| Fr 03.09.2010 | | | 07:00 Uhr |
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0,8 oder 1,0 Prozent? - Messergebnisse über Einträge von gv-Mais in konventionelle Pflanzen können weit reichende Folgen haben. Bei Überschreiten des Schwellenwerts von 0,9 Prozent werden Entschädigungszahlungen fällig. Die Rechtsvorschriften zur Koexistenz gehen davon aus, dass mögliche GVO-Einträge präzise und eindeutig gemessen werden können. Das ist jedoch nur bedingt der Fall. Ein Forschungsprojekt an der Universität Rostock will daran etwas ändern. Kurz vor der Ernte im Spätherbst 2005 wurden auf den Feldern des Erprobungsanbaus nach einem bestimmten Schema 246 Proben genommen. Jede Probe bestand aus zehn bis zwölf einzeln gepflückten Kolben, aus denen nach der Vermahlung Laborproben zusammengestellt werden. Alle Proben werden anschließend darauf untersucht, wie hoch der Anteil an gv-Mais in den Körnern ist.
PCR-Verfahren: "Um jede möglich Schwachstelle haben wir uns gekümmert.""Wir haben mehre Bereiche identifiziert, die als Ursache für schwankende Messergebnisse in Frage kommen," sagt Cornelia Ganz von der Universität Rostock, die das Projekt durchführt. "Jeden Bereich haben wir uns vorgenommen, um mögliche Einflussgrößen zu identifizieren." Vermahlung der Proben. Bei der Auswertung des Erprobungsanbaus 2004 wurden die Maiskörner oder -pflanzen auf eine Größe von 4 mm vermahlen. Nun durchlaufen die Proben einen weiteren Mahlgang, um auf eine Partikelgröße von 0,5 mm zu kommen. "Das war nicht ganz einfach," berichtet Cornelia Ganz. " Nach dem ersten Mahlgang war der Mais noch zu feucht und klebte im Mahlwerk der Mühle." Der grob vermahlene Mais wurde deshalb noch einmal in den Trockenschrank gestellt. Mit der feineren Vermahlung der Proben sollte ein möglicher GVO-Anteil in den Maiskolben gleichmäßiger verteilt werden als bei einer gröberen Partikelgröße. In das Projekt an der Universität Rostock sind alle 96 Körnermaisproben einbezogen, die auf den Feldern in Mecklenburg-Vorpommern gesammelt wurden. Nach jedem Mahlgang wird die Mühle einer besonderen Reinigungsprozedur unterzogen. Aus dem gesamten Mahlgut einer Probe werden am Ende drei Einzelproben mit je 100 Gramm Maismehl gezogen. Je eine Probe wird an der Uni Rostock und einem privaten Analyselabor untersucht, die dritte geht zur Kontrolluntersuchung an eine öffentliche Einrichtung. Homogene DNA. Der erste Schritt im Labor ist immer die Extraktion der gesamten DNA aus dem Pflanzenmaterial. Die DNA wird anschließend für die PCR-Analyse aufbereitet. Die Wissenschaftler an der Uni Rostock vermuten, dass die dabei angewandten Verfahren die späteren Ergebnisse über GVO-Anteile beeinflussen. "Wir haben darauf geachtet, dass wir eine möglichst homogene DNA-Probe erhalten," sagt Cornelia Ganz. Dabei spielt der Zustand der DNA eine Rolle, aber auch die DNA-Menge, die jeweils analysiert wird. Standards. Die PCR-Analyse liefert
keine exakte Zahlen, sondern ein Verteilungsmuster von
Gen-Fragmenten, über die Rückschlüsse möglich sind, ob ein
bestimmter GVO vorhanden ist und welchen Anteil die GVO-DNA an der
Gesamt-DNA einer Probe hat. Meßlatte dafür sind "Standards", die ein
Analyselabor von den Herstellerfirmen bezieht ( Die Arbeitsgruppe an der Uni Rostock will genauer herausfinden, welchen Einfluss die identifizierten "Schwachstellen" auf die Ergebnisse von PCR-Analysen haben. Ziel ist es, die einzelnen Verfahrensschritte zu präzisieren und zu vereinheitlichen. "Was wir nicht verändern können, sind die technischen Bedingungen in den PCR-Automaten. Aber wenn wir alle anderen Ursachen für Ergebnisschwankungen ausschalten, bleibt der Einfluss der Maschine immer der gleiche." Ob die Bemühungen um präzisere PCR-Ergebnisse Erfolg haben werden, ist noch ungewiss. Cornelia Ganz und ihre Arbeitsgruppe wird wohl noch bis zum Frühjahr warten müssen. Dann werden die Ergebnisse zum Erprobungsanbau 2005 vorliegen. Mehr bei TransGen |
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