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Apfel

Forschung  Veränderte Produkteigenschaften, Pilz- und Bakterienresistenz
Freilandversuche EU 11
USA 55, Neuseeland
Zulassungen keine
Anbau kein Anbau
Perspektive In den USA ist ein Zulassungsantrag für gv-Äpfel gestellt (Merkmal: keine Braunfärbung der Apfelstückchen).

 

Landwirtschaft

Bei den Apfelbäumen unterscheidet man zwei verschiedene Sorten: Niederstammsorten werden kommerziell in Plantagen angebaut, Hochstammsorten findet man in extensiv bewirtschafteten Streuobstwiesen. Der Ertrag ist hier geringer, die Vielfalt vor allem an alten Sorten groß.

Apfelbäume wachsen in gemäßigten Klimaregionen. Der kommerzielle Anbau von Äpfeln findet hauptsächlich in Europa, Neuseeland, Chile, Argentinien und den USA statt.

 

Verwendung

Die Frucht wird meist roh verzehrt oder verarbeitet zu

 

Gentechnik: Ziele bei Forschung und Entwicklung

Anbaueigenschaften

Resistenzen gegen Krankheitserreger

  • PilzresistenzPilzresistenz: Verbesserung der Widerstandskraft gegenüber Pilzerkrankungen wie Apfelschorf und Apfelmehltau.

  • Resistenz gegen Feuerbrand, eine durch Bakterien ausgelöste Pflanzenkrankheit, die vor allem Kernobstsorten befällt und sich inzwischen in fast allen europäischen Ländern verbreitet hat. Feuerbrand ist hoch ansteckend und es gibt - neben dem Fällen der kranken Baumbestände - keine wirksamen und zugleich verträglichen Mittel zu seiner Bekämpfung.

    Mit der Genomforschung sind in anderen Pflanzenarten (Gerste, Wildapfel) oder Pilzen Gene gefunden worden, die Resistenzen gegen Apfelschorf oder Feuerbrand vermitteln könnten. Einige dieser Gene wurden auf Apfelbäume übertragen, neben weiteren internationalen Forschungseinrichtungen auch an der damaligen Bundesanstalt für Züchtungsforschung an Kulturpflanzen in Dresden-Pillnitz. 2003 wurden geplante Freilandversuche, in denen die Wirksamkeit einiger dieser Ansätze überprüft werden sollten, von der Bundesregierung verboten.

    Einen andere Strategie verfolgt eine Arbeitsgruppe an der ETH Zürich: Sie nutzt ausschließlich Gene aus dem Apfel-GenpoolGenpool. So hat sie ein Resistenzgen gegen Apfelschorf aus einem japanischen Wildapfel auf Kultursorten übertragen. Derzeit werden sie in Freilandversuchen auf dem Gelände des niederländischen Agrarforschungsinstituts in Wageningen gestestet.  Mit einem ähnlichen Konzept wird auch an Äpfeln mit erhöhter Feuerbrandresistenz gearbeitet. - Solche als cis-gene bezeichneten Pflanzen, bei denen keine "artfremden" Gene oder Genelemente verwendet werden, gelten in Europa als GVO und unterliegen allen dafür vorgesehenen Regelungen.

Resistenzen gegen Schädlinge

Anpassung an Klima- und Standortfaktoren

  • Kältetoleranz

Produkteigenschaften

veränderter Gehalt an Fruchtzucker und -alkoholen

  • In den USA sind gentechnisch veränderte Apfelbäume entwickelt worden, deren Früchte nach dem Aufschneiden nicht braun werden. Dazu wurde das Gen für ein Enzym inaktiviert (AntisenseAntisense), das für diesen natürlichen Vorgang (Oxidation) verantwortlich ist. In den USA hat das Unternehmen Okanagan Specialty Fruits die Zulassung dieser gentechnisch veränderten Äpfel beantragt. Eine Entscheidung wird frühestens 2012 erwartet.

  • In einigen Ländern (USA, Niederlande und Schweden) wird an einem gv-Apfel geforscht, der für Allergiker verträglich ist (Veränderung des Polyphenolgehaltes: Polyphenole binden Allergene).

  • Veränderte Zucker-Zusammensetzung: durch gentechnische Veränderung kann der Gehalt des Zuckeraustauschstoffs Sorbitol im Apfel erhöht und der Fruchtzuckergehalt gesenkt und somit der Kaloriengehalt der Früchte reduziert werden.
    Weitere Versuche zielen darauf ab, den Sorbitolgehalt zu verringern.

