Senf

Forschungsschwerpunkte Herbizidtoleranz, Ertragssteigerung, veränderte Produkteigenschaften
Freilandversuche EU: 3 (Belgien, 2000-2001),
USA: 8 (2003-2007, 2012)
Kanada, Indien, Australien

Der Name Senf bezeichnet die beiden Gattungen Brassica und Sinapis. Der Weiße Senf (Sinapis alba) wird weltweit in den gemäßigten Klimaregionen angebaut. Schwarzer Senf (Brassica nigra) und Sarepta-Senf (Brassica juncea) wachsen in den warmgemäßigten bis subtropischen Klimaregionen.

2014 wurden weltweit etwa 690.000 Tonnen Senfkörner geerntet.

Als Lebensmittel finden bei den jeweiligen Senfarten vor allem die Samen Verwendung. Zum Teil werden auch die Blätter genutzt.

  • Schwarzer (auch: französischer) Senf (Brassica nigra) wird für Speisesenf, Senföl, Senfmehl verwendet.
  • Brauner (auch: Sarepta-) Senf (Brassica juncea) hat in Europa und Nordamerika den Schwarzen Senf fast vollständig verdrängt. Er ist in Europa, Nordamerika, Asien und Indien weit verbreitet. Neben der Verwendung als Speisesenf wird der Sareptasenf vor allem zu Speiseölgewinnung genutzt; in Asien auch als Blattgemüse.
  • Weißer (auch: englischer) Senf (Sinapis alba) dient als Rohstoff zur Gewinnung von Senföl, -mehl und -paste (Speisesenf). In gemäßigten Zonen wird er auch als Viehfutter und zur Gründüngung verwendet.
  • Äthiopischer (auch: abessinischer) Senf (Brassica carinata) wird vor allem in Nord- und Ostafrika kultiviert. Er dient dort bevorzugt zur Speiseölgewinnung. Die Blätter werden als Kochgemüse verzehrt.

Als Ölpflanzen eignen sich Senfarten ebenso wie Raps zur Herstellung von industriell genutzten Ölen (Schmier- und Motorenöle, Grundstoff für Linoleum, Reinigungsmittel und Kunststoffe) und Kraftstoffen.

Gentechnik: Ziele bei Forschung und Entwicklung

Anbaueigenschaften

Pflanzenentwicklung

  • Ertragssteigerung (männliche Sterilität zur Erzeugung ertragreicher Hybridsorten), Steigerung des Ölgehaltes im Samen

Produkteigenschaften

  • Carotinoide, denen als Antioxidantien krebsvorbeugende Wirkung zugeschrieben wird
  • speziell Provitamin A (Beta-Carotin) zur Vorbeugung von Mangelerkrankungen
  • veränderte Zusammensetzung der Fettsäuren

Produktion von pharmazeutischen Wirkstoffen

  • Molecular Pharming: Nutzung gentechnisch veränderter Pflanzen des Weißen Senfs als Produktionssystem für die Erzeugung von Arzneimittelwirkstoffen.

Bodensanierung

  • Sanierung schwermetall- und selenbelasteter Böden: Die Pflanzen werden so verändert, dass sie Schwermetalle aus den Boden aufnehmen und in der Pflanzenmasse anreichern.