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Erprobungsanbau 2004: Begleitforschung
Silomais: Die Ergebnisse
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Wird gentechnisch veränderter Mais
angebaut, kommt es zu Auskreuzungen in die benachbarten Maisfelder.
Nennenswerte GVO-Einträge oberhalb des Kennzeichnungs-Schwellenwerts
von 0,9 Prozent treten jedoch vor allem in einem zehn Meter breiten Streifen neben der Parzelle mit gv-Mais
auf.
Am Erprobungsanbau 2004 hatten sich dreißig
landwirtschaftliche Betriebe und Forschungseinrichtungen in sieben
Bundesländern beteiligt. Die Parzelle mit
Bt-Mais
und die angrenzenden Flächen mit konventionellem Mais wurden mit der
jeweiligen betriebspezifischen Technik bearbeitet. Drei Felder
konnten aus unterschiedlichen Gründen nicht ausgewertet werden.
Während der Blütezeit gab es keine
Hauptwindrichtung. Es wurde daher nicht für jede Windrichtung
getrennt ausgewertet, sondern nur ein Mittelwert gebildet.

GVO-Gehalt (in %) in
Abhängigkeit zum Abstand von der Parzelle mit
Bt-Mais (in m): Mittelwerte aller 18 Standorte, an
denen Silomais angebaut wurde.

Probennahme Silomais. Bei
Silomais wird die ganze Pflanze verwertet. Die Proben
werden aus dem Häckselgut eines Erntestreifens
entnommen. |
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Die Ergebnisse
- In dem unmittelbar an die Bt-Parzelle angrenzenden Streifen
(0-10m) liegen die
GVO-Anteile in einigen Fällen über dem Schwellenwert von 0,9
Prozent. In der Praxis könnte die Ernte dieses Streifens nur dann als
konventioneller Mais ohne Kennzeichnung vermarktet werden, wenn der GVO-Anteile
nachweislich unter 0,9 Prozent bliebe.
- In größerer Entfernung von der Bt-Parzelle (20-30 m,
50-60 m) fand man an keinem Standort GVO-Werte über 0,9 Prozent.
In der Regel lagen die über alle Himmelsrichtungen gemittelten
Werte unter 0,5 Prozent (20-30m) bzw. 0,2 Prozent (50-60).
- Wird für jede Himmelrichtung getrennt ausgewertet, zeigen sich
an einigen Standorten auch zwischen 20 und 30 Metern Einzelwerte
über 0,9 Prozent.
- Man geht jedoch davon aus, dass sich höhere GVO-Werte in der
Gesamternte "verdünnen": In der landwirtschaftlichen Praxis
dürften die GVO-Anteile in den Ernte des an die Bt-Maisparzelle
angrenzenden konventionellen Maisfeldes unterhalb des
Schwellenwerts bleiben. Bei einem 60 m breiten Erntestreifen wurde
bei zwei Standorten ein GVO-Anteil über 0,9 Prozent errechnet.
Wird ein Streifen von 100 Metern geerntet, bleibt der GVO-Anteil
an allen Standorten unter 0,9 Prozent. (siehe Tabelle unten)
-
Die Maßnahme, früh- und spätblühende Sorten gleichzeitig
anzupflanzen, ist in der Praxis nicht geeignet, GVO-Einträge zu
verhindern.
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Vorgegebener GVO-Anteil (in%) |
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L1 |
|
M1 |
0,08 |
0,31 |
0,98 |
|
M2 |
0,14 |
0,34 |
1,20 |
|
Ø |
0,11 |
0,33 |
1,06 |
|
|
L2 |
|
M1 |
0,11 |
0,28 |
1,58 |
|
M2 |
0,10 |
0,52 |
2,40 |
|
Ø |
0,11 |
0,44 |
1,99 |
|
|
L3 |
|
M1 |
0,07 |
0,28 |
2,34 |
|
M2 |
0,07 |
0,42 |
1,28 |
|
Ø |
0,07 |
0,37 |
1,81 |
|
|
L4 |
|
M1 |
0,12 |
0,89 |
2,75 |
|
M2 |
0,18 |
0,70 |
3,40 |
|
Ø |
0,15 |
0,80 |
3,08 |
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Vortest für die
Auswahl der Untersuchungslabore: Proben mit
vorgegebenen GVO-Anteilen wurden jeweils von vier
Laboren (L1-4) untersucht. Jedes Labor führte zwei
Messungen (M1, M2) durch. In einigen Fällen zeigten
sich zwischen tatsächlichem und gemessenem
GVO-Anteil deutliche Abweichungen. Die Labore
2 und 3 wurden ausgewählt. |
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Laboranalysen: Mit Schwankungsbreiten
Jede Maisprobe wurde von zwei verschiedenen Laboren auf
GVO-Anteile untersucht. Dadurch sollten Schwankungen in den
Messergebnissen ausgeglichen werden. Die für den Nachweis verwendete
PCR-Technik
liefert nicht immer exakte, eindeutige Ergebnisse.
