American chestnut, Esskastanie

Esskastanie (Marone, Edelkastanie)

Forschungsschwerpunkte Pilzresistenz, Herbizidtoleranz
Freilandversuche USA: 42 (2003-2017)

Ess- oder Edelkastanienbäume wachsen in wärmeren Regionen mit milden Wintern und trockenen Sommern. Sie werden weltweit in gemäßigten und subtropischen Regionen angebaut, in Europa vor allem in den Mittelmeerländern. Hauptproduzent von Esskastanien ist China, gefolgt von Italien, Südkorea und der Türkei. Es gibt verschiedene Arten von Edelkastanien, in Nordamerika ist die Amerikanische Edelkastanie, Castanea dentata, heimisch. Deren Bestände wurden allerdings bis 1950 durch den Pilz Cryphonectria parasitica (Katanienrindenkrebs) nahezu vollständig vernichtet.

Die Früchte der Esskastanien werden roh, vor allem aber gekocht oder geröstet verzehrt und als Füllung oder Gemüsebeilage zu Fleischgerichten verwendet. In traditionellen Anbauländern werden sie auch zu Mehl vermahlen und dann verarbeitet zu Brot, Kuchen und Gebäck, zu regionalen Spezialitäten wie Gnocchi, zu Eis, Pudding, Kuchenfüllungen, Crèmes, Pasteten und Desserts.

Da Esskastanien kein Gluten enthalten, sind Erzeugnisse aus Kastanienmehl auch für Menschen verträglich, die an Zöliakie leiden.

Auf Korsika werden grob gemahlene Kastanien zum Brauen eines regionalen Bieres verwendet.

Als nachwachsende Rohstoffe werden die in Blättern und Schalen enthaltenen Saponine verwendet, z.B. zur Herstellung von Shampoos.

Das witterungsbeständige Holz der Edelkastanie wird bevorzugt im Außenbereich (Gartenmöbel, Spielplatzgeräte, Hausbau) eingesetzt.

Kastanienrindenkrebs

Kastanienrindenkrebs: Kastanienrindenkrebs wird durch den Pilz Cryphonectria parasitica verursacht. Aus Asien eingeschleppt, vernichtete der Pilz in der ersten Hälfte des 20sten Jahrhunderts geschätzte 3,5 Millionen Bäume und damit nahezu den gesamten Bestand an Amerikanischen Kastanien im Osten der USA.

Foto: Cécile Robin/ CC BY 3.0 AU

Großes Foto oben: nickkurzenko/123RF

Gentechnik: Ziele bei Forschung und Entwicklung

Anbaueigenschaften

Wissenschaftler u.a. der Universität New York und des Oak Ridge National Laboratory haben im Rahmen des American Chestnut Research and Restoration Project ein Weizengen in Kastanienbäume übertragen, um die Resistenz gegen Kastanienrindenkrebs zu erhöhen. Das Gen verhindert die Anreicherung der von dem Pilz gebildeten Oxalsäure, die das Pflanzengewebe angreift. In Freilandversuchen wird derzeit getestet, ob die Resistenz gegen den Pilz funktioniert. Das Ziel ist die Wiederaufforstung großer Teile der ehemaligen Kastanien-Gebiete.