Bohne (Gartenbohne, Ackerbohne, Augen- oder Kuhbohne, Adzuki-Bohne)

Anbau-Zulassung Brasilien (2011)
Anbau bislang kein kommerzieller Anbau
Forschungsschwerpunkte Virus-, Pilz- und Insektenresistenz, Herbizidtoleranz
Freilandversuche USA: 8 (2006-2009)
Brasilien, Mexiko, Costa Rica, Nigeria, Burkina Faso, Ghana, Malawi, Japan (1999)

Bohnen Info

Als Bohnen werden die Früchte und Samen von Pflanzen aus der Familie der Hülsenfrüchte (Fabaceae) bezeichnet. Weltweit wurden 2016 etwa 50 Millionen Tonnen Bohnen geerntet. Führende Erzeugerländer sind China, Myanmar und Brasilie.

Bohnen haben wie andere Hülsenfrüchte (Linse, Erbse) einen hohen Gehalt an Proteinen. In vielen Ländern Afrikas sowie Mittel- und Südamerikas sind sie Hauptbestandteil der Nahrung. Vor dem Verzehr müssen Bohnen gekocht werden, um giftige Eiweißverbindungen abzubauen. Bohnen werden als Gemüse oder Salat verzehrt bzw. zu Konserven- und Tiefkühlgemüse verarbeitet. Die Blätter lassen sich getrocknet oder gekocht als Küchengewürz nutzen, die Hülsen zu Arzneien und Tees verarbeiten.

Kuhbohne

Bt-Kuhbohne - resistent gegen den Maruca-Schädling. In Afrika sind insektenresistente gv-Kuhbohnen entwickelt worden. Sie bilden das aus Mais und Baumwolle bekannte Bt-Protein. Im Gewächshaus hat sich gezeigt, dass Bt-Kuhbohnen besser gegen Fraßschäden geschützt sind als konventionelle Pflanzen. Nun werden Freilandversuche in Nigeria, Ghana und Burkina Faso durchgeführt. In Nigeria könnten sie 2018 für den Anbau zugelassen werden. - An dem Bt-Kuhbohnenprojekt sind verschiedene Unternehmen und Forschungseinrichtungen beteiligt. Es wird von der African Agricultural Technology Foundation (AATF) koordiniert. Die Patente für die verwendeten Gene wurden von Monsanto lizenzfrei zur Verfügung gestellt.

In Europa sowie in Nord- und Südamerika wird hauptsächlich die Gartenbohne (Phaseolus vulgaris) angebaut. Sie kommt in unterschiedlichen Formen und Farben vor. Die aufrecht wachsende Buschbohne wird vor allem im Feldanbau kultiviert, die rankende Stangenbohne (auch: grüne Bohne) in Gärten und Gewächshäusern. Gartenbohnen wachsen heute in allen Erdteilen, die Züchter haben sie an unterschiedliche Klimazonen und Witterungsbedingungen angepasst. In Mittelamerika und Afrika nutzen Kleinbauern die Gartenbohnen oft in Mischkulturen zusammen mit Mais oder Kaffee.

Die Ackerbohne (Vicia faba) ist eine der ältesten Kulturpflanzen. Sie wird weltweit in gemäßigten und zum Teil subtropischen Klimagebieten Europas, Asiens (u. a. China) und Südamerikas angebaut. Die Ackerbohne ist nach der Sojabohne die Hülsenfrucht mit dem zweithöchsten Proteingehalt. Sie ist auch als Dicke Bohne, Sau- oder Pferdebohne bekannt. Sie wird gekocht verzehrt, zu Mehl und als Nass- und Tiefkühlkonserve verarbeitet. In vielen Ländern dient sie hauptsächlich als Viehfutter.

Die Kuhbohne (Vigna unguiculata), auch Augen- und Schlangenbohne genannt, stammt ursprünglich aus Afrika, wird heute aber auch in Südeuropa, Asien, Südamerika und im Süden der USA angebaut. Da sie gut mit Trockenheit zurecht kommt und keine Düngung benötigt, wird sie vor allem von Kleinbauern angebaut, in Afrika in Mischkulturen mit Mais, Sorghum, Hirse oder Cassava (Maniok). In den trockenen Savannen-Regionen Afrikas ist die Kuhbohne die wichtigste dort angebaute Nahrungspflanze.

Die Adzuki-Bohne (Vigna angularis) wird hauptsächlich in Ostasien ‒ ihrem Ursprungsgebiet ‒ angebaut. Dort dient sie auch als Zwischenfrucht im Reisanbau zur Gründüngung. In Japan ist die Adzuki-Bohne die zweitwichtigste Hülsenfrucht nach der Sojabohne.


Gentechnik

Gentechnik: Ziele bei Forschung und Entwicklung

Anbaueigenschaften

  • Virusresistenz
    In Brasilien ist eine gv-Bohne (Pinto-Bohne) mit einer Resistenz gegen das verbreitete Golden Mosaic Virus (BGMV) entwickelt worden. Wissenschaftler des brasilianischen Agrarforschungszentrums Embrapa haben ein Genkonstrukt in die Bohnen eingeführt, so dass diese eine spezielle RNA-Sequenz bilden. Sie bewirkt, dass nach einem Virus-Befall ein für die Vermehrung der Viren notwendiges Gen blockiert wird (RNA‑Interferenz).

    Bei Versuchen zeigten die so „immunisierten“ Bohnen eine deutlich verbesserte Resistenz: 93 Prozent der Bohnen wiesen keine der für BGMV-Befall typischen Symptome auf.
    Die gv-Bohne (Embrapa 5.1) wurde 2011 durch die brasilianische Kommission für biologische Sicherheit (CTNBio) zugelassen, bislang wird sie aber noch nicht kommerziell genutzt.

    Embrapa arbeitet an Virusresistenzen für weitere in Brasilien populäre Bohnensorten (black bean, carioca bean).
  • Insektenresistenz
    Der Hauptschädling für die Kuhbohne in Afrika ist der Fruchtbohrer (Bean pod borer, Maruca vitrata). Bei starkem Befall kann er Ertragsverluste zwischen 70 und 80 Prozent verursachen. Wegen der hohen Kosten können sich die meisten Kleinbauern den Einsatz von Insektiziden für die Schädlingsbekämpfung nicht leisten. In Afrika sind insektenresistente gv-Kuhbohnen entwickelt worden, die sich auf die insektizide Wirkung des Bt-Proteins stützen. Derzeit werden sie in Freilandversuchen getestet.
  • Pilzresistenz
    In Mexiko wird an pilzresistenten Bohnen geforscht. 2014 wurde die erste experimentelle Freisetzung genehmigt.
  • Unkrautmanagement: Herbizidtoleranz
  • Hitzetoleranz, Trockentoleranz
    Australische Wissenschaftler haben trockentolerante gv-Mungbohnen entwickelt mit tieferen und weiter verzweigten Wurzeln. So haben die Pflanzen besseren Zugang zu Wasser und Nährstoffen.

Produkteigenschaften

  • veränderte Proteinqualität durch einen erhöhten Anteil der Aminosäure Methionin
  • erhöhter Tryptophangehalt und damit erhöhter Nährstoffgehalt: Tryptophan gehört zu den essentiellen Aminosäuren.