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Forum Bio- und Gentechnologie

Amylase

Wirkung Aufspaltung pflanzlicher Stärke
Anwendungsbereiche Backwaren, Getränke, Stärkeverzuckerung
gentechnische Herstellung verbreitet
Kennzeichnung nein

Wirkung

Amylasen ist der Sammelbegriff für verschiedene Stärke abbauende Enzyme, die in der Natur weit verbreitet sind. Sie kommen in Tieren und Pflanzen vor und werden von vielen Mikroorganismen gebildet.

Um die in der Nahrung vorhandene pflanzliche Stärke zu verwerten, müssen die großen Stärkemoleküle zuvor in kleinere Einheiten zerlegt werden. Dieser Stärkeaufschluss wird durch Amylasen und andere Enzyme bewirkt. Sie werden von den im Darm siedelnden Mikroorganismen gebildet.

  • Es gibt verschiedene Amylase-Typen. Diese "zerschneiden" die verzweigten Stärkemoleküle jeweils an ganz bestimmten Stellen. Je nach Amylase-Typ entstehen dabei Einfachzucker wie Traubenzucker (GlukoseGlukose) oder Fruchtzucker (FruktoseFruktose), Mehrfachzucker (MaltoseMaltose, Malzzucker) oder besondere Stärkeformen (DextrineDextrine).
  • Unterschieden werden etwa Alpha-Amylase, Beta-Amylase, Glucoamylase (auch: Gamma-Amylase, Amyloglucosidase), maltogene Amylasen, PullulanasePullulanase

Verwendung

In der Lebensmittelindustrie kommen Amylasen vor allem dort zum Einsatz, wo stärkehaltige Rohstoffe verwendet werden. Zwar sind Amylasen natürlicherweise in vielen dieser Rohstoffe - etwa in Getreide oder Hefen - vorhanden. Doch die rohstoffeigenen Amylasen reichen oft nicht aus oder sie wirken zu langsam. Um die Stärke-Aufspaltung zu steuern oder zu beschleunigen, werden großtechnisch gewonnene Amylasen zugesetzt. Diese Präparate enthalten meist ein Gemisch mehrerer Amylase-Typen.

Die wichtigsten Anwendungsgebiete für Amylasen im Lebensmittelbereich sind Stärkeindustrie und Stärkeverzuckerung:

  • Amylasen bauen Mais- oder Kartoffelstärke in mehreren Schritten zu zuckerhaltigen Sirupen ab (Glukosesirup,Glukosesirup, FruktosesirupFruktosesirup). Diese finden eine breite Verwendung etwa bei SüßwarenSüßwaren, Backwaren,Backwaren, SpeiseeisSpeiseeis oder Tomatenketchup.Tomatenketchup. Glukosesirup ist zudem Grundstoff für viele weitere Lebensmittelzutaten und -zusatzstoffe.

  • Backwaren: Amylasen sind vielfach in BackmischungenBackmischungen enthalten. Sie "verdauen" die Stärke vor. Bei Hefebackwaren führt das zu einer erhöhten Leistung der Hefen und vergrößert das Volumen des Gebäcks. Vor allem bei Weißbrot sollen Krustenstabilität und Lagerfähigkeit ("Altbackenwerden") verbessert werden. Zunehmende Bedeutung hat der Zusatz von Amylasen bei tiefgekühlten Teigen und Backwaren.

  • Alkoholindustrie: Viele SpirituosenSpirituosen werden aus Stärke (Getreide, Kartoffeln) gewonnen. Diese muss erst von den Amylasen in Zuckereinheiten aufgespaltet werden, damit sie zu Alkohol vergoren werden können.

  • FruchtsaftFruchtsaft: Amylasen bauen stärkehaltige Trübstoffe ab.

  • BierBier (nicht in Deutschland): Beim traditionellen Mälzen bauen die gersteeigenen Amylasen die Stärke ab. Um diesen Vorgang zu optimieren, werden neben anderen isolierten Enzymen auch Amylasen zugesetzt. Diese im Ausland verbreitete Praxis ist in Deutschland nicht zulässig, da sie gegen das gesetzlich vorgeschriebene Reinheitsgebot verstößt.

  • Futtermittelzusätze: Amylasen verbessern den Stärkeaufschluss und tragen so zu einer besseren Verwertung pflanzlicher Futtermittel bei.

  • In Wasch- und Reinigungsmitteln bauen Amylasen stärkehaltige Verschmutzungen ab.

  • Textilverarbeitung

Gentechnik

Amylasen werden seit längerem biotechnisch mit verschiedenen Pilz- und Bakterienkulturen hergestellt. Bakterielle Amylasen sind in der Regel temperaturstabiler als die von Pilzkulturen.

  • Bakterielle Amylasen werden inzwischen überwiegend mit Hilfe von gentechnisch veränderten Mikroorganismen gewonnen (verschiedene Bacillus-Arten).

  • Bei der Herstellung mit Pilzkulturen werden Aspergillus-Stämme eingesetzt, die nicht als gentechnisch verändert anzusehen sind. Bei einem Präparat werden gentechnisch veränderte Mikroorganismen (Trichoderma) verwendet.

Kennzeichnung. Enzyme werden in der Regel nicht auf der Zutatenliste angegeben. Eine Herstellung mit Hilfe von gv-Mikroorganismen ist zudem nicht kennzeichnungspflichtig.

 

Lebensmittel, hergestellt unter Verwendung von Enzymen.

transGEN-Datenbank Enzyme: Fleisch (Proteasen), Bier (Acetolactat-Decarboxylase), Backwaren (Amylasen), Futterzusätze

Info+
Stärkeverzuckerung. Mit Hilfe von Enzymen lassen sich aus pflanzlicher Stärke zahlreiche Zutaten und Zusatzstoffe gewinnen. Viele dieser Enzyme werden mit gentechnischen veränderten Mikroorganismen gewonnen.
24. März 2011 [nach oben springen]

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