Transparenz fr Gentechnik bei Lebensmitteln
 
TransGen Lebensmitteldatenbank

Geben Sie ein, wozu Sie etwas wissen wollen: eine Pflanze, ein Lebensmittel, eine Zutat, einen Zusatzstoff oder eine E-Nummer.

Sie erhalten Informationen über mögliche Anwendungen der Gentechnik.

Fragen zur Datenbank?

transGEN Forum
Newsletter? Anmelden
Forum Bio- und Gentechnologie

Erbse

Forschung  Herbizidtoleranz, Pilz- und Virusresistenz, Molecular Pharming, Insektenresistenz
Freilandversuche EU 5
USA 42, weitere 3 Länder
Zulassungen keine
Anbau kein Anbau
Perspektive Eine kommerzielle Nutzung von gv-Erbsen scheint auf mittlere Sicht möglich.

 

Landwirtschaft

Die Erbse wächst in warmgemäßigten Klimaregionen. Ursprünglich aus Kleinasien stammend wird sie heute in allen Weltteilen angebaut. Die wichtigsten Erzeugerländer sind Indien, Kanada, China und Frankreich. 2009 wurden weltweit rund 20 Millionen Tonnen Erbsen produziert.

Die Futtererbse dient auch als Zwischenfrucht, da sie als Leguminose den Boden mit Stickstoff anreichert (Gründüngung). Allerdings ist die Erbse "selbstunverträglich", sie kann daher nur in einer weiten Fruchtfolge (4 bis 6 Jahre) angebaut werden.

 

Verwendung

Die Samen der Gemüse-Erbse werden wie folgt verwendet:

  • frisch (roh oder als gekochtes Gemüse), tiefgekühlt oder als Nasskonserve verarbeitet
  • unreif geerntet als frisches Gemüse, das mit der als "Schote" bezeichneten Hülse verzehrt wird (Zuckererbse)
  • als Trockenerbsen oder verarbeitet zu Mehl oder Püree
  • zur Herstellung von Speisestärke
     

Weitere Nutzung von Erbsen:

  • zur Gründüngung als Zwischenfrucht
  • Tierfutter (ganze Pflanze oder als Erbsenschrot bzw. Futtermehl)
     

Nachwachsende Rohstoffe

  • als Stärkelieferant für die chemische Industrie

 

Gentechnik: Ziele bei Forschung und Entwicklung

Anbaueigenschaften

Resistenzen gegen Krankheitserreger

  • PilzresistenzPilzresistenz
    Pilzkrankheiten sind ein großes Problem beim Anbau von Futtererbsen. Bei feuchter Witterung können sie erhebliche Ertrags- und Qualitätsverluste verursachen. Die Anfälligkeit für Pilzinfektionen ist ein wesentliches Hindernis für eine wirtschaftliche Nutzung von Futtererbsen in Europa. Daher wird intensiv an der Entwicklung pilzresistenter Erbsen gearbeitet.

Unkrautmanagement

  • HerbizidtoleranzHerbizidtoleranz
    In den USA deuten zahlreiche Freisetzungsversuche darauf hin, dass eine kommerzielle Nutzung herbizidtoleranter Erbsen auf mittlere Sicht zu erwarten ist.

Resistenzen gegen Schädlinge

  • InsektenresistenzInsektenresistenz: In Indien wird eine BtBt-Straucherbse entwickelt, die gegen die Baumwoll-Kapseleule resistent ist.

Nachwachsende Rohstoffe

Produktion von pharmazeutischen Wirkstoffen

  • Molecular PharmingMolecular Pharming: Nutzung der Pflanze als "biologisches System" zur Synthese von ProteinenProteinen bzw. EnzymenEnzymen.
    Erbsen sind gut geeignet, um in ihnen Pharma- und andere hochwertige Wirkstoffe herzustellen. Sie befruchten sich innerhalb einer geschlossenen Blüte (kleistogam), so dass kein Pollen nach außen gelangt. Ihre Samen sind proteinreich, daher werden auch die jeweils gewünschten Wirkproteine in vergleichsweise großen Mengen produziert.
    In Deutschland wurden zwei Freilandversuche mit gv-Erbsen als "Produktionsplattform" durchgeführt: Einer mit Erbsen, die ein Enzym (Alpha-AmylaseAlpha-Amylase) produzieren; ein weiterer mit  Erbsen, die Antikörper bilden und als Futtermittelzusatz Schweine vor Infektionskrankheiten schützen sollen.

veränderte Zusammensetzung der Inhaltsstoffe

  • Proteinzusammensetzung

 

Freilandversuche mit gv-Erbsen

EU
Gesamtanzahl Anträge 5
Länder Deutschland 3, England 1, Tschechien 1
Zeitraum 2000-2010
Merkmale Herbizidtoleranz, Molecular Pharming, Proteingehalt
Weltweit
USA 42
Zeitraum 1993-2006
Weitere Länder Kanada, Australien, Indien

 

 

Erbse: Empfindliche Futterpflanze. Eigentlich wären Erbsen eine ideale Futterpflanze. Als Leguminose benötigt sie keine Düngung, sondern reichert sogar Stickstoff im Boden an. Als Zwischen- oder Vorfrucht dient sie so als "Gründünger". Erbsen sind sehr proteinreich und könnten dazu beitragen, die große "Eiweißlücke" bei der europäischen Futtermittelversorgung zu reduzieren.

Bisher scheitert ein verstärkter Anbau von Futtererbsen vor allem daran, dass es je nach Witterung in manchen Jahren zu Pilzinfektionen mit dramatischen Ertrags- und Qualitätseinbußen kommen kann. Eine dauerhafte Lösung des Problems ist bisher mit klassischen Züchtungsmethoden nicht gelungen.

Pflanzengenetiker an der Universität Hannover haben bei Bakterien und anderen Pflanzen nach natürlichen Abwehrmechanismen gegen Pilzkrankheiten gesucht. Die entsprechenden Gene haben sie auf Futtererbsen übertragen und so verschiedene Linien entwickelt, die eine deutlich verbesserte Resistenz gegen Pilzkrankheiten aufwiesen - allerdings bisher nur im Labor und im Gewächshaus. Aus Furcht vor Protesten und Feldzerstörungen werden die notwendigen Freilandversuche in Nordamerika durchgeführt.

Erläuterung zu Forschung und Entwicklung
  • An der Entwicklung von Pflanzen mit den aufgeführten Merkmalen wird bisher nur im Labor oder Gewächshaus geforscht.
  • Die Entwicklung von Pflanzen mit den aufgeführten Merkmalen ist relativ weit fortgeschritten. Es haben bereits Versuche mit gv-Pflanzen im Freiland stattgefunden.
22. September 2011 [nach oben springen]

© 1997 - 2012 i-bio Information Biowissenschaften | Impressum | Leitlinien und Finanzierung | website created by webmotive