Veränderte Produkteigenschaften,
Pilz- und Bakterienresistenz
Freilandversuche
EU 10
USA 60, Neuseeland
Zulassungen
keine
Anbau
kein Anbau
Perspektive
In den USA und in Kanada ist ein Zulassungsantrag für gv-Äpfel gestellt
(Merkmal: keine Braunfärbung der Apfelstückchen).
Landwirtschaft
Bei den Apfelbäumen unterscheidet man zwei
verschiedene Sorten: Niederstammsorten werden kommerziell in
Plantagen angebaut, Hochstammsorten findet man in extensiv
bewirtschafteten Streuobstwiesen. Der Ertrag ist hier geringer, die
Vielfalt vor allem an alten Sorten groß.
Apfelbäume wachsen in gemäßigten
Klimaregionen. Der kommerzielle Anbau von Äpfeln findet
hauptsächlich in Europa, Neuseeland, Chile, Argentinien und den USA
statt.
Verwendung
Die Frucht wird meist roh verzehrt oder
verarbeitet zu
Aus Apfeltrester wird Pektin (Geliermittel E 440)
hergestellt.
Gentechnik: Ziele bei Forschung und Entwicklung
Anbaueigenschaften
Resistenzen gegen Krankheitserreger
Pilzresistenz:
Verbesserung der Widerstandskraft gegenüber Pilzerkrankungen wie
Apfelschorf und Apfelmehltau.
Resistenz gegen Feuerbrand (durch
Bakterien ausgelöste Krankheit)
Die Züchtung krankheitsresistenter Apfelsorten ist schwierig und
langwierig. Es kann mehrere Jahrzehnte dauern, bis eine
widerstandsfähige Sorte mit genießbaren Früchten gefunden ist.
Zwar gibt es einige Apfelsorten, die besser mit Schorf oder
Feuerbrand zurecht kommen, doch gerade die beliebten, von den
Konsumenten bevorzugten Sorten wie Gala und Golden Delicious
sind besonders anfällig.
Mit der Genomforschung und neueren molekularbiologischen
Verfahren sind neue Ansätze für eine Züchtung resistenter
Apfelsorten möglich geworden. In anderen Pflanzenarten (z.B.
Gerste) oder
Organismen (z.B. einem Pilz, einem Bakteriophagen und der Seidenraupenmotte) hat man Gene gefunden, die Resistenzen
gegen Apfelschorfoder Feuerbrand vermitteln könnten. Einige
dieser Gene wurden auf Apfelbäume übertragen - neben weiteren internationalen Forschungseinrichtungen auch an der damaligen
Bundesanstalt für Züchtungsforschung an Kulturpflanzen in Dresden-Pillnitz.
2003 wurden geplante Freilandversuche, in denen die Wirksamkeit
einiger dieser Ansätze überprüft werden sollten, von der
Bundesregierung untersagt.
Eine andere Strategie verfolgt eine Arbeitsgruppe
an der ETH Zürich (in Zusammenarbeit mit dem Julius
Kühn-Institut in Dresden-Pillnitz und der Universität Wageningen): Sie nutzt ausschließlich Gene aus dem Apfel-Genpool.
So hat sie ein Resistenzgen gegen Apfelschorf aus einem
japanischen Wildapfel auf Kultursorten übertragen. Derzeit
werden sie in Freilandversuchen auf dem Gelände des
niederländischen Agrarforschungsinstituts in Wageningen
getestet. Mit einem ähnlichen Konzept wird auch an Äpfeln
mit erhöhter Feuerbrandresistenz gearbeitet. - Solche als
cisgen bezeichneten Pflanzen, bei denen keine "artfremden"
Gene oder Genelemente verwendet werden, gelten in Europa als
"gentechnisch verändert" und unterliegen bei Zulassung,
Sicherheitsbewertung und Kennzeichnung allen für
GVO geltenden
Rechtsvorschriften.
Die neuen Ansätze für krankheitsresistente Äpfelbäume befinden
sich noch in der Entwicklung und sind weit von einer möglichen
Markteinführung entfernt.
Ein kanadisches Biotech-Unternehmen hat gentechnisch
veränderte Apfelbäume entwickelt, deren Früchte nach dem Aufschneiden nicht
braun werden.
