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Zuckerrübe

Forschung  Virusresistenz, veränderte Inhaltsstoffe, Winterhärte
Freilandversuche EU 338
USA 304, in zahlreichen weiteren Ländern
Zulassungen EU 1 (2 Anträge)
USA, Kanada
weitere sechs Länder
Anbau USA (seit 2007), Kanada
- Merkmal Herbizidtoleranz

 

Landwirtschaft

Zuckerrüben (Beta vulgaris) werden in gemäßigten Regionen angebaut. Führend in der Zuckerrübenproduktion sind Frankreich, Deutschland, die USA und Russland.

Lange Zeit war Zuckerrohr die einzige pflanzliche Zuckerquelle. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde in Deutschland entdeckt, dass sich Zucker auch aus bestimmten, in Mitteleuropa heimischen Rübenarten gewinnen lässt. Den Pflanzenzüchtern gelang es, den Zuckergehalt der Rüben kontinuierlich von ursprünglich sieben auf heute etwa 20 Prozent zu steigern. Derzeit stammen gut 24 Prozent der Weltzuckerproduktion aus Zuckerrüben.

2011 wurden weltweit auf etwa 4,6 Millionen Hektar Zuckerrüben angebaut, gv-Zuckerrüben wuchsen auf rund 11 Prozent der Fläche (knapp 500.00 Hektar).

Verwendung

Zuckerrüben sind Basis für verschiedene Lebensmittel und Zutaten:

  • ZuckerZucker in verschiedenen Angebotsformen (Haushalts-, Kristall-, Puder-, Kandis-, Gelierzucker)
  • Aus Zucker werden Kunsthonig (InvertzuckerInvertzucker), KaramellKaramell und der als Lebensmittelfarbstoff verwendete ZuckerkulörZuckerkulör gewonnen.
  • Zuckerrübensirup, auch Rübenkraut genannt, ist ein aus gesäuberten und gekochten Rüben gewonnener, eingedickter Saft, der zu 60 Prozent aus Zucker besteht.

Nebenprodukte der Zuckergewinnung:

  • Melasse: Verwendung als Futtermittel und als Nährlösung bei der biotechnischen Herstellung von Alkohol, Zitronensäure Zitronensäure und NährhefeNährhefe
  • Rübenschnitzel: Futtermittel

Energiepflanzen, nachwachsende Rohstoffe

  • Biokraftstoff Ethanol, Biomethan
  • Zucker als Rohstoff für die chemische und Kosmetikindustrie
  • abbaubare Werkstoffe (Plastik, Verpackungen)

 

Gentechnik: Ziele bei Forschung und Entwicklung

Anbaueigenschaften

Unkrautmanagement

  • HerbizidtoleranzHerbizidtoleranz: Junge Zuckerrübenpflanzen sind wenig konkurrenzstark. Deswegen sind Unkräuter ein großes Problem. In der Regel werden diese durch mehrfaches Ausbringen von Herbiziden bekämpft. Der Einsatz herbizidresistenter gv-Zuckerrüben mit dem dazu passenden KomplementärherbizidKomplementärherbizid soll die Unkrautregulierung einfacher, umweltverträglicher und wirtschaftlicher machen.

Resistenzen gegen Krankheitserreger

  • VirusresistenzVirusresistenz: In Deutschland wurde den 90er Jahren eine gv-Zuckerrübe mit einer Resistenz gegen das Rizomania‑VirusRizomania‑Virus entwickelt. Inzwischen sind zwar konventionell gezüchtete virusresistente Sorten auf dem Markt, dennoch wird weiter an wirksamen Schutzkonzepten gegen Viruserkrankungen geforscht.

Resistenzen gegen Schädlinge

Anpassung an Klima- und Standortfaktoren

  • Toleranz gegenüber Trockenheit

  • Winterhärte
    Könnten Zuckerrüben bereits im Herbst ausgesät werden, ließe sich die Sonnenenergie über einen längeren Zeitraum nutzen und es wäre ein deutlich höherer Zuckerertrag möglich. Doch dazu müssten die Rüben nicht nur Frost und Kälte überstehen, sondern sie dürften auch keine Blütenstände (SchosserSchosser) bilden. Oft wird das Blühen durch einen Kältereiz ausgelöst. Grundsätzlich scheint es mit Hilfe gentechnischer Verfahren möglich, winterharte Rüben zu entwickeln.

