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Grüne Gentechnik in Deutschland:
Nur im Labor, nicht im Freiland

Forschung und Entwicklung mit gentechnisch veränderten Pflanzen beschränken sich in Deutschland auf Labore, Klimakammern  und Gewächshäuser. Zum ersten Mal seit vielen Jahren werden 2013 in Deutschland wohl keine Freisetzungsversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen durchgeführt. Forschungseinrichtungen und Unternehmen haben aufgegeben und Freilandtests ins Ausland verlagert.

Auch einen kommerziellen Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen gibt es derzeit in Deutschland nicht. Die gv-Stärkekartoffel Amflora ist wieder vom Markt genommen, der schädlingsresistente Bt-Mais MON810 bleibt in Deutschland verboten. Daran wird sich auch 2013 nichts ändern.

  

Forschung: Kaum noch Freilandversuche

In Deutschland und Europa werden immer weniger Freilandversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen durchgeführt. Pflanzenforschung - vor allem wenn dabei gentechnische Verfahren eingesetzt werden - bleibt auf die abgeschlossenen Bereiche von Laboren und Gewächshäusern beschränkt. Mehrere in Deutschland geplante Freilandversuche wurden inzwischen abgesagt.

Neue EU-Zulassung von MON810-Mais: Das lange Zögern der Politik

Die alte Zulassung ist vor Jahren ausgelaufen, die neue liegt schon lange auf dem Tisch: Die EU muss wieder über gentechnisch veränderter MON810-Mais entscheiden. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat die erneute Sicherheitsbewertung nach den inzwischen verschärften Kriterien längst abgeschlossen. Obwohl ihn die Experten im wissenschaftlichen Sinn als "sicher" einstuften, zögern EU-Kommission und Mitgliedsstaaten die Entscheidung immer wieder hinaus. Wohl auch deswegen, weil dann nationale Anbauverbote wie in Deutschland oder Frankreich neu begründet werden müssten.

Standortregister: Alle Flächen mit gentechnisch veränderten Pflanzen

Alle Felder, auf denen gentechnisch veränderte Pflanzen ausgebracht werden sollen, müssen spätestens drei Monate vor der Aussaat im   öffentlichen Standortregister eintragen sein. Das gilt für den landwirtschaftlichen Anbau wie für Freisetzungsversuche.

Bt-Mais in Deutschland: Anbau bis Ende 2008

2005 wurde erstmals regulär Bt-Mais angebaut. Bis 2008 stiegen die Flächen kontinuierlich an - allerdings auf niedrigem Niveau. 2009 war eine Anbaufläche von 3600 Hektar angemeldet. Kurz vor der Aussaat setzte die Bundesregierung die EU-Zulassung für MON810-Mais aus.

Stärkekartoffel Amflora: 13 Jahre Zulassung, zwei Jahre Anbau

Im Frühjahr 2010 wurde Amflora in der EU zugelassen, eine gv-Kartoffel, die ausschließlich Industriestärke liefert. Doch schon nach zwei Jahren gab BASF die weitere Vermarktung auf. Grund: Keine Akzeptanz in der Öffentlichkeit.

 

Der Zünsler im Maisfeld. "Der Schädlingsbefall ist nicht zu bändigen." Landwirt Reinhard Dennerlein auf seinem Maisfeld in Unterfranken (2009).
Bt-Mais gefährdet Schmetterlinge.... Wirklich? Ein dreijähriges Forschungsprojekt hat sich ausführlich mit dieser Frage beschäftigt. Nun stehen die Ergebnisse fest.
BASF: Freilandversuche mit gv-Kartoffeln abgesagt. Die BASF stellt das EU- Zulassungsverfahren für mehrere gentechnisch veränderte Kartoffeln ein, darunter die Fortuna-Kartoffel mit einer Resistenz gegen die Kraut- und Knollenfäule. Auch die 2013 geplanten Freilandversuche wird es nicht geben. So bleibt alles wie es ist: Die konventionellen Landwirte spritzen gegen die Pilzkrankheit mehrfach im Jahr Fungizide, die Öko-Bauern umweltschädliche Kupferpräparate.
Gentechnisch veränderter Weizen: Keine Aussaat in Üplingen. Der Anfang Dezember 2012 vom BVL genehmigte Freilandversuch mit gv-Winterweizen wird vorerst nicht stattfinden. Wegen der anhaltend schlechten Bodenbedingungen sei eine Aussaat nicht mehr möglich, so das Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) in Gatersleben. Der dort entwickelte Weizen, in den Gene und Genelemente aus Gerste eingebracht wurden,  soll einen deutlich höheren Korn- und Proteinertrag aufweisen.

08. April 2013 [nach oben springen]

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