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Cellulase

Wirkung Aufspaltung von Cellulose
Anwendungsbereiche Futtermittelzusatz, Getränke- und Saftherstellung
gentechnische Herstellung möglich
Kennzeichnung nein

Wirkung

Cellulasen wirken an der enzymatischen Aufspaltung von Cellulose mit.

Als Stützsubstanz in allen pflanzlichen Geweben ist Cellulose die mengenmäßig am weitesten verbreitete organische Verbindung. Sie ist häufig zusammen mit anderen Gerüstsubstanzen wie LigninLignin oder Hemicellulosen anzutreffen.

  • Cellulose kann von den körpereigenen Enzymen im menschlichen Verdauungstrakt nicht verwertet werden. Der Abbau von Cellulose erfolgt durch die mikrobielle Flora im Dickdarm. Die entstehenden Spaltprodukte werden jedoch vom Körper nicht aufgenommen. In der Ernährung zählen Cellulosen zu den Ballaststoffen.

  • Cellulasen werden in vielen technischen Prozessen eingesetzt, um die in pflanzlichen Rohstoffen enthaltene Cellulose aufzuschließen.

Verwendung

Cellulasen werden - oft in Kombination mit AmylaseAmylase, GlucanaseGlucanase, XylanaseXylanase oder HemicellulaseHemicellulase - vor allem verwendet

  • bei der Fruchtsaft-Fruchtsaft- und Getränkeherstellung

  • bei der SpirituosenSpirituosenherstellung und in der Alkoholindustrie

  • in Kombination mit anderen Enzymen auch bei der WeinherstellungWeinherstellung (Cellulasen unterstützen die Extraktion von erwünschten Substanzen wie Tanninen und Aromen aus den Traubenschalen.)

Weitere Anwendungsgebiete für Cellulasen:

  • Futtermittelzusätze: Durch den Aufschluss der Cellulose tragen Cellulasen zu einer besseren Verwertung pflanzlicher Futtermittel bei.

  • Wasch- und Reinigungsmittel, Textilverarbeitung, Papierindustrie

Gentechnik

Cellulasen werden durch Fermentation mit verschiedenen Pilz- und Bakterienarten gewonnen.

  • Allein in Europa werden mindestens sieben Cellulasen mit Hilfe von gentechnisch veränderten Mikroorganismen (Aspergillus, Bacillus, Trichoderma, Streptomyces) hergestellt - jedoch nur eine (Trichoderma) für die Lebensmittelindustrie. Die Enzyme werden in verschiedenen Präparaten und Zusammensetzungen angeboten.

Kennzeichnung. Enzyme werden in der Regel nicht auf der Zutatenliste angegeben. Eine Herstellung mit Hilfe von gv-Mikroorganismen ist zudem nicht kennzeichnungspflichtig.

 

Tierfutter: Mit Gentechnik.  Die europäischen Landwirte benötigen weit mehr Futtermittel als sie selbst erzeugen können. Jährlich führt die EU deswegen 35 Millionen Tonnen eiweißreiche Sojabohnen ein, vor allem aus Brasilien, Argentinien und USA. Dort ist der Anbau gentechnisch veränderter Sorten der Normalfall. Wenn es nicht bewusst "ohne Gentechnik" produziert wird, ist Mischfutter im Regelfall "gentechnisch verändert". Eine Kennzeichnung der damit erzeugten Lebensmittel - Milch, Fleisch, Eier - ist nicht vorgeschrieben.

Getränke: Gentechnik dabei?

transGEN-Datenbank Lebensmittel: Bier, Wein, Fruchtsaft, Milch

09. Februar 2012 [nach oben springen]

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