In einigen Ländern (USA, Niederlande und Schweden) wird an einem
gv-Apfel geforscht, der für Allergiker verträglich ist (Veränderung
des Polyphenolgehaltes: Polyphenole binden Allergene).
Veränderte Zucker-Zusammensetzung: durch gentechnische
Veränderung kann der Gehalt des Zuckeraustauschstoffs Sorbitol im Apfel erhöht
und der Fruchtzuckergehalt gesenkt und somit der Kaloriengehalt der Früchte
reduziert werden.
Weitere Versuche zielen darauf ab, den Sorbitolgehalt zu verringern.
Bildung von Resveratrol. Resveratrol ist
ein natürlicher Pflanzenabwehrstoff gegen Bakterien und Pilze.
Dieser sekundäre Pflanzenstoff soll
u. a. bei Krebs, Alzheimer und
Arthritis gesundheitsfördernd wirken.
Pflanzenentwicklung
veränderter Blühzeitpunkt: Durch Übertragung eines Gens wurden Apfelpflanzen
entwickelt, die bereits im ersten Jahr nach der Aussaat blühen.
Dadurch können konventionelle
Züchtungsprozesse beschleunigt werden. Eine Apfelpflanze blüht
natürlicherweise das erste Mal erst nach sechs bis zehn Jahren.
männliche Sterilität,
Parthenokarpie: Zur Verminderung des
Auskreuzungsrisikos werden Sterilitätskonzepte verfolgt.
Männliche sterile Pflanzen bilden keinen Pollen aus. Bei der
Parthenokarpie entstehen Früchte ohne Samen.
Selbstfruchtbarkeit: Apfel ist
selbstunfruchtbar. Bei Selbstfruchtbarkeit könnte der eigene Samen
für eine sortenreine Vermehrung genutzt werden. Bislang werden
die Sorten durch Pfropfen auf eine Unterlage vegetativ vermehrt.
veränderte Bewurzelung
Freilandversuche mit gv-Äpfeln
EU
Gesamtanzahl Anträge
10
Länder
Niederlande 4, Belgien 2, Schweden
3, Deutschland 1
Zeitraum
1989-2012
Merkmale
Pilz- und Bakterienresistenz, veränderte Bewurzelung und
Blütenbildung
Jenny fragt: Was ist eine Genbank? In der Obstgenbank
des Julius Kühn-Institutes in Dresden-Pillnitz wachsen mehr
als 800 Apfelsorten und auch viele Wildarten. Wie kann man
all diese Apfelarten und -sorten erhalten und wozu macht man
das?
Äpfel, die nicht braun werden. In den USA und Kanada
wurde die Zulassung von gentechnisch veränderten Äpfeln
beantragt, die nach dem Aufschneiden nicht braun werden.
Entwickelt von dem kanadischen Biotech-Unternehmen
Okanagan Specialty Fruits, ist bei diesen Äpfeln das Gen für ein Enzym inaktiviert (Antisense), das
den Oxidationsprozess reguliert. Eine
Zulassungs-Entscheidung ist frühestens Ende 2013 zu
erwarten.
Normaler Apfel (links) und nicht braun anlaufender
Arctic-Apfel (rechts).
Foto: Arctic Apple
Feuerbrand, eine hoch ansteckende Pflanzenkrankheit, wird durch das Bakterium
Erwinia amylovora verursacht, das verschiedene Obst- und
Ziergehölze befallen kann.
Foto: Sebastian Stabinger / Wikipedia
Symbol Kasten: An der Entwicklung von Pflanzen mit den aufgeführten
Merkmalen wird bisher nur im Labor oder Gewächshaus
geforscht.
Symbol Pfeil: Die Entwicklung von Pflanzen mit den aufgeführten
Merkmalen ist relativ weit fortgeschritten. Es haben bereits
Versuche mit gv-Pflanzen im Freiland stattgefunden.
Freisetzungsversuche EU
In der Regel werden
einzelne Anträge mit dem Jahr der Antragstellung angegeben.
Ein Antrag kann Freilandversuche über mehrere Jahre und an
mehreren - Standorten umfassen. Es ist möglich, dass
genehmigte Freilandversuche nicht durchgeführt werden.