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Baumwolle

Forschung  Insektenresistenz, Herbizidtoleranz,  Anpassung an Standortfaktoren
Freilandversuche EU 92
USA ca. 1000, weitere 17 Länder
Zulassungen EU 6
USA, Japan, Mexico, weitere 13 Länder
Anbau Indien, USA, China, weitere 10 Länder
- Merkmal Insektenresistenz, Herbizidtoleranz

 

Landwirtschaft

Baumwollpflanzen werden weltweit vorwiegend in tropischen und subtropischen, aber auch in trockenen, warmen Klimaregionen der gemäßigten Breiten angebaut. Führend in der Baumwollproduktion sind Indien, China, die USA, Pakistan, Usbekistan und Brasilien. In Europa wird Baumwolle in Griechenland, Bulgarien und Spanien angebaut. 2011 wurden weltweit auf 33,5 Millionen Hektar Baumwolle angepflanzt, der Anteil an gv-Baumwolle betrug 74 Prozent (24,7 Millionen Hektar).

 

Verwendung

Baumwolle ist eine Naturfaser, die aus den Samenhaaren der Pflanze Gossypium hirsutum gewonnen wird. Seit Tausenden von Jahren wird Baumwolle zu Naturtextilien verarbeitet. In Europa ging im 19. Jahrhundert der Flachsanbau zur Herstellung von Leinen stark zurück, weil Baumwolle die heimische Naturfaser ersetzte. Im 20. Jahrhundert machten dann Polyesterfasern der Baumwolle Konkurrenz. Anfang des 21. Jahrhunderts wurden erstmals weltweit mehr Textilien aus Kunstfasern hergestellt als aus Baumwolle.

Nach der Ernte werden die Fasern von den eiweiß- und fettreichen Samen abgetrennt. Bei der Verarbeitung fallen verschiedene Nebenprodukte an, die als Lebens- und Futtermittel genutzt werden:

  • Öl: Das hochwertige BaumwollsaatölBaumwollsaatöl findet Verwendung als Speise- oder Frittieröl sowie in MargarineMargarine.
  • Schrote: Das eiweißreiche Schrot wird vor allem als Tierfutter verwendet. Es ist aber auch Grundstoff für Eiweißpräparate und -isolate sowie Baumwollsaatmilch.
  • "Linters": Diese sehr kurzen, nicht verspinnbaren Fasern haften an den Baumwollsamen. Sie bestehen fast ausschließlich aus Cellulose. Aus ihnen werden verschiedene Lebensmittelzusatzstoffe wie CelluloseCellulose E 460 oder MethylcelluloseMethylcellulose E 461 gewonnen. Sie dienen der Lebensmittelwirtschaft als Verdickungsmittel, Stabilisatoren, EmulgatorenEmulgatoren oder Füllstoff. 

Nachwachsende Rohstoffe

  • Hauptabnehmer für Baumwoll-Linters ist die Papierindustrie. Aus ihnen werden vor allem hochwertige, reißfeste Papiere hergestellt, etwa für Geldscheine.

 

Gentechnik: Ziele bei Forschung und Entwicklung

Anbaueigenschaften

Resistenzen gegen Schädlinge

  • InsektenresistenzInsektenresistenz: Durch Bildung des Bt‑ToxinsBt‑Toxins ist die Pflanze resistent gegen den Baumwollkapselwurm. Auch gv-Baumwolle, die gegen Wanzenarten resistent ist, wurde im Freiland getestet.

Resistenzen gegen Krankheitserreger

Unkrautmanagement

Anpassung an Klima- und Standortfaktoren

  • Kälte-, Hitze- und Trockentoleranz

  • Salztoleranz

Produkteigenschaften

veränderte Zusammensetzung der Inhaltsstoffe

  • Öl- und Stärkegehalt, Fettsäurezusammensetzung

veränderte Fasereigenschaften

  • Optimierung von Länge und Stärke der Baumwollfasern

  • Baumwolle, die einen Farbstoff (Melanin) produziert und nicht mehr eingefärbt werden muss.

 

Freilandversuche mit gv-Baumwolle

EU
Gesamtanzahl Anträge 92
Länder Spanien 81, Griechenland 10, Frankreich 1
Zeitraum 1997-2012
Merkmale Herbizidtoleranz, Insekten- und Pilzresistenz, Trockentoleranz
Weltweit
USA ca. 1110
Zeitraum 1985-2012
Weitere Länder Argentinien, Australien, Japan, China, Indien, Burkina Faso, Kolumbien, Uganda, Südafrika, Pakistan, Tansania, Kenia, Malawi, Simbabwe, Vietnam, Guatemala, Paraguay

 

Nutzung von gv-Baumwolle

Zulassungen EU
  zum Anbau als Lebens-/ Futtermittel
Antrag 2 11
Zulassung   6
Merkmale Insektenresistenz, Herbizidtoleranz
Zulassungen weltweit
  zum Anbau als Lebens- / Futtermittel
USA 12 14
Japan 5 16
Mexiko 1 17
Australien 8 13
Korea   11
Kanada   10
Südafrika 6 6
Philippinen   7
Kolumbien 2 5
Argentinien 3 3
Brasilien 7 7
China   5
Singapur   4
Indien 3  
Pakistan 2  
Burkina Faso 1  
Merkmale Insektenresistenz, Herbizidtoleranz
Gezählt werden jeweils verschiedene gv-Baumwoll-Linien (EventsEvents).
Anbau
EU Der Anbau von gv-Baumwolle ist bisher nicht erlaubt. Es liegen jedoch zwei Anträge auf Zulassung zum Anbau vor.
USA In den USA wird seit 1996 gv-Baumwolle angebaut, 2011 auf 4,95 Mio. ha (90% der Gesamtanbaufläche von Baumwolle).
Weitere Länder 2011: Indien etwa 10,6 Mio. ha (88%)
2011: China 3,9 Mio. ha (ca. 72%),
Argentinien, Australien, Mexiko, Brasilien, Myanmar, Kolumbien, Südafrika, Burkina Faso, Costa Rica.

In Pakistan fanden Anbauversuche mit Bt-Baumwolle statt (2005-2006). 2008 wurde inoffiziell Bt-Baumwolle angebaut, 2011 sollen diese Flächen 2,6 Mio. Hektar betragen (90% der Baumwollanbaufläche).

Auch in Myanmar wurde 2010 erstmals gv-Baumwolle angebaut. 2011 sollen bereits zu 100% eine in Myanmar entwickelte Bt-Baumwolle angepflanzt werden.

In Kenia wird 2012 die Markteinführung einer Bt-Baumwolle erwartet. Vietnam strebt an, ab 2014 gv-Baumwolle anzubauen. Auch in Paraguay  und auf den Philippinen gibt es Bestrebungen, gv-Baumwolle in den nächsten Jahren einzuführen.

 

 

Erläuterung zu Forschung und Entwicklung
  • An der Entwicklung von Pflanzen mit den aufgeführten Merkmalen wird bisher nur im Labor oder Gewächshaus geforscht.
  • Die Entwicklung von Pflanzen mit den aufgeführten Merkmalen ist relativ weit fortgeschritten. Es haben bereits Versuche mit gv-Pflanzen im Freiland stattgefunden.
05. April 2012 [nach oben springen]

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