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Erprobungsanbau 2004: Begleitforschung

Körnermais: Die Ergebnisse


Die Auswertung des Erprobungsanbaus 2004 ist abgeschlossen. Alle 29 Standorte, an denen Bt-Mais angepflanzt wurde, sind ausgewertet. Als letztes wurden die Ergebnisse für die Körnermais-Felder veröffentlicht.

Auch für die acht Körnermais-Standorte zeigt sich das gleiche Bild wie beim Silomais: Mit zunehmender Entfernung von der BtBt-Parzelle nehmen die GVOGVO-Anteile deutlich ab. Nach zwanzig Metern liegt der über Pollenflug verursachte Bt-Mais-Eintrag im konventionellen Erntegut unter dem SchwellenwertSchwellenwert von 0,9 Prozent. Bis zu diesem Anteil sind zufällige Beimischungen von zugelassenen gv-Pflanzen ohne Kennzeichnung erlaubt.

GVO-Gehalt (in %) in Abhängigkeit zum Abstand von der Parzelle mit Bt-Mais (in m): Mittelwerte jeweils für 18 Silomais-Standorte und 8 Körnermais-Standorte.


Probennahme Körnermais. Für jeden Erntestreifen wird jeweils eine Probe aus dem Körnertank des Mähdreschers gesammelt.

Die Ergebnisse für die Körnermais-Standorte

  • Im unmittelbar an die Bt-Parzelle angrenzenden Streifen (0-10 Meter) wurden an vier Standorten GVO-Einträge über dem für die Kennzeichnung maßgebenden Schwellenwert von 0,9 Prozent gemessen.
  • Im Streifen zwischen 20 und 30 Meter Entfernung vom Bt-Feld wurde an keinem Standort der Schwellenwert überschritten. Die GVO-Anteile bewegen sich zwischen 0,08 und 0,69 Prozent.
  • Nach 50 bis 60 Meter liegen die GVO-Anteile im konventionellen Mais in der Regel unter 0,1 Prozent.
  • Wird ein 60 Meter breiter Streifen des konventionellen Maisfeldes geerntet, der unmittelbar an die Bt-Parzelle angrenzt, bleibt der GVO-Anteil im Erntegut unterhalb der 0,9%-Schwelle.

Während der Blütezeit gab es keine Hauptwindrichtung. Es wurde daher nur der Mittelwert über alle vier Himmelsrichtungen aufgeführt (siehe Tabelle unten). An einem Standort wurde in der Zone 20-30 Meter für eine Himmelsrichtung ein Einzelwert über 0,9 Prozent ermittelt. Im entfernten Erntestreifen (50-60 Meter) lagen alle Einzelwerte deutlich unter dem Schwellenwert.

Körnermais: Keine höheren GVO-Anteile

Signifikante Unterschiede zwischen Silo- und Körnermais wurden nicht festgestellt, obwohl bei gleicher Bestäubungsrate bei Körnermais ein höherer GVO-Anteil zu erwarten gewesen wäre. Bei einer Befruchtung durch Bt-Mais ist nachweisfähige DNADNA nur in den Körnern vorhanden, nicht jedoch in der übrigen Pflanze.  Bei Silomais wird die ganze Pflanze gehäckselt und eingelagert, bei Körnermais werden nur die Körner geerntet.

Für Prof. Eberhard Weber (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg), der das wissenschaftliche Begleitprogramm koordinierte, zeigen die Ergebnisse des Erprobungsanbaus, dass "einfach zu handhabende Regeln gefunden werden können, die eine Koexistenz zwischen konventioneller und gentechnik-orientierter Landwirtschaft möglich machen." Es reiche aus, einen Streifen von 20 Meter separat zu ernten, um den GVO-Wert im konventionellen Mais unter der 0,9%-Schwelle zu halten. Sind die Felder groß genug, "verdünnen" sich die höheren GVO-Einträge am Rand. Ein direkt an eine Bt-Parzelle grenzendes Nachbarfeld von einer Mindesttiefe von 60 Meter kann vollständig geerntet werden, ohne einen GVO-Anteil über 0,9 Prozent befürchten zu müssen.

Erprobungsanbau 2004: Ergebnisse Körnermais
GVO-Einträge in konventionellem Mais (8 Standorte Körnermais, ein Standort Liesch-Kolben-Schrot)
 

Stand- ort Fläche Bt-Mais (ha) GVO-Anteile (in %) im Abstand von (in m) GVO-Anteil (in %) bei Erntestreifen von (in m)
    0-10 20-30 50-60 0-60
03 1,8 1,86 0,69 0,36 0,88
08 2,9 1,61 0,26 0,18 0,57
63 18,3 0,63 0,32 0,07 0,31
72 8,5 1,23 0,32 0,11 0,48
75 8,5 1,00 0,58 - 0,68
76 5,0 0,21 0,09 0,02 0,09
77 5,0 0,80 0,28 0,05 0,33
78 5,0 0,52 0,08 0,05 0,18
74 6,2 2,81 0,36 0,07 0,88

 

Die Standorte sind codiert.

Auf jedem Feld des Erprobungsanbaus wurden in verschiedenen Entfernungen von der Bt-Mais-Parzelle Proben genommen: jeweils in den Entfernungsbereichen 0 bis 10, 20 bis 30 und 50 bis 60 Meter. In jeder dieser Zonen wurden aus dem Erntegut drei Proben gezogen und nach der Vermahlung im Labor zu einer Sammelprobe zusammengestellt. Jede Sammelprobe wurde wiederum in fünf Einzelproben aufgeteilt: Je eine wurde von den ausgewählten Analytik-Laboren auf GVO-Anteile untersucht. Die übrigen drei wurden als Rückstellproben aufbewahrt.

Nach diesem Schema wurden für jeden Entfernungsbereich Proben für alle vier Himmelrichtungen getrennt ausgewertet. Während der Maisblüte war jedoch keine vorherrschende Windrichtung erkennbar. Die obigen Ergebnisse sind Mittelwerte für alle vier Windrichtungen.

Die rechte Spalte der obigen Tabelle zeigt die rechnerischen GVO-Anteile, wenn ein konventioneller Streifen von 0 bis 60 Meter neben einem Bt-Maisfeld geerntet wird. Der Berechnung liegen folgende Annahmen zugrunde: Für den Erntestreifen bis 15 Meter wird derjenige GVO-Eintrag angesetzt, der im Entfernungsbereich 0 bis 10 Meter gemessen wurde. Der anschließende Streifen zwischen 15 und 40 Meter erhält rechnerisch den GVO-Eintrag der Zone 20 bis 30 Meter. Für alle darüber hinaus gehenden Erntebereiche wird der GVO-Eintrag der dritten Zone (50 bis 60 Meter) zugrunde gelegt.

An einem Standort (74) wurde Liesch-Kolben-Schrot geerntet. Dabei werden der Maiskolben und die Lieschblätter verwertet.

 

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13. April 2005 [nach oben springen]

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