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Zuckerrübe

Forschung  Virusresistenz, veränderte Inhaltsstoffe, Winterhärte
Freilandversuche EU 325
USA 240, in zahlreichen weiteren Ländern
Zulassungen EU 1 (2 Anträge)
USA, Kanada
weitere sechs Länder
Anbau USA (seit 2007), Kanada
- Merkmal Herbizidtoleranz

 

Landwirtschaft

Zuckerrüben (Beta vulgaris) werden in gemäßigten Regionen angebaut. Weltweit wurden 2010 auf etwa 4,6 Millionen Hektar Zuckerrüben angebaut. Führend in der Zuckerrübenproduktion sind Frankreich, Deutschland, die USA und Russland.

Lange Zeit war Zuckerrohr die einzige pflanzliche Zuckerquelle. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde in Deutschland entdeckt, dass sich Zucker auch aus bestimmten, in Mitteleuropa heimischen Rübenarten gewinnen lässt. Den Pflanzenzüchtern gelang es, den Zuckergehalt der Rüben kontinuierlich von ursprünglich 7 auf heute etwa 18 Prozent zu steigern.

Derzeit stammen gut 20 Prozent der Weltzuckerproduktion aus Zuckerrüben.

Verwendung

Zuckerrüben sind Basis für verschiedene Lebensmittel und Zutaten:

  • ZuckerZucker in verschiedenen Angebotsformen (Haushalts-, Kristall-, Puder-, Kandis-, Gelierzucker)
  • Aus Zucker werden Kunsthonig (InvertzuckerInvertzucker), KaramellKaramell und der als Lebensmittelfarbstoff verwendete ZuckerkulörZuckerkulör gewonnen.
  • Zuckerrübensirup, auch Rübenkraut genannt, ist ein aus gesäuberten und gekochten Rüben gewonnener, eingedickter Saft, der zu 60 Prozent aus Zucker besteht.

Nebenprodukte der Zuckergewinnung:

  • Melasse: Verwendung als Futtermittel und als Nährlösung bei der biotechnischen Herstellung von Alkohol, Zitronensäure Zitronensäure und NährhefeNährhefe
  • Rübenschnitzel: Futtermittel

Energiepflanzen, nachwachsende Rohstoffe

  • Biokraftstoff Ethanol, Biomethan
  • Zucker als Rohstoff für die chemische und Kosmetikindustrie
  • abbaubare Werkstoffe

 

Gentechnik: Ziele bei Forschung und Entwicklung

Anbaueigenschaften

Unkrautmanagement

  • HerbizidtoleranzHerbizidtoleranz: Junge Zuckerrübenpflanzen sind wenig konkurrenzstark. Deswegen sind Unkräuter ein großes Problem. In der Regel werden diese durch mehrfaches Ausbringen von Herbiziden bekämpft. Der Einsatz herbizidresistenter gv-Zuckerrüben mit dem dazu passenden KomplementärherbizidKomplementärherbizid soll die Unkrautregulierung einfacher, umweltverträglicher und wirtschaftlicher machen.

Resistenzen gegen Krankheitserreger

  • VirusresistenzVirusresistenz: In Deutschland wurde den 90er Jahren eine gv-Zuckerrübe mit einer Resistenz gegen das Rizomania‑VirusRizomania‑Virus entwickelt. Inzwischen sind zwar konventionell gezüchtete virusresistente Sorten auf dem Markt, dennoch wird weiter an wirksamen Schutzkonzepten gegen Viruserkrankungen geforscht.

Resistenzen gegen Schädlinge

Anpassung an Klima- und Standortfaktoren

  • Toleranz gegenüber Trockenheit

  • Winterhärte
    Könnten Zuckerrüben bereits im Herbst ausgesät werden, ließe sich die Sonnenenergie über einen längeren Zeitraum nutzen und es wäre ein deutlich höherer Zuckerertrag möglich. Doch dazu müssten die Rüben nicht nur Frost und Kälte überstehen, sondern sie dürften auch keine Blütenstände (SchosserSchosser) bilden. Oft wird das Blühen durch einen Kältereiz ausgelöst. Grundsätzlich scheint es mit Hilfe gentechnischer Verfahren möglich, winterharte Rüben zu entwickeln.

 

Produkteigenschaften

Veränderte Zusammensetzung der Inhaltsstoffe

  • Produktion von OligofruktoseOligofruktose bzw. InulinInulin (Ballaststoffe mit gesundheitsfördernder Wirkung) in der Zuckerrübe

Nachwachsende Rohstoffe

Veränderte Stoffzusammensetzung

  • Gewinnung von Grundstoffen für abbaubare Kunststoffe ("Bioplastik")

Pflanzenentwicklung

  • Erhöhte Kapazität, Stickstoff aufzunehmen und zu verwerten.

  • Verbesserung von Verarbeitungs- und Lagereigenschaften

 

Freilandversuche mit gv-Zuckerrüben

EU
Gesamtanzahl Anträge 325
Länder Frankreich 73, Italien 42, England 43, Spanien 42, Niederlande 27, Dänemark 27, Deutschland 25
weitere in Belgien, Schweden, Finnland, Irland, Griechenland, Polen, Slowakei, Tschechien, Rumänien
Zeitraum 1992-2011
Merkmale Herbizidtoleranz, Virusresistenz, veränderte Produktqualität
Weltweit
USA 240
Zeitraum 1993-2011
Weitere Länder Kanada, Argentinien, Japan

 

Nutzung von gv-Zuckerrüben

Zulassungen EU
  zum Anbau als Lebens-/ Futtermittel
Antrag 2 1
Zulassung   1
Merkmal Herbizidtoleranz
Zulassungen weltweit
  zum Anbau als Lebens- / Futtermittel
USA 3 3
Kanada 2 2
Australien   2
Japan 1 3
Korea   1
Philippinen   2
Mexiko   1
China   1
Singapur   1
Merkmale Herbizidtoleranz
Aufgeführt sind Anträge bzw. Zulassungen unterschiedlicher gv-Zuckerrüben-Linien (EventsEvents).
Anbau
EU derzeit kein Anbau von gv-Zuckerrüben, mögliche Markteinführung nicht vor 2015
USA seit 2007 kommerzieller Anbau, 2011 auf 450.000 Hektar (95 Prozent der Anbaufläche für Zuckerrüben).

Ein US-Gericht hat die Anbau-Zulassung von gv-Zuckerrüben im Herbst 2010 ausgesetzt, bis eine umfassendere Prüfung der Umweltauswirkungen durch die US-Landwirtschaftsbehörde vorliegt. Anfang 2011 wurde der Anbau unter bestimmten Auflagen weiter erlaubt. Die mit gv-Zuckerrüben bewirtschaften Flächen sind 2011 ähnlich groß wie im Vorjahr.

Die USA exportieren Zuckerrübenschnitzel als Futtermittel in die EU.

Weitere Länder Kanada 2010 auf 15.000 Hektar  (95 Prozent der Gesamtanbaufläche für Zuckerrüben)

 

"Es ist so interessant für uns." Eine Gruppe junger Agrar- und Pflanzenwissenschaftler aus sieben Ländern zu Besuch im Schaugarten Üplingen.

Erläuterung zu Forschung und Entwicklung
  • An der Entwicklung von Pflanzen mit den aufgeführten Merkmalen wird bisher nur im Labor oder Gewächshaus geforscht.
  • Die Entwicklung von Pflanzen mit den aufgeführten Merkmalen ist relativ weit fortgeschritten. Es haben bereits Versuche mit gv-Pflanzen im Freiland stattgefunden.
16. September 2011 [nach oben springen]

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