Vor der Auftragserteilung waren an verschiedene Labore Proben mit
definierten GVO-Anteilen geschickt worden. Die gemessenen Werte
differierten stark. Die beiden Labore, deren Ergebnisse die
geringsten Abweichungen vom tatsächlichen GVO-Anteil aufwiesen,
wurden mit den Analyse-Nachweisen der Maisproben beauftragt.
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Erprobungsanbau 2004: Ergebnisse Silomais
GVO-Einträge in konventionellen Mais (18
Standorte Silomais)
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Stand- ort |
Fläche Bt-Mais (ha) |
GVO-Anteile (in %) im Abstand von (in m) |
GVO-Anteil (in %) bei Erntestreifen von (in m) |
| |
|
0-10 |
20-30 |
50-60 |
0-60 |
0-100 |
|
01 |
3,0 |
0,19 |
0,06 |
0,00 |
0,07 |
0,04 |
|
02 |
1,9 |
3,74 |
0,23 |
0,04 |
1,04 |
0,64 |
|
04 |
1,3 |
0,64 |
0,15 |
0,11 |
0,26 |
0,20 |
|
05 |
0,4 |
0,02 |
0,01 |
0,00 |
0,01 |
0,00 |
|
06 |
0,4 |
0,14 |
0,08 |
- |
0,07 |
0,04 |
|
07 |
0,3 |
0,26 |
0,08 |
0,03 |
0,11 |
0,08 |
|
09 |
7,0 |
0,63 |
0,07 |
0,03 |
0,20 |
0,13 |
|
10 |
1,0 |
0,23 |
0,02 |
0,02 |
0,07 |
0,05 |
|
21 |
9,0 |
0,82 |
0,19 |
0,15 |
0,33 |
0,26 |
|
22 |
23,0 |
0,65 |
0,64 |
0,16 |
0,49 |
0,36 |
|
31 |
1,0 |
0,20 |
0,13 |
0,01 |
0,11 |
0,07 |
|
41 |
2,3 |
3,30 |
0,59 |
0,21 |
1,14 |
0,77 |
|
42 |
4,0 |
0,72 |
0,48 |
0,29 |
0,48 |
0,40 |
|
61 |
4,9 |
2,12 |
0,32 |
0,11 |
0,70 |
0,46 |
|
62 |
6,5 |
2,77 |
0,32 |
0,10 |
0,86 |
0,56 |
|
64 |
3,0 |
0,60 |
0,29 |
0,19 |
0,33 |
0,27 |
|
71 |
1,1 |
0,94 |
0,30 |
0,76 |
0,61 |
0,67 |
|
81 |
15,7 |
2,66 |
0,27 |
0,25 |
0,86 |
0,61 |
Die Standorte sind codiert.
Auf jedem Feld
des Erprobungsanbaus wurden in verschiedenen Entfernungen von der Bt-Mais-Parzelle Proben genommen: jeweils in den
Entfernungsbereichen 0 bis 10, 20 bis 30 und 50 bis 60 Meter. In jeder
dieser Zonen wurden aus dem Erntegut drei Proben gezogen und nach der Vermahlung im
Labor zu einer Sammelprobe zusammengestellt. Jede Sammelprobe wurde
wiederum in fünf Einzelproben aufgeteilt: Je eine wurden von den
ausgewählten Analytik-Laboren auf GVO-Anteile untersucht. Die
übrigen drei wurden als Rückstellproben aufbewahrt.
Nach diesem Schema wurden für jeden
Entfernungsbereich Proben für alle vier Himmelrichtungen getrennt
ausgewertet. Während der Maisblüte war jedoch keine vorherrschende
Windrichtung erkennbar. Die obigen Ergebnisse sind Mittelwerte für
alle vier Windrichtungen.
Wird ein an eine Bt-Parzelle angrenzendes
konventionelles Maisfeld von gleicher Größe geerntet,
bleiben die GVO-Anteile der Ernte in der Regel unter 0,9 Prozent.
Die beiden rechten Spalten der obigen Tabelle zeigen die GVO-Anteile,
wenn ein konventioneller Streifen von 0 bis 60 sowie 0 bis 100 Meter
neben einem Bt-Maisfeld geerntet wird. Der Berechnung liegen
folgende Annahmen zugrunde: Für den Erntestreifen bis 15 Meter wird
derjenige GVO-Eintrag angesetzt, der im Entfernungsbereich 0 bis 10 m
gemessen wurden. Der anschließende Streifen zwischen 15 und 40 m
erhält rechnerisch den GVO-Eintrag der Zone 20 bis 30 m. Für alle darüber
hinaus gehenden Erntebereiche wird der GVO-Eintrag der dritten Zone
(50 bis 60m) zugrunde gelegt.
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