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Weltweit. Anbauflächen mit gentechnisch veränderten Pflanzen 1996-2009 in Millionen Hektar.

Anbauflächen 2009

Gentechnisch veränderte Pflanzen: Anbau weltweit auf 134 Millionen Hektar


Auch 2009 hat der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen weltweit zugenommen. Deren Flächen stiegen gegenüber 2008 um neun auf nunmehr 134 Millionen Hektar. Der Zuwachs betrug in den Industrieländern drei Prozent (zwei Millionen Hektar) und in den Entwicklungsländern 13 Prozent (sieben Millionen Hektar). Überdurchschnittliche Flächensteigerungen gab es in Brasilien und Burkina Faso. Bei Soja werden rund 77 Prozent der Welterzeugung mit gv-Sojabohnen erzielt, bei Baumwolle beträgt dieser Anteil 49 Prozent.

Der jährliche Bericht zur weltweiten kommerziellen Nutzung gentechnisch veränderter Pfanzen wird von der Agro-Biotechnologie-Agentur ISAAA (International Service for the Acquisition of Agri-Biotech Applications) herausgegeben. Danach sind in den meisten Ländern, in denen gv-Pflanzen schon seit einigen Jahren großflächig kultiviert werden, die Anbauflächen auch 2009 weiter gestiegen.

  Fläche*  Fläche GVO Anteil GVO
Soja 90 69 77 %
Mais 158 42 26 %
Baumwolle 33 16 49 %
Raps 31 6,4 21 %
Zuckerrübe 4,4** 0,5 9 %

Weltweite Anbauflächen in Mio. Hektar


Soja. Anbauflächen weltweit in Mio. ha


Mais.
Anbauflächen weltweit in Mio. ha


Raps. Anbauflächen weltweit in Mio. ha


Baumwolle. Anbauflächen weltweit in Mio. ha

USA 64 S,M,B,R, ZR, Squash, Papaya
Brasilien 21,4 S,M,B
Argentinien 21,3 S,M,B
Indien 8,4 B
Kanada 8,2 R,M,S, ZR
China 3,7 B, Pappeln, Papaya, Tomaten, Sweet Pepper, Petunie
Paraguay 2,2 S
Südafrika 2,1 M,S,B
Uruguay 0,8 S,M
Bolivien 0,8 S
Philippinen 0,5 M
Australien 0,2 B,R,Nelken
Burkina Faso 0,1 B
Mexiko 0,1 B,S
Chile <0,1 M,S,R
Kolumbien <0,1 B, Nelken
Honduras <0,1 M
Costa Rica <0,1 B,S
Ägypten <0,1 M
EU (sechs Länder) <0,1 M
Anbauflächen für gv-Pflanzen nach Ländern 2009; Fläche in Millionen Hektar
S = Sojabohnen, M= Mais, R = Raps, B = Baumwolle, ZR = Zuckerrüben

Quellen: ISAAA Brief No 41-2009 (executive summary), *USDA, **FAO 2008

Mit einem Sprung von 15,8 auf 21,4 Millionen Hektar verzeichnete Brasilien den größten Zuwachs. Bemerkenswert auch Burkina Faso: Nachdem in dem afrikanischen Land 2008 erstmals gentechnisch veränderte Baumwolle auf 8.500 Hektar ausgebracht worden war, betrug die Fläche ein Jahr später bereits 115.000 Hektar. In China und Kanada nahm die mit gv-Pflanzen bewirtschafteten Flächen geringfügig ab.

Die Länder, die gv-Pflanzen auf den größten Flächen anbauen, sind die USA (64 Mio. Hektar), Brasilien (21,4), Argentinien (21,3), Indien (8,4) und Kanada (8,2). Wie 2008 listet der aktuelle ISAAA-Report 25 Länder auf, die gv-Pflanzen landwirtschaftlich nutzen. Neu hinzugekommen ist Costa Rica. Deutschland wurde nach dem 2009 verhängten Anbauverbot aus der Liste der "Gentechnik-Länder" gestrichen.

Weltweit nutzen 14 Millionen Landwirte gv-Pflanzen, überwiegend in Entwicklungsländern (13 Mio.). Gegenüber 2008 sind 700.00 Landwirte neu hinzugekommen.

Die kommerzielle Nutzung von gv-Sorten konzentriert sich weiterhin auf Sojabohnen, Mais, Baumwolle und Raps.

  • Bei Sojabohnen stieg die Anbaufläche für gv-Soja gegenüber 2008 weltweit um 4,9 Prozent von 65,8 auf 69 Mio. Hektar. Die Haupt-Anbauländer liegen in Nord- und Südamerika: USA, Brasilien, Argentinien, Kanada, Uruguay, Bolivien, Paraguay, Chile, Mexiko und seit 2009 auch Costa Rica. Auch in Südafrika wurde gv-Soja angebaut.

  • Bei Mais nahmen die mit gv-Sorten bewirtschafteten Flächen um 10 Prozent auf knapp 42 Mio. Hektar zu, vor allem in den USA, Argentinien, Kanada, Südafrika, Uruguay, den Philippinen, Chile und Honduras.

  • Bei Raps legten die Flächen, auf den gv-Raps ausgesät wurde, um 10 Prozent auf 6,4 Millionen Hektar zu. Diese befinden sich überwiegend in Kanada; weitere Anbauländer sind USA und Australien.

  • Die Flächen für gv-Baumwolle vergrößerten sich 2009 um 3,2 Prozent auf insgesamt 16 Mio. Hektar. Costa Rica baute 2009 erstmals gv-Baumwolle an. Damit wird gv-Baumwolle weltweit in 11 Ländern genutzt. An der Spitze liegen die USA, Indien und China. In Indien stiegen die Flächen von 7,6 auf 8,4 Millionen Hektar. 2009 entfallen 87 Prozent der indischen Baumwollerzeugung auf gv-Baumwolle.

  • In den USA sind gv-Zuckerrüben seit 2007 im Anbau. 2009 liegt dort der Anteil der herbizidresistenten gv-Zuckerrüben bei 95 Prozent, das entspricht einer Fläche von 485.000 Hektar. Im Vorjahr betrug der GVO-Anteil 59 Prozent. Auch in Kanada nutzen die Landwirte gv-Rüben - inzwischen auf 15.000 Hektar, 96 Prozent der kanadischen Rübenflächen.

In den USA standen auf kleineren Flächen gv-Zucchinis (Squash) und gv-Papayas, in Australien und Kolumbien gv-Nelken. In Japan wurde 2009 eine gentechnisch veränderte Rose mit blauer Blütenfarbe auf den Markt gebracht. Der Anbau findet in Gewächshäusern statt.

In China werden gv-Papayas und gv-Pappeln genutzt. Zudem soll es einen begrenzten Anbau von gv-Tomaten, Paprika und Petunien geben. Genauere Angaben dazu enthält der ISAAA-Report nicht.

In der EU entwickelt sich die landwirtschaftliche Nutzung der Grünen Gentechnik gegen den weltweiten Trend. Vor allem wegen der Anbauverbote in Frankreich und Deutschland gingen die Anbauflächen für gentechnisch veränderten Bt-Mais 2009 um etwa 15.000 auf nunmehr 94.000 Hektar zurück. Der weitaus größten dieser Flächen liegen in Spanien. Auf Bt-Mais entfallen unverändert 22 Prozent der spanischen Maiserzeugung.

 

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