bei Kartoffeln: Es gibt kaum eine Pflanzenkrankheit, die von einem so raffinierten Erreger ausgelöst wird. Er ist sehr anpassungsfähig und kann eingezüchtete Resistenzen rasch überwinden. Damit die Schäden nicht über Hand nehmen, bleibt den Landwirten nichts anderes übrig, als immer wieder zu spritzen. Und die Ökolandwirte greifen zu schwermetallhaltigen Kupferpräparaten - nicht gerade umweltfreundlich. - Inzwischen gibt es gentechnisch veränderte Kartoffel, in die  Resistenzgene aus Wildkartoffeln eingeführt wurden. Zwar sind 2012 in mehreren EU-Ländern Freilandversuche geplant, doch eine Markteinführung dieser Kartoffeln ist nach dem "Ausstieg" der BASF in weite Ferne gerückt.
09. Mai 2012 [nach oben springen]

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