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Rind

mögliche Anwendung der Gentechnik Kennzeichnung
Fütterung mit gv-Futtermitteln nein
Futterzusätze (Vitamine, Enzyme), hergestellt mit gv-Mikroorganismen nein

 

In der Rinderzucht sind Fortpflanzungstechniken wie künstliche Besamung, künstliche Befruchtung und Embryonentransfer weit verbreitet. Auch die Gendiagnostik wird häufig genutzt, um die Tiere gezielt nach gewünschten Eigenschaften auszuwählen. Die Milchleistung konnte auf bis zu 8.000 Liter pro Jahr gesteigert werden.

  • Rassen wie Holstein-Rinder werden zur Milchproduktion gezüchtet. Sie haben ein riesiges Euter, sind mager und knochig.

  • Rassen wie die Weiß-blauen Belgier für die Fleischerzeugung zeichnen sich durch eine starke Muskelbildung aus. Das führt dazu, dass ein Großteil der Kälber durch Kaiserschnitt zur Welt kommt.
     

  • siehe auch Lebensmittelprodukte: MilchMilch, WurstwarenWurstwaren

Mögliche Anwendungen der Gentechnik

Züchtung

In der Nutztierzüchtung werden zwar verschiedene gentechnische Verfahren eingesetzt. Bisher sind jedoch noch keine gentechnisch veränderten Rinder für die Milch- oder Fleischerzeugung entwickelt worden, die auf mittlere Sicht praktische Anwendung finden könnten.

Mit gentechnischen Verfahren versuchen die Züchter folgende Ziele zu erreichen:

  • stärkeres Muskelwachstum;

  • fettarme, besonders nährstoffreiche oder laktosearme Milch;

  • Milch mit einem hohen Gehalt an Kaseinen, um die Käseherstellung zu vereinfachen;

  • gegen Mastitis unempfindliche Tiere; Mastitis ist eine Euterentzündung, die durch Bakterien verursacht wird und zu erheblichen Verlusten in der Milchproduktion führen kann.

Für künftige Anwendungen im medizinischen Bereich sind gentechnisch veränderte Rinder entwickelt worden, die in ihrem Blut bestimmte Antikörper zur Bekämpfung von Tumorzellen bilden.

Tierhaltung

Futtermittel:Futtermittel: Rinder werden mit MaisMaissilage, SojaSojaschrot und RapsRapsschrot gefüttert. Diese Rohstoffe können aus gentechnisch veränderten Pflanzen stammen. LuzerneLuzerne wird vor allem in der Milchviehhaltung als Futtermittel eingesetzt, kann aber auch in der Rinder- und Hühnermast verfüttert werden. In den USA wird gv-Luzerne als Futtermittel angebaut.

Verschiedene in der Rinderhaltung verwendete Futterzusätze können mit Hilfe von gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt werden:

  

Klonfleisch? Verboten ist das Klonen von Tieren für die Lebensmittelerzeugung in der EU zwar nicht. Doch das Fleisch geklonter Tiere gilt als "neuartiges Lebensmittel" und muss nach der Novel Food-Verordnung zugelassen werden. Doch wirtschaftlich interessant wären allenfalls die Produkte der Nachkommen von geklonten Tieren.
Gentechnisch veränderter Tiere. Viel Aufregung, wenig Anwendung. Im Lebensmittelbereich wird es auf längere Sicht keine gentechnisch veränderten Tiere geben.
Tierfutter: Mit Gentechnik.  Die europäischen Landwirte benötigen weit mehr Futtermittel als sie selbst erzeugen können. Jährlich führt die EU deswegen 35 Millionen Tonnen eiweißreiche Sojabohnen ein, vor allem aus Brasilien, Argentinien und USA. Dort ist der Anbau gentechnisch veränderter Sorten der Normalfall. Wenn es nicht bewusst "ohne Gentechnik" produziert wird, ist Mischfutter im Regelfall "gentechnisch verändert". Eine Kennzeichnung der damit erzeugten Lebensmittel - Milch, Fleisch, Eier - ist nicht vorgeschrieben.

11. Januar 2013 [nach oben springen]

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