  • Bildung von Resveratrol. Resveratrol ist ein natürlicher Pflanzenabwehrstoff gegen Bakterien und Pilze. Dieser sekundäre Pflanzenstoffsekundäre Pflanzenstoff soll u. a. bei Krebs, Alzheimer und Arthritis gesundheitsfördernd wirken.

Pflanzenentwicklung

  • veränderter Blühzeitpunkt: Durch Übertragung eines Gens wurden Apfelpflanzen entwickelt, die bereits im ersten Jahr nach der Aussaat blühen. Dadurch können konventionelle Züchtungsprozesse beschleunigt werden. Eine Apfelpflanze blüht natürlicherweise das erste Mal erst nach sechs bis zehn Jahren.

  • veränderte Ethylenproduktion und damit ReifeverzögerungReifeverzögerung

  • männliche Sterilitätmännliche Sterilität, ParthenokarpieParthenokarpie: Zur Verminderung des Auskreuzungsrisikos werden Sterilitätskonzepte verfolgt. Männliche sterile Pflanzen bilden keinen Pollen aus. Bei der Parthenokarpie entstehen Früchte ohne Samen.

  • Selbstfruchtbarkeit: Apfel ist selbstunfruchtbar. Bei Selbstfruchtbarkeit könnte der eigene Samen für eine sortenreine Vermehrung genutzt werden. Bislang werden die Sorten durch Pfropfen auf eine Unterlage vegetativ vermehrt.

  • veränderte Bewurzelung

 

Freilandversuche mit gv-Äpfeln

EU
Gesamtanzahl Anträge 11
Länder Niederlande 5, Belgien 2, Schweden 3, Deutschland 1
Zeitraum 1989-2012
Merkmale Pilz- und Bakterienresistenz, veränderte Bewurzelung und Blütenbildung
Weltweit
USA 55
Zeitraum 1991-2012
Merkmale veränderte Produkteigenschaften, Reifeverzögerung
Weiter Länder Neuseeland

 

Foto: Buchholz / pixelio.de

Apfelschorf ist die bedeutendste Apfelkrankheit. Sie wird durch einen Pilz (Venturia inaequalis) ausgelöst, der im abgefallenen Laub der Bäume überwintert. Im Frühjahr werden die Wintersporen durch Wind auf die noch jungen Blätter getragen. Bei Feuchtigkeit keimen sie dort erneut aus und es bilden sich erste Schorfflecken, in denen sich weitere Sporen entwickeln. Eine Bekämpfung ist aufwändig und nicht immer erfolgreich. - Es wird empfohlen, die Bäume zu beschneiden und am Ende des Winters das am Boden liegende Laub zu beseitigen. Im konventionellen Apfelanbau werden Pflanzenschutzmittel (Fungizide) eingesetzt, im Ökolandbau sind für die Umwelt problematische Schwefel- und Kupferpräparate zugelassen. Einige Apfelsporten wie etwa Golden Delicius oder Gala sind hochanfällig gegenüber Schorf, andere wie etwa Berlepsch gelten als schwachanfällig.
Foto: Jan Homann / Wikipedia
Feuerbrand wird verursacht durch das Bakterium Erwinia amylovora, das verschiedene Obst- und Ziergehölze befallen kann. Die Bakterien dringen an offenen Stellen in die Pflanze ein, überwintern in der Rinde und vermehren sich im Frühjahr. Übertragen wird der Erreger hauptsächlich durch Insekten, aber auch durch Regen, Wind oder Vögel. Befallene Pflanzenteile sehen aus "wie vom Feuer verbrannt". - Der Erreger breitet sich seit etwa 1960 in Europa aus und ist inzwischen überall in Deutschland anzutreffen. Die Krankheit ist meldepflichtig. Eine direkte Bekämpfung ist schwierig. Befallene Bäume müssen radikal beschnitten oder gefällt werden. Der Einsatz von Antibiotika (Streptomycin) zur Feuerbrandbekämpfung ist inzwischen nur noch unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt. Dadurch sollen Streptomycin-Rückstände in Äpfeln und Honig minimiert werden.
Foto: Sebastian Stabinger / Wikipedia
Erläuterung zu Forschung und Entwicklung
  • An der Entwicklung von Pflanzen mit den aufgeführten Merkmalen wird bisher nur im Labor oder Gewächshaus geforscht.
  • Die Entwicklung von Pflanzen mit den aufgeführten Merkmalen ist relativ weit fortgeschritten. Es haben bereits Versuche mit gv-Pflanzen im Freiland stattgefunden.
23. April 2012 [nach oben springen]

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