 

Produkteigenschaften

Veränderte Zusammensetzung der Inhaltsstoffe

  • Produktion von OligofruktoseOligofruktose bzw. InulinInulin (Ballaststoffe mit gesundheitsfördernder Wirkung) in der Zuckerrübe

Nachwachsende Rohstoffe

Veränderte Stoffzusammensetzung

  • Gewinnung von Grundstoffen für abbaubare Kunststoffe ("Bioplastik")

Pflanzenentwicklung

  • Erhöhte Kapazität, Stickstoff aufzunehmen und zu verwerten

  • Verbesserung von Verarbeitungs- und Lagereigenschaften

 

Freilandversuche mit gv-Zuckerrüben

EU
Gesamtanzahl Anträge 338
Länder Frankreich 73, Italien 42, England 43, Spanien 50, Niederlande 27, Dänemark 27, Deutschland 26
weitere in Belgien, Schweden, Finnland, Irland, Griechenland, Polen, Slowakei, Tschechien, Rumänien
Zeitraum 1992-2013
Merkmale Herbizidtoleranz, Virusresistenz, veränderte Produktqualität
Weltweit
USA 304
Zeitraum 1993-2013
Weitere Länder Kanada, Argentinien, Japan

 

Nutzung von gv-Zuckerrüben

Zulassungen EU
  zum Anbau als Lebens-/ Futtermittel
Antrag 2 1
Zulassung   1
Merkmal Herbizidtoleranz
Zulassungen weltweit
  zum Anbau als Lebens- / Futtermittel
USA 3 3
Japan 1 3
Kanada 2 2
Australien   2
Philippinen   2
Kolumbien   1
Neuseeland   1
Russland   1
Korea   1
Mexiko   1
China   1
Merkmale Herbizidtoleranz
Aufgeführt sind Anträge bzw. Zulassungen unterschiedlicher gv-Zuckerrüben-Linien (EventsEvents).
Anbau
EU eine Anbauzulassung für gv-Zuckerrüben ist beantragt, derzeit sind jedoch keine Bestrebungen für eine Markteinführung zu erkennen
USA seit 2007 kommerzieller Anbau, 2012 auf etwa 485.000 Hektar (ca. 97 Prozent der Anbaufläche für Zuckerrüben)

Seit Juli 2012 ist der Anbau von gv-Zuckerrüben (Herbizidtoleranz) in den USA wieder ohne Einschränkungen erlaubt. 2010 hatte ein US-Gericht die Anbau-Zulassung ausgesetzt und eine umfassendere Prüfung der Umweltauswirkungen durch die US-Landwirtschaftsbehörde USDA verlangt. Seitdem mussten die Landwirte beim Anbau bestimmte Auflagen beachten.

Die USA exportieren Zuckerrübenschnitzel als Futtermittel in die EU.

Weitere Länder Kanada 2012 auf 17.280 Hektar  (96 Prozent der Gesamtanbaufläche für Zuckerrüben)

 

"Es ist so interessant für uns." Eine Gruppe junger Agrar- und Pflanzenwissenschaftler aus sieben Ländern besuchte 2011 den Schaugarten Üplingen. Sie informierten sich über die dort gezeigten gentechnisch veränderten Pflanzen und neue Möglichkeiten in der Pflanzenzüchtung.
Gv-Zuckerrübe: Nach einem langen Rechtsstreit ist der Anbau in den USA seit Juli 2012 wieder ohne Einschränkungen erlaubt. Trotz Auflagen beim Anbau haben sich gv-Zuckerrüben dort und in Kanada nahezu flächendeckend durchgesetzt. Ein Anbau gv-Zuckerrüben in Europa ist vorerst nicht zu erwarten.
Erläuterungen
Hinweise zu "Forschung und Entwicklung"
  • Symbol Kasten: An der Entwicklung von Pflanzen mit den aufgeführten Merkmalen wird bisher nur im Labor oder Gewächshaus geforscht.
  • Symbol Pfeil: Die Entwicklung von Pflanzen mit den aufgeführten Merkmalen ist relativ weit fortgeschritten. Es haben bereits Versuche mit gv-Pflanzen im Freiland stattgefunden.
Zahlen Freisetzungsversuche EU

In der Regel werden einzelne Anträge mit dem Jahr der Antragstellung angegeben. Ein Antrag kann Freilandversuche über mehrere Jahre und an mehreren - Standorten umfassen. Es ist möglich, dass genehmigte Freilandversuche nicht durchgeführt werden.

15. März 2013 [nach oben springen]

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