EU bleibt bei Nulltoleranz
(01.10.2008) In
der EU sollen nun doch keine Toleranzwerte für nicht
zugelassene gentechnisch veränderte Pflanzen in
Agrarimporten eingeführt werden. Im Frühjahr hatte die
EU-Kommission eine Lockerung der Nulltoleranz
angekündigt, um den sich abzeichnen Lieferengpässen
bei Futtermitteln zu begegnen.
Wie eine Sprecherin von
EU-Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou
gegenüber dem Dow Jones Nachrichtendienst
erklärte, sollen statt dessen in der EU vor allem
bei Mais und Sojabohnen weitere gv-Sorten ( Events)
zügig zugelassen werden.
Noch im Juni hatte sich die
EU-Kommission dafür ausgesprochen, das Problem der
Spuren nicht zugelassener GVO schnell und "auf
technischem Weg" zu lösen. Derzeit gilt für GVO, die
in der EU nicht zugelassen sind, eine Null-Toleranz:
Jeder Nachweis eines solchen GVO in einer Lieferung
mit Agrarrohstoffen führt dazu, dass diese nicht
verkehrfähig sind und daher nicht in die EU
eingeführt werden dürfen.
In den USA werden schon jetzt
und verstärkt im kommenden Jahr neue gentechnisch
veränderte Pflanzen angebaut, die in der EU nicht
zugelassen sind. Eine ähnliche Entwicklung zeichnet
sich in Argentinien und Brasilien ab. Da es in der
Praxis kaum möglich ist, den Anbau von gv-Pflanzen
und ihre Weiterverarbeitung so zu organisieren, dass
in den Agrarprodukten auch geringste Spuren davon
mit absoluter Sicherheit auszuschließen sind, könnte
es zu Lieferengpässen vor allem bei Futtermitteln
führen.
In den letzten Monaten ist in
der EU bereits der Import mehrere solcher
gv-Pflanzen erlaubt worden, etwa GA21-Mais,
59122-Mais (Herculex und A2704-12 Sojabohnen
(Liberty Link). Die EU-Zulassung von
RoundupReady2-Sojabohnen, die ab 2009 in den USA
großflächig angebaut werden, steht jedoch aus. Noch
am Montag fand die Zulassungsempfehlung der
EU-Kommission nicht die qualifizierte Mehrheit der
Mitgliedstaaten erhalten.
Die EU führt jährlich etwa 40
Millionen Tonnen Sojabohnen und Sojaschrot aus
Argentinien, Brasilien und den USA ein.
Mehr bei TransGen:
Mehr im Web:
|