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Banane

Forschung  Pilz-, Nematoden- und Bakterienresistenz; Nährstoffanreicherung
Freilandversuche USA 5, weitere 4 Länder
Zulassungen keine
Anbau kein Anbau
Perspektive Vor allem in Afrika könnten auf mittlere Sicht gv-Bananen angebaut werden.

 

Landwirtschaft

Die Banane ist eine Pflanze der Tropen. In den für den Export produzierenden Plantagen wird hauptsächlich eine Sorte der Kreuzungsart Musa x paradisiaca angebaut. Bis in die 1960er Jahre war dies die Gros Michel, deren Anbau aber aufgrund einer Pilzkrankheit, der so genannten Panamakrankheit, aufgegeben wurde. Heute ist die wichtigste Handelssorte die Cavendish-Banane, bei der die Pilzerkrankung nur schwach auftritt.

Hauptanbauländer sind Indien, Philippinen, China, Brasilien, Ecuador, Indonesien und Tansania; die wichtigsten Exportländer Ecuador, Costa Rica, Kolumbien und Honduras.

Neben der für den Export bestimmten Dessertbanane wird in den subtropischen Regionen Afrikas, Asiens und Amerikas die Koch- oder Gemüsebanane angebaut. Sie ist dort ein Grundnahrungsmittel. Der größte Produzent von Kochbananen ist Uganda.

 

Verwendung

Deutschland importiert jährlich etwa 1,1 Millionen Tonnen; die Banane ist damit nach dem Apfel die beliebteste Frucht.

Die unreif geernteten Bananen werden in Kühlschiffen transportiert. Nach der Entladung wird der Reifeprozess in Reifekammern unter kontrollierten Bedingungen fortgesetzt. Dazu werden die Bananen meist mit Ethylen begast.

Dessertbananen werden

Kochbananen sind nur vollreif genießbar; in der Regel werden sie

  • gekocht oder in Streifen geschnitten, gebraten oder frittiert

Nebenprodukte des Bananenanbaus:

  • Die Blätter werden z. T. als Verpackungs- und Mulchmaterial, zum Decken von Dächern oder als Tierfutter verwendet.

 

Gentechnik: Ziele bei Forschung und Entwicklung

Französischen Wissenschaftlern ist 2012 die Entschlüsselung des Genoms der Wildbanane Musa acuminata gelungen. Man erhofft sich nun darüber  Erkenntnisse zu den Resistenzmechanismen gegenüber verschiedenen Krankheiten, die bei der Entwicklung krankheitsresistenter Kulturbananen genutzt werden könnten.

Anbaueigenschaften

Resistenzen gegen Krankheitserreger

  • Bakterienresistenz: In Uganda werden gentechnisch veränderte Bananen entwickelt, die eine Resistenz gegen Xanthomonas campestris aufweisen. Das Bakterium löst eine Blattwelke aus und verursacht Ertragseinbußen von bis zu 90 Prozent. Erste Freilandtests haben 2010 begonnen.

  • PilzresistenzPilzresistenz: Mit gentechnischen Konzepten soll Bananen eine Resistenz gegen die Pilze Black Sigatoka und Fusarium wilt vermittelt werden. Diese Pilze sind Erreger der zwei wichtigsten Bananenkrankheiten. Mit konventionellen züchterischen Mitteln ist eine verbesserte Toleranz gegen diese Pilze nur schwer zu erreichen.

  • VirusresistenzVirusresistenz: Etwa gegen den Banana Bunchy Top Virus oder Banana Bract Mosaic Virus.

Resistenzen gegen Schädlinge

  • Resistenz gegen NematodenNematoden: Dazu werden in die Bananen Cystatin-Gene eingeschleust. Cystatin hemmt die Wirkstoffe, welche Nematoden produzieren, um in den Stängel eindringen zu können. Dadurch wird die Eiablage im Stängel verhindert.

Produkteigenschaften

Anreicherung mit gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen

  • Anreicherung mit wichtigen Mikronährstoffen Vitamin A, Vitamin E und Eisen
    Öffentliche Forschungseinrichtungen in Australien, Uganda und Tansania haben gemeinsam eine gv-Banane mit erhöhtem Gehalt an Vitamin E, Provitamin A und Eisen entwickelt. Erste Freilandversuche wurden bereits in Australien und Uganda durchgeführt.

  • Impfbananen, deren Verzehr zu einer Impfung gegen Infektionskrankheiten führt. Dazu werden DNA-Sequenzen bestimmter Proteine der Krankheitserreger in das Genom der Banane geschleust. Nach dem Verzehr dieser Bananen bildet das Immunsystem Antikörper gegen die konsumierten Erreger-Proteine. Dadurch entsteht der Impfschutz.
    Geforscht wird an Impfbananen gegen Hepatitis-B, Gelbsucht, Cholera, Kinderlähmung, Masern und Durchfallerkrankungen. Diese Bananen sollen in solchen Ländern eingesetzt werden, in denen klassische Impfkampagnen nur schwer durchzuführen sind. - Bisher sind solche Projekte weit von einer möglichen Anwendung entfernt.

Pflanzenentwicklung

 

Freilandversuche mit gv-Bananen

Weltweit
USA 5
Zeitraum 2004-2011
Merkmal Pilzresistenz, Virusresistenz
Weitere Länder Israel, Australien, Uganda, Honduras, Costa Rica

 

Fotos: A.B., Moorhenne / pixelio.de

Keine Bananen mehr? Pilze, Bakterien, Nematoden, Viren - eine Reihe von Krankheitserregern machen Koch- und Dessertbananen zu schaffen. Manche befürchten, dass die in Europa und USA beliebte Cavendish-Banane schon bald verschwinden könnte. Das Problem ist die Biologie der Banane. Denn fast alle kultivierten Bananen vermehren sich samenlos. Die weiblichen Blüten bilden Früchte, ohne befruchtet worden zu sein. Bananen klonen sich damit selbst - daher ist es schwierig, Resistenzeigenschaften in Kulturbananen einzüchten, ohne deren Anbau- und Qualitätseigenschaften zu verlieren.
Im Web
Biologische Sicherheitsforschung zu gentechnisch veränderten Pflanzen: Berichte, Ergebnisse, Videos
Forschungsziel Nährstoffanreicherung

transGEN-Datenbank Pflanzen: Hirse (Sorghum), Banane, Reis, Cassava (Maniok)

Erläuterungen
Hinweise zu "Forschung und Entwicklung"
  • Symbol Kasten: An der Entwicklung von Pflanzen mit den aufgeführten Merkmalen wird bisher nur im Labor oder Gewächshaus geforscht.
  • Symbol Pfeil: Die Entwicklung von Pflanzen mit den aufgeführten Merkmalen ist relativ weit fortgeschritten. Es haben bereits Versuche mit gv-Pflanzen im Freiland stattgefunden.
Zahlen Freisetzungsversuche EU

In der Regel werden einzelne Anträge mit dem Jahr der Antragstellung angegeben. Ein Antrag kann Freilandversuche über mehrere Jahre und an mehreren - Standorten umfassen. Es ist möglich, dass genehmigte Freilandversuche nicht durchgeführt werden.

14. Dezember 2012 [nach oben springen]

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