Rapsblüte 2

Raps

Anbau-Zulassungen Kanada, USA, Australien, Japan, Chile
Import-Zulassungen EU 5
Anbau Kanada, USA, Australien, Chile
Forschungsschwerpunkte Herbizidtoleranz, veränderte Inhaltsstoffe, Trockentoleranz
Freilandversuche EU: 382 (9 Länder)
USA: 360, weitere 6 Länder

Raps Info

Raps (Brassica napus) wird weltweit in den wintermilden Gebieten der gemäßigten Klimaregionen angebaut. Hauptanbauländer sind Kanada, China, Indien, Deutschland und Frankreich. 2016 wurde weltweit auf etwa 34 Millionen Hektar Raps angebaut. Die Fläche mit gv-Raps beträgt etwa 24 Prozent.

Rapserzeugung weltweit 2015/16

Rapserzeugung weltweit 2015/16

Lange Zeit war der Rapsanbau für die Landwirtschaft nicht attraktiv, da es für Rapssamen kaum eine Verwendung gab. Rapsöl konnte nicht als Speiseöl verwendet werden, da es durch den Gehalt an Erucasäure bitter schmeckte und gesundheitlich nicht unbedenklich war. Zudem führten die darin enthaltenen Glucosinolate bei Tieren zu Verdauungsproblemen, so dass eine Verfütterung nicht in Frage kam. Erst als es gelang, neue Rapssorten zu züchten, die beide Stoffe kaum noch enthielten, nahm der Rapsanbau deutlich zu. Heute ist dieser mit modernen, jedoch nicht-gentechnischen Methoden gezüchtete Doppel-Null-Raps weit verbreitet. Er wird in den USA als canola bezeichnet, der gewöhnliche Raps als rapeseed.

Aus Raps werden direkt oder indirekt verschiedene Lebensmittel gewonnen (Rapsöl, Margarine, auch Trachtpflanze für Honig).

Raps wird als nachwachsender Rohstoff für spezielle Öle, Fette und andere Industriechemikalien genutzt. Neben Raps- werden auch Rübsensorten (Ölrübe) angebaut. Das aus Rübsen (Brassica rapa) gewonnene Öl wird ebenfalls als Rapsöl bezeichnet. Es wird verwendet für biologisch abbaubare Öle und Schmierstoffe, Grundstoff für Farben und Lacke und für Weichmacher und Tenside.

Biokraftstoffe: Biodiesel wird in Europa überwiegend aus Rapsöl gewonnen. Über die Hälfte des in Deutschland erzeugten Rapsöls wird als Pflanzenkraftstoff oder Biodiesel verwendet. In dafür geeigneten Motoren kann Rapsöl direkt als Kraftstoff verwendet werden.

Als Nebenprodukt bei der Rapsölgewinnung werden aus den Pressrückständen eiweißreiche Futtermittel gewonnen.


Gentechnik

Gentechnik: Ziele bei Forschung und Entwicklung

Anbaueigenschaften

Pflanzenentwicklung

  • frühe Blüte und vermehrte Samenproduktion (Freisetzungsantrag Spanien für 2016/17)
  • männliche Sterilität: Zur Erleichterung der Züchtung von Hybridsorten (Hochertragssorten); oft in Kombination mit Herbizidtoleranz
  • verbesserte Stickstoffverwertung
  • verzögerte Schotenöffnung, um Samenverluste bei der Ernte zu verringern. Deutsche Wissenschaftler konnten dies mit Hilfe des neuen Züchtungsverfahrens CRISPR/Cas erreichen.

Produkteigenschaften

Anreicherung mit gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen, etwa

  • Anreicherung mit Beta-Carotin, einer Vorstufe von Vitamin A
  • erhöhter Stanol- und Sterolgehalt (Rapsöl mit Cholesterin senkender Wirkung)
  • erhöhter Anteil an langkettigen Fettsäuren, um das für die Margarineproduktion notwendige Härten flüssiger Öle zu vermeiden
  • höherer Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren und damit gesundheitliche Aufwertung des Rapsöls
    Omega-3-Fettsäuren: Durch Übertragung von Genen aus Meeresalgen auf Raps enthalten die Samen die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA, die vor allem in fettreichen Meeresfischen vorkommen. Sie gelten als gesundheitsfördernd und sollen eine vorbeugende Wirkung gegen Bluthochdruck sowie Herz- und verschiedene degenerative Erkrankungen haben.
    In Australien wurde Anfang 2018 ein gv-Raps für den Anbau zugelassen, der DHA (Docosahexaensäure) anreichert. Ab 2019 soll das Öl aus dem gv-Raps zunächst als Futtermittel in Aquakulturen eingesetzt werden.
    In Deutschland förderte das BMBF in Verbundprojekten wie Napus2000 (bis 2004) und OLeRa (seit 2005) die Forschung an Raps mit veränderter Fettsäurezusammensetzung und Anreicherung mit Vitamin A.

Nachwachsende Rohstoffe

  • In den USA wurde über mehrere Jahre eine gv-Rapsorte (Laurical) angebaut, die aufgrund eines eingeführten Gens Laurinsäure bildet, eine Fettsäure, die normalerweise im Raps nicht enthalten ist. Laurinsäure ist Rohstoff für die Produktion von Waschmittel-Tensiden. Das Rapsöl sollte Kokosöl und Palmöl als Rohstoffquelle ersetzen, wurde aber auch als Speiseöl und in verschiedenen Lebensmitteln verwendet. 1995 erstmalig angebaut, konnte der gv-Raps sich jedoch auf dem Markt nicht durchsetzen.

Freilandversuche

Freilandversuche mit gv-Raps

Anzahl der Freisetzungsanträge in der EU 1990 bis 2009: 382,

in den USA seit 1986: 360

Die Karte zeigt, in welchen Ländern Freilandversuche durchgeführt wurden.

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Zulassungen

Zulassungen von gv-Raps

Weltweit sind etwa 30 Events gentechnisch veränderten Rapses zugelassen, in den einzelnen Ländern unterschiedlich viele.

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Legende Karten Zulassung

In Kanada sind „neuartige Pflanzen“ zulassungspflichtig, unabhängig vom dafür angewandten Verfahren. So sind drei „neuartige Rapspflanzen“ zugelassen, die mit nicht-gentechnischen Verfahren erzeugt wurden. Diese Rapspflanzen weisen eine veränderte Fettsäurezusammensetzung sowie eine Resistenz gegenüber Herbiziden auf.

In den USA und der EU müssen dagegen nur gentechnisch veränderte Pflanzen ein Zulassungsverfahren durchlaufen, nicht jedoch neuartige Pflanzen, die mit anderen Verfahren, wie etwa der Mutagenese erzeugt wurden.