Auberginenfeld Bangladesch 2

Aubergine (Brinjal, Talong)

Anbau-Zulassung Bangladesch 2013
Anbau Versuchsanbau in Bangladesch seit 2014, Anbau seit 2016
Forschungsschwerpunkte Resistenz gegen Schadinsekten
Freilandversuche EU: 10 (Italien, 1997-2004)
USA: 7 (1994-1999), Indien, Philippinen, Bangladesch

Die Aubergine wird auch Eierfrucht oder Melanzani (Österreich) genannt - auf englisch Eggplant, in Indien Brinjal, auf den Philippinen Talong und in Bangladesch Begun.

Im Freiland werden Auberginen weltweit in tropischen und subtropischen Regionen angebaut, in den gemäßigten Breiten nur in warmen Regionen.

Von den 2016 weltweit produzierten 51,3 Millionen Tonnen Auberginen wurden etwa 45 Millionen Tonnen in China und Indien geerntet (2016).

Weitere wichtige Anbauländer sind Ägypten und die Türkei. In Europa gibt es Freilandanbau von Auberginen vor allem in Spanien und Italien, im Gewächshaus vor allem in den Niederlanden.

Die Aubergine wird als Gemüse - gedünstet, geschmort oder gebraten - verzehrt oder verarbeitet in Gemüseprodukten angeboten.

Gentechnik: Ziele bei Forschung und Entwicklung

Anbaueigenschaften

  • Insektenresistenz
    Durch Einführen eines aus Bakterien (Bacillus thuringiensis (Bt)) stammenden Gens produzieren Auberginen einen Wirkstoff (Bt-Protein), der für bestimmte Fraßinsekten wie etwa den Auberginenfruchtbohrer (ESFB, Eggplant Shoot and Fruit Borer) giftig ist. Damit könnte der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln deutlich reduziert werden. In Indien - und ähnlich auch in Bangladesch und auf den Philippinen - ist der Schädlingsdruck im Auberginenanbau groß. Heute sollen dort in einer Anbausaison zwischen 60 und 140 mal Insektizide gespritzt werden.

Indien: Bisher hat die Regierung die von der indischen Monsanto-Tochter Mahyco entwickelte gentechnisch veränderte Bt-Aubergine nicht für den Anbau zugelassen. Zwar stufte die zuständige indische Behörde (Genetic Engineering Approval Committee, GEAC) im Oktober 2009 die Bt-Aubergine als sicher für Mensch und Umwelt ein, die Regierung wollte jedoch zunächst weitere Gutachten einholen und den Ausgang gerichtlicher Auseinandersetzungen abwarten.

Auf den Philippinen werden seit 2010 an mehreren Standorten Anbauversuche mit Bt-Auberginen durchgeführt. Ende 2015 hatte der Oberste Gerichtshof der Philippinen diese zunächst untersagt, im Juli 2016 das Verbot jedoch wieder aufgehoben.

Aubergine: Anbau in Bangladesch

Bt-Auberginen: Kleinbauern in Bangladesch

Foto: Mark Lynas

Der Versuchsanbau wurde wissenschaftlich ausgewertet und die Ergebnisse 2016 veröffentlicht. Sie belegen, dass gentechnisch veränderte Bt-Auberginen unter Freilandbedingungen gegen den ESFB-Schädling tatsächlich wirksam sind. Es wurden ausreichend hohe Gehalte des Bt-Proteins in den verschiedenen Pflanzenteilen der Auberginen nachgewiesen, so dass der Befall durch EFSB-Larven bis zu 99 Prozent reduziert war. Dadurch wurden Schäden an Früchten und Spross nahezu vollständig verhindert. - Eine weitere Studie untersuchte im Rahmen eines dreijährigen Feldversuches, wie sich Bt-Auberginen auf andere Insekten (Nicht-Zielorganismen) auswirken. Es fanden sich keine Hinweise auf nachteilige Effekte. Bt-Auberginen, so das Ergebnis, sind eine „effektive und selektive Kontrolle der wichtigsten Auberginen-Schädlinge in Asien. Sie können die Abhängigkeit von konventionellen Pestiziden deutlich reduzieren.“

Bangladesch: Auch das Bangladesh Agriculture Research Institute (BARI) arbeitet seit 2006 an Bt-Auberginen. In vier lokal genutzte Sorten wurde das Bt-Gen eingeführt. Im Oktober 2013 wurden diese Bt-Auberginen in Bangladesch durch das zuständige National Committee on Biosafety (NCB) zunächst für einen begrenzten Anbau freigegeben. Um Erfahrungen beim praktischen Anbau zu gewinnen, wurde 2014 und 2015 Saatgut an eine begrenzte Zahl von Landwirten abgegeben. 2016 bauten dann bereits 2.500 und 2017 etwa 6000 Kleinbauern Bt-Auberginen an.

Großes Foto oben: Arif Hossain/Bangladesh Alliance for Science, Cornell Universit