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  Fr 03.09.2010 | 06:47 Uhr
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Spanien

Bt-Mais setzt sich durch


Spanien war lange Zeit das einzige EU-Land, das gentechnisch veränderte Pflanzen in der Landwirtschaft nutzte. Seit 1998 wird dort insektenresistenter Bt-Mais angebaut. Inzwischen hat er sich in Regionen mit starkem Zünslerbefall fast flächendeckend durchgesetzt. 2009 wurden auf 76.057 Hektar Bt-Mais angebaut, das entspricht etwa einem Fünftel der gesamten spanischen Maisanbaufläche.

Mit einer Gesamtfläche von ca. 340.000 Hektar steht Spanien nach Rumänien, Frankreich, Ungarn, Italien und Deutschland an sechster Stelle der Maiserzeugung in der EU. Seit über zehn Jahren wird in mehreren Regionen Spaniens Bt‑MaisBt‑Mais angebaut. Bis 2008 stiegen die Anbauflächen kontinuierlich und erreichten knapp 80.000 Hektar. Der spanische Bt-Mais wird fast ausschließlich als Futtermittel verwertet.

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Anbauflächen von Bt-Mais in Spanien 1998-2009 (in Hektar)
Quelle: Ministerio de Agricultura; Brookes, USDA, KWS

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Feld mit Bt-Mais, in der Nähe von Sevilla (Sommer 2001).
Quelle: Fundacion Antama

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Schäden durch Maiszünsler: Ertragsverluste durch abgeknickte Pflanzen

Regionen mit starkem Zünslerbefall:
Bt-Mais rechnet sich

Bt-Mais wird vor allem in den Regionen Aragon und Katalonien angebaut, 2008 auf 32.000 Hektar bzw. 25.300 Hektar. In diesen Regionen ist der MaiszünslerMaiszünsler-Befall sehr hoch und der Anbau von Bt-Mais eine wirtschaftlich attraktive Alternative zur lange üblichen Bekämpfung mit chemischen Insektiziden. Diese sind wenig effektiv und belasten die Umwelt. Trotz Insektizid-Einsatz müssen die Landwirte hier  Ertragsausfälle zwischen sechs und zwanzig Prozent hinnehmen. Ein völliger Verzicht auf Insektizide, wie er in schwachen Befallsregionen möglich ist, würde zu Ernteausfällen von bis zu achtzig Prozent führen.

Etwa ein Viertel der spanischen Maisanbauflächen liegt in Regionen mit sehr starkem Zünsler-Befall, weitere vierzig Prozent in Gebieten mit mittlerem Schädlingsdruck. Insgesamt wird die Maisanbaufläche, bei denen sich der Einsatz von Bt-Mais wirtschaftlich rechnet, auf 180.000 Hektar geschätzt.

Die höheren Kosten für das Bt-Saatgut können die Landwirte durch deutlich geringere Ertragsausfälle und Einsparungen bei Pflanzenschutzmitteln kompensieren.

Nach einer Untersuchung der britischen Beratungsfirma PG Economics haben die Bt-Mais anbauenden spanischen Landwirte ihren Ertrag um durchschnittlich 6,3 Prozent und ihr wirtschaftliches Ergebnis um 13 Prozent verbessert. Eine 2007 veröffentlichte Berechnung ermittelte eine Steigerung des Bruttogewinns von etwa hundert Euro pro Hektar, die auf die Nutzung von Bt-Mais zurückzuführen ist.

Eine Befragung von Landwirten durch Wissenschaftler u. a. der Universität Cordoba ermittelte für die Jahre 2002-2004 eine generelle Ertragssteigerung durch die Nutzung von Bt-Mais, die aber nur für die Region Aragon - vermutlich aufgrund sehr hohen  Schädlingsbefalls - statistisch signifikant ausfiel (11,8 Prozent).  Die Steigerung des Bruttogewinns lag hier in den drei Jahren im Mittel bei 122 Euro pro Hektar. Auf siebzig Prozent der Bt-Maisfelder wurde kein Insektizid zusätzlich eingesetzt, bei den konventionellen Feldern waren es 42 Prozent, die ohne Insektizideinsatz auskamen.

In Regionen mit schwachem Zünslerbefall nehmen die Landwirte die geringen Ertragsverluste hin. Der Einsatz von Insektiziden ist gemessen an der Wirkung viel zu teuer. Unter diesen Voraussetzungen bietet der Anbau von Bt-Mais kaum Vorteile.

Große Auswahl bei Bt-Maissorten

Inzwischen stehen spanischen Landwirten zahlreiche Maissorten zur Verfügung. 2007 waren etwa fünfzig verschiedene Bt-Maissorten zugelassen, die alle das GenkonstruktGenkonstrukt des 1998 in der EU zugelassenen gv-Maises MON810 enthalten.

In den ersten Anbaujahren war in Spanien nur eine Maissorte (Comba) auf dem Markt, die aus dem insektenresistenten Bt176-Mais hervorgegangen ist. Der Bt176-Mais wurde bereits 1997 in der EU zugelassen: Er besitzt ein Antibiotikaresistenz‑GenAntibiotikaresistenz‑Gen (AmpicillinAmpicillin), das nach einem Gutachten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) in kommerziell genutzten gv-Pflanzen vorsorglich nicht mehr verwendet werden soll. Im April 2004 hob die spanische Regierung die Vermarktungsgenehmigung für Bt176-Sorten auf.

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