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Gentechnisch veränderte Pflanzen: Anbau 2012 weltweit auf 170 Millionen Hektar

Auch 2012 sind weltweit wieder mehr gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut wurden. Die Flächen stiegen gegenüber 2011 um zehn auf nunmehr 170 Millionen Hektar. Wie aus dem aktuellen Jahresbericht der Agro-Biotechnologie-Agentur ISAAA (International Service for the Acquisition of Agri-Biotech Applications) hervorgeht, wurden in Schwellen- und Entwicklungsländern 2012 erstmals mehr gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut als in den Industrieländern. Bis auf wenige Ausnahmen beschränkt sich die landwirtschaftliche Nutzung von gv-Sorten weiterhin auf die vier Kulturarten Soja, Mais, Baumwolle und Raps. Bei Baumwolle gingen die weltweiten GVO-Anbauflächen leicht zurück.

  Fläche Fläche GVO

Anteil GVO

Soja 100 81 81%
Baum- wolle 30 24,3 81%
Mais 159 55,6 35%
Raps 31 9,3 30%

Weltweite Anbauflächen in Mio. Hektar, gesamt und gv-Sorten (Daten: ISAAA)


Gv-Soja. Anbauflächen weltweit in Mio. ha


Gv-Mais. Anbauflächen weltweit in Mio. ha


Gv-Raps. Anbauflächen weltweit in Mio. ha


Gv-Baumwolle. Anbauflächen weltweit in Mio. ha
(Alle Daten: ISAAA)

 

USA 69,5

S, M, B, R, ZR, Alfalfa, Squash, Papaya

Brasilien 36,6 S, M, B
Argentinien 23,9 S, M, B
Kanada 11,6 R, M, S, ZR
Indien 10,8 B
China 4,0 B, Pappeln,  Papaya,  Tomaten, Sweet Pepper
Paraguay 3,4 S, M, B
Südafrika 2,9 M, S, B
Pakistan 2,8 B
Uruguay 1,4 S, M
Bolivien 1,0 S
Philippinen 0,8 M
Australien 0,7 B, R
Burkina Faso 0,3 B
Myanmar 0,3 B
Mexiko 0,2 B, S
EU (acht Länder) >0,1 M
Kolumbien <0,1 B
Chile <0,1 M, S, R
Honduras <0,1 M
Ägypten <0,1 M
Kuba <0,1 M
Sudan <0,1 B
Costa Rica <0,1 B, S
Anbauflächen für gv-Pflanzen nach Ländern 2012; Fläche in Millionen Hektar
S = Sojabohnen, M= Mais, R = Raps, B = Baumwolle, ZR = Zuckerrüben

Quellen: ISAAA Brief No 44-2012 (executive summary)

Die nach Flächen führenden Länder bei der landwirtschaftlichen Nutzung von gv-Pflanzen sind die USA (69,5 Mio. Hektar), Brasilien (36,6), Argentinien (23,9), Kanada (11,6) und Indien (10,8). Auch in China, Paraguay, Pakistan, Südafrika, Uruguay und Bolivien wurden gv-Pflanzen auf mehr als einer Million Hektar angebaut.

Den größten Zuwachs in einem Land verzeichnete Brasilien. Dort nahmen die GVO-Flächen um 6,3 auf nunmehr 36,3 Millionen Hektar zu. Auch in Südafrika stiegen die mit gv-Mais, Soja und Baumwolle bewirtschafteten Flächen um 0,6 Millionen Hektar an. Deutliche Rückgänge werden dagegen aus Kolumbien, Ägypten und Rumänien gemeldet.

In zwei Ländern wurden 2012 erstmals gv-Pflanzen ausgebracht: Der Sudan folgt Burkina Faso und begann auf 200.000 Hektar mit schädlingsresistenter gv-Baumwolle. Kuba baute auf 3.000 Hektar unter "kontrollierten Bedingungen" einen am CIGB-Institut in Havana entwickelten Bt-Mais mit einer Resistenz gegen den auf der Karibik-Insel wichtigsten Maisschädling an.

Drei europäische Länder - Deutschland, Schweden und Polen - haben den Anbau von gv-Pflanzen 2012 eingestellt.

Die kommerzielle Nutzung von gv-Sorten konzentriert sich weiterhin auf Sojabohnen, Mais, Baumwolle und Raps.

  • Bei Sojabohnen stieg die Anbaufläche für gv-Soja gegenüber 2011 von 75,4 auf 81 Millionen Hektar und damit der Anteil an der gesamten Sojaerzeugung auf 81 Prozent. Hinter diesem deutlichen Zuwachs steht die erneute Ausweitung der Sojaerzeugung und der Nutzung von gv-Sorten in Brasilien. Weitere Anbauländer mit gv-Soja sind USA, Argentinien, Kanada, Uruguay, Bolivien, Paraguay, Chile, Mexiko, Costa Rica und Südafrika.

  • Bei Mais nahmen die mit gv-Sorten bewirtschafteten Flächen um 4,6 auf gut 55 Millionen Hektar zu. Gv-Mais wird hauptsächlich in den USA, Brasilien, Argentinien, Kanada, Südafrika, Ägypten, den Philippinen und zahlreichen Ländern vor allem in Mittel- und Südamerika sowie in Europa angebaut.

  • Bei Raps nahmen die GVO-Flächen von 8,2 auf 9,3 Millionen Hektar zu. Diese befinden sich überwiegend in Kanada; weitere Anbauländer sind USA und Australien.

  • Dagegen gingen die Flächen für gv-Baumwolle 2012 um 0,4 auf 24,3 Millionen Hektar zurück. Allerdings nahm die Baumwollproduktion im vergangenen Jahr weltweit ab, so dass GVO-Anteil trotz geringerer Fläche dennoch leicht anstieg. Gv-Baumwolle wird weltweit in 15 Ländern genutzt.  An der Spitze liegen Indien, China und die USA. In allen drei Ländern liegt der GVO-Anteil zwischen 80 und 95 Prozent.

In den USA wurden 2012 auf 485.000 Hektar gv-Zuckerrüben (97 Prozent) angebaut, dazu regional begrenzt gv-Zucchinis (Squash) auf 2.000 Hektar und gv-Papayas (2.000 Hektar, 60 Prozent) auf Hawaii. Zudem bringen die Farmer seit 2011 auf größeren Flächen herbizidresistente gv-Alfalfa (Luzerne) aus, eine in den USA wichtige Futterpflanzen vor allem für Milchkühe. Nach 200.000 Hektar im Vorjahr soll nach einer Umfrage unter Landwirten 2012 etwa die Hälfte des ausgebrachten Alfalfa-Saatguts - das entspricht 4,5 von 9 Millionen Hektar - gentechnisch verändert sein.

In China werden gv-Papayas  (6.275 Hektar) und gv-Pappeln (500 Hektar) genutzt. Zudem soll es einen begrenzten Anbau von Paprika geben. Genauere Angaben dazu enthält der ISAAA-Report nicht.

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08. März 2013 [nach oben springen]

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