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Bt-Mais in Spanien:
Starker Schädlingsbefall, große Vorteile

Seit mehreren Jahren ist Spanien das einzige EU-Land, in dem gentechnisch veränderte Pflanzen in einem nennenswerten Umfang kommerziell genutzt werden. 1998 begannen die Landwirte dort mit dem Anbau von insektenresistentem Bt-Mais. Inzwischen hat er sich in Regionen mit starkem Zünslerbefall fast flächendeckend durchgesetzt. 2011 entfällt auf Bt-Mais entfällt etwa ein Viertel der spanischen Maiserzeugung.

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Anbauflächen von Bt-Mais in Spanien 1998-2011 (in Hektar)
Quelle: Ministerio de Agricultura; Brookes, USDA, ISAAA, EuropaBio


Feld mit Bt-Mais, in der Nähe von Sevilla (Sommer 2001).
Foto: Fundacion Antama

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Schäden durch Maiszünsler: Ertragsverluste durch abgeknickte Pflanzen

Mit einer Gesamtfläche von knapp 400.000 Hektar steht Spanien nach Rumänien, Frankreich, Ungarn, Italien und Deutschland an sechster Stelle bei der Maiserzeugung in der EU (2011). Seit über zehn Jahren wird in mehreren Regionen Spaniens BtBt-Mais MON810 angebaut. Bis 2008 stiegen die Anbauflächen kontinuierlich und erreichten knapp 80.000 Hektar. Danach stagnierte die Entwicklung, bevor 2011 mit dem Maisanbau auch der Anteil an gv-Sorten erneut stark anstieg. Die Bt-Maisflächen erreichten fast 100.000 Hektar, 26 Prozent der Maiserzeugung in Spanien. Der spanische Bt-Mais wird überwiegend als Futtermittel verwertet.

Regionen mit starkem Zünslerbefall:
Bt-Mais rechnet sich

Bt-Mais wird vor allem in den Regionen Aragon und Katalonien angebaut. Dort ist In der MaiszünslerMaiszünsler-Befall sehr hoch und der Anbau von Bt-Mais eine wirtschaftlich attraktive Alternative zu einer ohnehin wenig effektiven Bekämpfung mit chemischen Insektiziden.

Bei starkem Maiszünsler-Befall müssen  die Landwirte hier trotz des Chemikalieneinsatz  Ertragsausfälle zwischen sechs und zwanzig Prozent hinnehmen. Ein völliger Verzicht auf Insektizide, wie er in schwachen Befallsregionen möglich ist, würde sogar zu Ernteausfällen von bis zu achtzig Prozent führen.

Entscheiden sich die Landwirte, den Schädling mit Bt-Mais zu kontrollieren, müssen sie zwar mehr für das Saatgut bezahlen. Diese Mehrkosten werden jedoch durch geringere Ertragsausfälle, Einsparungen bei Pflanzenschutzmitteln, Maschineneinsatz und Arbeitszeit kompensiert.

2011 nahm der Schädlingsdruck in den bis dahin weniger betroffenen Regionen Kastilien-La Mancha, Extremadura und Andalusien zu. Als Folge davon wechselten auch dort mehr Landwirte zu Bt-Mais.

Umfrage: Landwirte bleiben bei Bt-Mais

Eine 2010 in Spanien durchgeführte Umfrage ergab, dass fast alle Landwirte (93 Prozent), die 2010 Bt-Mais angebaut haben, dies auch im Folgejahr fortsetzen wollen. Befragt wurden 200 Landwirte in den Regionen Katalonien und Aragon, sowohl solche, die sich für Bt-Mais entschieden hatten wie auch konventionelle Betriebe.

Für fast alle Bt-Mais anbauende Landwirte (98 Prozent) ist der effektive Schutz gegen den Maiszünsler der wichtigste Vorteil. Über 40 Prozent gaben an, dass die Feldarbeit erleichtert wird und höhere Ernteerträge erzielt werden. Ein Drittel Prozent dieser Landwirte hoben die wirtschaftliche Vorteile hervor, die ihnen die Nutzung von Bt-Mais gebracht hat.

Ein Viertel der Bt-Mais anbauenden Landwirte sieht es als Nachteil an, dass sie RefugienflächenRefugienflächen mit konventionellem Mais angelegt müssen. Damit soll verhindert werden, dass sich Schädlinge etablieren können, die eine Resistenz gegen das Bt‑Protein entwickelt haben. Die meisten Landwirte (65 Prozent) haben mit Bt-Sorten und den damit verbundenen Auflagen keine Probleme. Das betrifft auch Vorschriften für die Koexistenz mit konventionellen Betrieben.

Gut die Hälfte der Landwirte, die keinen Bt-Mais verwenden, würde bei starkem Maiszünslerfall zu Bt-Mais wechseln. Die meisten (92 Prozent) gaben an, bisher keine oder nur geringe Probleme mit dem Schädling zu haben.

Mehr bei transGEN:

 

Der Zünsler im Maisfeld. "Der Schädlingsbefall ist nicht zu bändigen." Landwirt Reinhard Dennerlein auf seinem Maisfeld in Unterfranken (2009).

Weitere Videos zum Thema auf den Youtube-Kanälen

biosicherheit.tv | i-bio.tv

Forschung: Bt-Konzept gegen Pflanzenschädlinge

transGEN-Datenbank Pflanzen: Baumwolle, Mais, Aubergine, Apfel

01. Februar 2012 [nach oben springen]

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