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Hopfen

Forschung  Zusammensetzung der Inhaltsstoffe, Pilzresistenz
Freilandversuche keine
Zulassungen keine
Anbau kein Anbau
Perspektive Mit einer kommerziellen Nutzung von gv-Hopfen ist auf längere Sicht nicht zu rechnen.

 

Landwirtschaft

Anbaugebiete kultivierter Hopfensorten finden sich in Europa, Russland, Asien, Nordamerika, Australien und Neuseeland. Von den 2009 weltweit produzierten rund 152.000 Tonnen Hopfen wurde knapp ein Drittel alleine in Deutschland geerntet. Zu den wichtigsten deutschen Anbaugebieten gehören Hallertau in Bayern und das Schussental zwischen Tettnang und Ravensburg in Baden-Württemberg.

 

Verwendung

Bei der zweigeschlechtlichen Hopfenpflanze wird nur die weibliche Pflanze genutzt. Die weiblichen Blüten des Hopfens wachsen in so genannten Zapfen oder Hopfendolden. Diese enthalten verschiedene Bitterstoffe, ätherische Öle, Gerbstoffe sowie in sehr geringen Mengen auch pharmazeutisch wirksame Substanzen.

Lebensmittel:

"Echter Hopfen" (Humulus lupulus) ist durch seine Verwendung beim Bierbrauen bekannt.

  • Die getrockneten Zapfen der weiblichen Hopfenpflanze werden traditionell der Bierwürze zugesetzt. Der bitter schmeckende Hopfen beeinflusst Aroma und Schaumbildung des BieresBieres.
  • Die Bitterstoffe des Hopfens besitzen eine antibakterielle und damit konservierende Wirkung.

Arzneimittel:

  • Einige Inhaltsstoffe haben u. a. eine beruhigenden Wirkung und werden als Schlaf- und Nervenmittel genutzt. Andere kommen bei Wechseljahresbeschwerden zum Einsatz oder wirken der Entstehung von Krebs entgegen.

 

Gentechnik: Ziele bei Forschung und Entwicklung

Züchtungsmethoden:

Die Züchtung von Hopfen ist ein schwieriger, zeitaufwändiger Prozess. Um diesen zu vereinfachen und neue Möglichkeiten zu entwickeln, gezielt auf bestimmte Merkmale zu züchten, werden derzeit verschiedene bio- und gentechnische Verfahren eingesetzt:

  • Protoplastenfusion: Hier werden dieProtoplastenProtoplasten im elektrischen Feld verschmolzen. Anders als bei konventionellen Züchtungsverfahren besteht hier die Möglichkeit, wertvolle züchterische Merkmale ohne Kreuzungsbarrieren miteinander zu kombinieren.

  • Antherenkultur: Dabei werden Pflanzen aus unreifen Pollen (Antheren = Staubbeutel; Teil der männlichen Blüte, in dem die Pollen gebildet werden) entwickelt, die nur väterliche Erbanlagen besitzen. Die so erhaltenen, reinerbigen Zuchtlinien erlauben eine gezieltere und einfachere Selektion und Kombination von gewünschten Merkmalen als bei herkömmlicher Züchtung.

  • Genomanalyse, etwa um Resistenzgene gegen bestimmte Pflanzenkrankheiten zu finden

Weltweit führend bei der Entwicklung bio- und gentechnischer Verfahren in der Hopfenzüchtung ist die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL). Hier ist es gelungen, aus Antherenkulturen (Pollen) Hopfenpflanzen zu erzeugen. Andere Institute und Unternehmen konnten Hopfen aus Protoplasten regenerieren. Bis diese Verfahren in die praktische Hopfenzüchtung übernommen werden können, sind weitere Forschungs- und Entwicklungsarbeiten erforderlich.

Züchtungsziele, die mit diesen Verfahren verfolgt werden, sind etwa:

Produkteigenschaften

Veränderte Zusammensetzung der Inhaltsstoffe

  • Optimierung von Qualitätseigenschaften im Hinblick auf den Brauprozess

Nachwachsende Rohstoffe

Produktion von pharmazeutischen Wirkstoffen

  • Molecular PharmingMolecular Pharming: Erhöhung des Gehalts an pharmazeutisch wirksamen oder gesundheitsfördernden Stoffen.

Anbaueigenschaften

Resistenzen gegen Krankheitserreger

 

Freilandversuche mit gv-Hopfen

Zur Zeit werden weltweit keine Freisetzungsversuche mit Hopfen durchgeführt. Projekte mit neuen Züchtungstechniken beschränken sich derzeit auf Labor und Gewächshaus.

 

Erläuterung zu Forschung und Entwicklung
  • An der Entwicklung von Pflanzen mit den aufgeführten Merkmalen wird bisher nur im Labor oder Gewächshaus geforscht.
  • Die Entwicklung von Pflanzen mit den aufgeführten Merkmalen ist relativ weit fortgeschritten. Es haben bereits Versuche mit gv-Pflanzen im Freiland stattgefunden.
01. April 2011 [nach oben springen]

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