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Protease

Wirkung Abbau und Modifikation von Eiweißen
Anwendungsbereiche Backwaren, Fisch, Fleisch, Aromen, Säuglingsnahrung; Futtermittel
gentechnische Herstellung verbreitet
Kennzeichnung nein
EU-Zulassung ja (Futtermittel)

Wirkung

Sammelbezeichnung für verschiedene Enzyme, die Eiweiße (Proteine) oder PeptidePeptide (Eiweißbausteine) spalten bzw. modifizieren.

Proteasen werden natürlicherweise von vielen Mikroorganismen gebildet; sie kommen zudem in vielen Tieren und Pflanzen vor.

  • Tiere bilden Eiweiß spaltende Verdauungsenzyme wie Trypsin, Pepsin oder ChymosinChymosin.

  • Bei den Pflanzen hat etwa Ananas eine hohe Proteaseaktivität. Das betreffende Enzym wird Papain genannt.

  • Auch in vielen Lebensmitteln (Fleisch, Käse, Fisch) sind Proteasen vorhanden oder werden im Verlauf von Reifungsprozessen gebildet. Wenn etwa Rindfleisch "abhängt", entstehen Proteasen, welche Proteine abbauen und so das Fleisch zart machen.

Verwendung

Handelsübliche Protease-Präparate bestehen meist aus verschiedenen Protease-Enzymen. Sie finden eine breite Verwendung in der Lebensmittelverarbeitung:

  • als Backenzym zur Verbesserung der Teigführung und der Maschinengängigkeit - vor allem für Crackers und Kekse (BackwarenBackwaren)

  • bei der Gewinnung von WürzeWürze und AromenAromen (Käsearomen) aus pflanzlichen oder tierischen Proteinen (z.B. aus Molke oder Milcheiweiß), bei der Herstellung von Soßen (vor allem: SojasoßeSojasoße) und HefeextraxtHefeextraxt

  • zur Optimierung und Steuerung der Geschmacksbildung bei KäseKäse- und Milchprodukten; zur Beschleunigung der Reifung des Käses

  • zur Geschmacksverstärkung bei pikant-herzhaften AromenAromen

  • zur Konsistenzverbesserung bei FischproduktenFischprodukten und bei der Fischverarbeitung (z.B. beim Auslösen von Fischfilet)

  • als Zartmacher bei Fleisch (in Deutschland nicht erlaubt) und bei der Herstellung von Fleischextrakten

  • zur Kältestabilisierung von BierBier (in Deutschland verstößt der Zusatz von Enzymen im Bier gegen das Reinheitsgebot)

  • Spezielle Proteasen werden auch zur Herstellung von hypoallergener Nahrunghypoallergener Nahrung eingesetzt. Die Proteasen bauen dabei gezielt allergeneallergene Proteine ab, die bei dafür empfindlichen Personen allergische Reaktionenallergische Reaktionen auslösen können. So werden etwa Proteasen eingesetzt, um hypoallergene Säuglingsnahrung aus Kuhmilch zu gewinnen. Die Proteasen bauen die Milchproteine in kleine Peptide und freie Aminosäuren ab. Dadurch soll das Risiko verringert werden, dass Säuglinge eine Milchallergie entwickeln.

Weitere Anwendungsgebiete:

  • in Wasch- und Reinigungsmitteln: Proteasen schließen eiweißhaltige Verschmutzungen auf.

  • Lederindustrie, Behandlung von Wolle und Rohseide

  • FutterzusatzFutterzusatz (bessere Futterverwertung durch den Aufschluss von Eiweißen)

Gentechnik

Proteasen werden durch Fermentation mit Hilfe verschiedener Bakterien- und Pilzkulturen gewonnen.

  • Es sind eine Vielzahl von Protease-Präparaten erhältlich. Allein in Europa werden knapp vierzig verschiedene Protease-Präparate hergestellt.

  • 15 dieser Protease-Präparate werden mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen wie Schimmelpilzen und Bakterien hergestellt.

Zulassung und Kennzeichnung

Zulassung. Die Verwendung von Enzymen ist in der EU gesetzlich geregelt. Besondere Anforderungen für mit Hilfe gentechnisch veränderter Mikroorganismen hergestellte Enzyme gibt es nicht. Dieses wird jedoch bei der Risikobewertung von Enzymen berücksichtigt.

  • Futtermittel: Wie alle Futtermittelzusätze müssen auch Enzyme für diesen Zweck ausdrücklich erlaubt sein. Voraussetzung dafür ist eine Sicherheitsbewertung durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Bislang sind fünf Protease (Subtilisin) -Präparate, meist in Kombination mit XylanasenXylanasen und GlucanasenGlucanasen, in die EU-weit gültige Positivliste aufgenommen worden.

  • Lebensmittel: Lebensmittelenzyme dürfen in Zukunft nur verwendet werden, wenn sie in einer "Gemeinschaftsliste" eingetragen sind. Dafür müssen die Enzyme bestimmte Kriterien erfüllen: Ihr Verzehr muss gesundheitlich unbedenklich sein, sie müssen technologisch notwendig sein und dürfen den Verbraucher nicht irreführen. Mit einer ersten Gemeinschaftsliste ist nicht vor 2013 zu rechnen.

Kennzeichnung. Die Herstellungsweise von Enzymen ist kein Kennzeichnungstatbestand. Daher müssen auch mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen erzeugte Enzyme nicht besonders gekennzeichnet werden.

  • Bei Futtermitteln gelten Enzyme als Zusatzstoffe und müssen auf der Verpackung entsprechend deklariert werden.
  • Bei Lebensmitteln sind Enzyme dagegen in der Regel nicht deklarationspflichtig. Nur Enzyme, die wie Zusatzstoffe im Lebensmittel eine technologische Funktion erfüllen, müssen auf der Zutatenliste aufgeführt werden.

 

Lebensmittel, hergestellt unter Verwendung von Enzymen.

transGEN-Datenbank Enzyme: Fleisch (Proteasen), Bier (Acetolactat-Decarboxylase), Backwaren (Amylasen), Futterzusätze

02. Mai 2012 [nach oben springen]

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